Gesichert und kostengünstig - „Bunker-as-a- Service“

Windcloud baut Bunker zu CO2-neutralem Co-Location- und Cloud-Datacenter aus

| Redakteur: Ulrike Ostler

„Rechnen Sie mit Wind!“ heißt es doppeldeutig in der Unternehmenbroschüre von Windcloud.
„Rechnen Sie mit Wind!“ heißt es doppeldeutig in der Unternehmenbroschüre von Windcloud. (Bild: Windcloud)

„Mission Possible“ oder „Bunker-as-a- Service“ nennt Windcloud seine hochsichere Infrastruktur und hundertprozentige Nachhaltigkeit an seinem Firmensitz in Enge-Sande. Das Unternehmen macht ausgediente Bunker zu grünen, CO2-neutralen Co-Location- und Cloud-Rechenzentren.

Für das Vorhaben werden im nordfriesischen Enge-Sande 54 ehemalige Nato-Bunker in neuwertigem Zustand auf einem gesicherten und umzäunten Gelände mit 4-Stufen- Sicherheitskonzept und moderner Zutrittskontrolle genutzt. Kleine bis mittelgroße Rechenzentren finden hier Voraussetzungen für ihre Datenspeicherung, von Co-Location in nahezu jeder Größenordnung bis hin zu Multi-Bunker-Konzepten mit mehreren dedizierten Brandabschnitten. Bunker-as-a-Service ist ab sofort einsatzbereit.

Die Stromversorgung aus lokalen, regenerativen Quellen, vor allem aus Windkraft, ergänzt durch Photovoltaik, Wasserkraft und Biogas, ist die Energiebasis für das umfassend nachhaltige Konzept von Windcloud. Konsequente Ressourcenverwertung steht auch beim Co-Location- Angebot Bunker-as-a-Service im Fokus.

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Kreislaufdenken für die Rechenzentrumsbranche

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09.05.19 - Bisher galt es als das Höchste der Gefühle, die Datacenter-Abwärme zu nutzen, um anderswo Prozess- oder Heizwärme zu sparen und so die Kohlendioxidbilanz der Stromschlucker aufzubessern. Doch der Newcomer Windcloud denkt weiter: Das Startup will mit Hilfe von einem Rechenzentrum und ihrer Abwärme aktiv Kohlendioxid beseitigen. lesen

Industriepartner unterstützen Windcloud zudem dabei, die entstehende Abwärme zu nutzen. Mit der Produktion anderer nachhaltiger Produkte, etwa Lebensmittel, lässt sich zusätzliches Geld verdienen. So kann Windcloud dank Rückvergütung den Co-Location-Service für Kunden erschwinglicher machen. Vorhandene und derzeit ungenutzte Bunker erhalten somit eine neue sinnvolle Aufgabe.

Hochverfügbar und DSGVO-konform

Eindringlinge haben hier schlechte Karten: Damit die Datenspeicher den höchsten Schutzklassen 3+ und 4 genügen, setzt das ISO 27001-zertifizierte Rechenzentrum auf ein Bündel an Sicherheitsmaßnahmen. Dazu zählen mehrstufige Sicherheitskontrollen, optische und biometrische Überwachungssysteme sowie Brandfrüherkennung und Brandlöschanlagen. Gegen Naturgewalten wie Erdbeben ist kein Extraschutz erforderlich – ihre Wahrscheinlichkeit beträgt in Norddeutschland null Prozent.

Auch um etwaige Stromausfälle oder Engpässe bei der Versorgung müssen sich Nutzer keine Sorgen machen: Dank innovativem Microgrid-Ansatz ist Energie in industriellem Maßstab hochverfügbar und damit zu jedem Zeitpunkt rechenzentrumsgerecht. Eine ergänzende Backup-Anbindung an das öffentliche Mittelspannungsnetz sorgt zusätzlich für Ausfall- Sicherheit.

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Über Windcloud

Die Datenanbindung am Standort ist ebenfalls gesichert durch eine zweifach redundante Backbone-Anbindung an die Skandinavien-Trasse. Sie ermöglicht beste Übertragungsraten und Latenzwerte. Auch eine zusätzliche, leistungsstarke Richtfunk-Datenübertragung ist auf Anfrage möglich. Zudem werden die Daten DSGVO-konform ausschließlich am Standort Deutschland gespeichert.

Flexibel und wirtschaftlich

„Mit der gegebenen Infrastruktur können wir quasi jede Kundenanforderung umsetzen“, erklärt Thomas Reimers, CEO und Gründer von Windcloud. „Bunker as a Service ist sehr flexibel, ob in Bezug auf Kühlkonzepte, der Anordnung und Höhe der Racks, weiterer Sicherheitsoptionen oder Brandschutz- und Arbeitsschutzvorrichtungen. Ein vergleichbares Co-Location-Konzept gibt es in Deutschland nicht.“

Neben einer Verbesserung von Klimaschutz und Datensicherheit können Unternehmen mit dem Service von Windcloud auch ihre Wirtschaftlichkeit optimieren: Der aktuelle Preis für die Kilowattstunde liegt hier derzeit bei drei bis vier Cent unter dem Marktdurchschnitt. Ab 2020 soll er weiter reduziert werden.

Die Ersparnis reicht Windcloud an seine Kunden weiter. „Unser Ziel ist es, bei höchster Nachhaltigkeit und Sicherheit mindestens 25 Prozernt unter den Preisen von Amazon, Microsoft Azure & Co. zu liegen - bei gleichzeitig besserem Service und Kostentransparenz“, sagt Reimers. Das Konzept zeigt schon jetzt Erfolge: Seitdem das erste Cloud- und Co-Location-Rechenzentrum im Frühjahr 2019 online ging, haben sich bereits über 130 Kunden für ein Hosting bei Windcloud entschieden.

Ausbaupläne

Derzeit ist Windcloud im Besitz ehemaliger Bundeswehrkasernen (54 Nato-Bunker) und Gewerbeflächen an aktuell drei Standorten im westlichen Schleswig-Holstein. Das sind mehr als 260 Hektar mit Baugenehmigung sowie direkter Anbindung an hohe Windstromkapazitäten und volumenstarke, redundante Glaserfasernetze.

Doch Windcloud plant groß: Sie sind weitere Zukäufe geplant. In Schleswig-Holstein entsteht das erste Metrocluster. Bis 2030 planen das Unternehmen die Installation des Äquivalents zu heutigen 300 Megawatt Rechenleistung verteilt über ganz Norddeutschland. Im Unternehmensprofil heißt es : „Wir streben an, das grüne Cloud-Rückgrat der deutschen und europäischen Industrie 4.0 & Industrial IoTzu werden.“

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