Strom- und Klima-Fernwartung mit Out-of-Band-Management für Remote-Standorte

Wenn auf normalen Weg nichts mehr geht

| Autor / Redakteur: Dirk Schuma / Ludger Schmitz

Wenn der normale Weg zu Remote-Standorten blockiert ist, gibt es eine Alternative.
Wenn der normale Weg zu Remote-Standorten blockiert ist, gibt es eine Alternative. (Bild: Rainer Sturm, Pixelio.de)

Administration ist eine zentrale Aufgabe; in durch Cloud Computing oder Internet of Things verteilten IT-Landschaften kann sie problematisch werden, wenn das Netzwerk selbst betroffen ist. Out-of-Band-Verwaltung hilft das Schlimmste zu verhindern, erklärt Dirk Schuma*.

Administratoren benötigen heute Lösungen, um Netzwerk-Komponenten auch an Remote-Standorten zentral zu verwalten und deren Status zu überwachen. Bezahlt macht sich dabei eine Management-Lösung meistens bereits durch wenige Stunden vermiedene Downtime und den ersten eingesparten Support-Einsatz. In-Band-Tools wie Telnet (Teletype Network) sind gängige Methoden für Fernzugriff und Wartung. Sie sind jedoch auf die Verfügbarkeit des Netzwerks angewiesen. Der Zugriff ist unmöglich, wenn es zu großen technischen Problemen wie Netzwerk- oder Konnektivitätsausfällen kommt.

Auf anderen Wegen geht auch einiges

Im Gegensatz hierzu bleibt bei einer Out-of-Band-Management-Lösung die Kontrolle über alle Netzwerk-Komponenten gesichert, selbst wenn In-Band-Verwaltungsstrategien fehlschlagen. Out-of-Band-Management baut einen separaten Zugang über ein klassisches Modem oder eine Failover-Lösung per Mobilfunk (4G LTE oder 3G) auf.

Solche Mittel ermöglichen eine zentralisierte IT-Infrastruktur-Überwachung inklusive der physischen Umgebung, von Temperatur, Feuchtigkeit, Rauch bis hin zu Vibrationen durch den Anschluss von Sensoren, sowie ein automatisiertes Strommanagement. Letzteres ist eines der Schlüsselelemente moderner Out-of-Band-Management-Lösungen, wodurch Administratoren praktisch jedes elektronische Gerät im Netzwerk überwachen, darauf zuzugreifen und verwalten können.

Verwaltung der gesamten Strom-Infrastruktur

Mit Out-of-Band-Management verfügen Administratoren über eine sichere Kontrolle und Steuerung der Stromversorgung und das Ein- und Ausschalten der zu verwaltenden Geräte. Alle Funktionen - inklusive der gesamten Strom-Infrastruktur - lassen sich von einer zentralen Konsole aus verwalten, unabhängig davon, wo sie sich befindet und wie sie angeschlossen ist. Ein übersichtliches Webinterface überwacht alle Remote-Power-Control-Geräte (PDUs) im Rechenzentrum, ebenso wie an den Remote-Standorten. Admins können mit Out-of-Band-Management die Verwaltung von Hunderten von PDUs und USV-Systemen (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) von einer Vielzahl von Anbietern konsolidieren.

Die Überwachung von Stromverbrauch und Temperatur ist verbunden mit der Protokollierung und dem Auslösen von Alarm per E-Mail oder SMS im Fall von Unregelmäßigkeiten. Darüber hinaus lassen sich automatisch Stromversorgungsprobleme mithilfe einer Auto-Response-Funktion erkennen und beheben, bevor sie zu größeren Folgeproblemen führen: Beispielsweise sind Out-of-Band-Konsolenserver so konfigurierbar, dass sie kritische Geräte ordnungsgemäß herunterfahren, wenn die Temperatur im Rack zu hoch ist oder die unterbrechungsfreie Stromversorgung einen Stromausfall erkennt und die Batterieleistung unter einen definierten Schwellenwert sinkt.

Kontrolle der physischen Umgebung von Geräten

Die Sicherheit kritischer IT-Ausrüstung ist nur so gut wie die physische Umgebung, in der sie eingesetzt werden. Wenn zum Beispiel ein Netzwerkschrank im Rechenzentrum oder Geräte an einem entfernten Standort mit Wasser, Rauch, Hitze oder Feuchtigkeit in Berührung kommen, müssen IT-Administratoren sofort Bescheid wissen. Über Out-of-Band-Management sind IT-Teams in der Lage, Systeme proaktiv abzuschalten, sobald kritische Schwellenwerte überschritten werden, um irreversible Schäden zu vermeiden.

Die Überwachungs- und Alarmlösungen moderner Out-of-Band-Management-Lösungen können Veränderungen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Rauch, Bewegung oder das Vorhandensein von Wasser erkennen. Hierfür werden entsprechende Sensoren mit den Out-of-Band-Konsolenservern verbunden, um eine Fernüberwachung über einen Standard-Webbrowser zu ermöglichen. Alarme können per E-Mail, SMS und SNMP-Traps erfolgen sowie automatisch vorher definierte Aktionen auslösen, die für detaillierte Berichte auch automatisch protokolliert werden.

Reduzierung von Ausfallkosten und Vor-Ort-Support

Über die Kontrolle der physischen Umgebung und das Strom-Management hinaus ermöglicht die Out-of-Band-Verwaltung den durchgängigen administrativen Fernzugriff auf kritische Komponenten wie Server, WAN-Geräte, Netzwerk-Switches, Router und eine wachsende Zahl von Sicherheitsanwendungen wie Firewalls und Encryption Tools. Wenn zum Beispiel ein Gerät auf Befehle nicht mehr reagiert, können Administratoren einen Hard Reboot über die Steuerung der Stromversorgung erreichen.

Einfache Aufgaben lassen sich zudem automatisch ausführen. Zum Beispiel kann das Erkennen eines nicht mehr erreichbaren Routers nicht nur eine Benachrichtigung des Administrators per SMS oder E-Mail auslösen. Vielmehr ist auch mit Wiederherstellungsskripten ein Neustart des Geräts möglich. Das sorgt für mehr Robustheit im Alltagsbetrieb und minimiert menschliche Fehler sowie die Angriffsfläche für Cyber-Sabotage. Darüber hinaus ist die Steuerung über eine Mobilfunk-Failover-Lösung von jedem Ort aus verfügbar.

Oft vermeiden Out-of-Band-Management-Lösungen somit den Vor-Ort-Support. Wenn dieser doch nötig sein sollte, ist der zuständige Techniker meistens schon so weit informiert, dass er das passende Ersatzteil oder ein neues Gerät dabei haben könnte, um das Problem zügig zu lösen.

* Dirk Schuma ist Sales Manager Europe bei Opengear.

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