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CO2-neutrales Datacenter auf Wachstumskurs Windcloud baut in Nordfriesland sein zweites Rechenzentrum

| Redakteur: Ulrike Ostler

Im Februar gab es den ersten Spatenstich zum zweiten Windcloud-Datacenter. Das bereits bestehende Rechenzentrum wird in diesem Jahr um ein zweites erweitert. Ende April soll der Bau auf dem „Greentec Campus“ in Enge-Sande fertig sein.

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Windcloud-Partner Novagreen züchtet Algen, die Kohlenstoffdioxid abbauen. Eine Anlage soll auf dem Dach des geplanten Rechenzentrums Platz finden.
Windcloud-Partner Novagreen züchtet Algen, die Kohlenstoffdioxid abbauen. Eine Anlage soll auf dem Dach des geplanten Rechenzentrums Platz finden.
(Bild: Novagreen)

Geplant sind 24 Racks; das Rechenzentrum wird eine installierte IT-Leistung von 60 Kilowatt bieten. Es wird nach der europaweit länderübergreifenden Norm EN 50600, VK3 zertifiziert werden, die Verfügbarkeit, Sicherheit und Energie-Effizienz festlegt.

Auf dem Dach des Rechenzentrums wird in Kooperation mit Novagreen eine Algenfarm entstehen, um CO2 nicht nur zu vermeiden, sondern auch aktiv abzubauen. Sie soll Ende Mai 2020 fertiggestellt werden.

Windcloud ist ein regenerativer Cloudhoster mit eigenem Rechenzentrum. Das sorgt nach Unternehmensangaben mittelfristig eine Kostenreduktion zwischen 40 bis 70 Prozent im Bereich der Energiebeschaffung. Wilfried Ritter ist Gründer und Geschäftsführer.
Windcloud ist ein regenerativer Cloudhoster mit eigenem Rechenzentrum. Das sorgt nach Unternehmensangaben mittelfristig eine Kostenreduktion zwischen 40 bis 70 Prozent im Bereich der Energiebeschaffung. Wilfried Ritter ist Gründer und Geschäftsführer.
(Bild: Windcloud)

Wilfried Ritter, Gründer und Geschäftsführer von Windcloud, erläutert: „Rechenzentren sind extrem energiehungrig. Gehen die aktuellen Entwicklungen ungebremst weiter, wird die digitale Infrastruktur zu einem größeren CO2-Emittenden als der globale Verkehr und die Landwirtschaft zusammen.Er zeigt sich davon überzeugt, dass sich diese Negativentwicklung noch aufhalten lässt. „Die Technologien für eine klimafreundliche Digitalisierung existieren bereits. Neuartige Modell des Wirtschaftens müssen jedoch qualitativ besser werden.“

In Nordfriesland setzt sich Windcloud bereits seit zwei Jahren für die Vereinbarkeit von Umweltschutz und Digitalisierung ein und bietet hier unterschiedliche Lösungen zur Datenspeicherung an: von Co-Location-Angeboten in nahezu jeder Größenordnung bis hin zu Multi-Bunker-Konzepten mit mehreren dedizierten Brandabschnitten. Besonders beliebt ist die „Managed Nextcloud“ als sichere Alternative zu Diensten, die außerhalb Deutschlands gehostet werden.

Die Kunden und die Algen

Herzstück von Windcloud ist das Rechenzentrum auf dem Greentec Campus in Enge-Sande, das ausschließlich aus regenerativen Energiequellen gespeist wird, überwiegend aus Windkraft. Der Kundenkreis hat sich bereits im letzten Jahr deutlich erweitert: Waren es zunächst NGOs und grüne Unternehmen im regionalen Umfeld, gehören mittlerweile neben KMU auch Energieversorger und Institutionen der öffentlichen Hand aus ganz Deutschland dazu. Das machte die Vergrößerung der Anlage notwendig.

Das neue Rechenzentrum verfügt über eine direkte freie Kühlung. Die Abwärme stellt Windcloud zudem Industriepartnern zur Verfügung, die ebenfalls nachhaltige Projekte umsetzen. So wird auf dem Dach eine 230 Quadratmeter große Algenfarm von Novagreen entstehen. Ob als Nahrungsergänzung oder in der Kosmetik: Mikroalgen wie Spirulina sind ein stark nachgefragtes Wirtschaftsgut, zudem bauen sie CO2 ab.

Aus einem intensiven CO2-Verursacher wie der Digitalisierung kann so ein CO2-Absorbierer werden. Weitere nachhaltige Partnerschaften im Bereich Indoor-Farming und Fischzucht sind in Planung. Die Rechenzentrumserweiterung soll Ende April abgeschlossen sein, Ende Mai soll die Algenfarm fertiggestellt werden.

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