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Damit die Netze laufen Was ist ein Netzwerkserver?

Autor / Redakteur: lic.rer.publ. Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

Auch das Firmennetz braucht eine Ordnungs- und Kontrollinstanz. Diese Aufgabe übernimmt in der Regel ein Netzwerkserver.

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Auf dem Netzwerkserver läuft das Netzwerkbetriebssystem.
Auf dem Netzwerkserver läuft das Netzwerkbetriebssystem.
(Bild: © djama - stock.adob.com)

Rechner haben ein Betriebssystem – Netze auch. Ihre Existenz ist grundlegend mit der der Netzwerkserver verbunden. Wer sich schon eine Weile an in der IT bewegt, wird sich sicher an das seit 1983 und für eine ganze Weile existierende Netzwerk-Betriebssystem „Novell Netware“ erinnern.

Später kamen „Unix“-Varianten („Xenix“) und das auf „MS-DOS“ angelegte „PC LAN“ von Microsoft und IBM groß in Mode, 1990 der zusammen mit 3Com entwickelte „MS LAN Manager“. Außerdem gab es mit Banyan Vines und Apples eigenen Netzwerktechnologien noch zwei Rivalen.

Ab 1993 wanderte die Vernetzungsfunktion dann in den Leistungsumfang der „Windows“- und Unix-Serverbetriebssysteme ein und ist dort verblieben.

Der Netzwerkserver als Herz des Netzes

Netzwerkbetriebssysteme oder die Netzfunktionen der vorhandenen Betriebssysteme laufen in der Regel auf einer früher grundsätzlich separaten physischen und recht leistungsstarken Maschine, einem dedizierten Server also. Heute kann man diese Funktionen auch auf einer virtuellen Maschine unterbringen.

Man bezeichnet sowohl die physische als auch die virtuelle Implementierung des Netzwerkbetriebssystems naheliegenderweise als Netzwerkserver, Netzserver oder LAN-Server. Er stellt den ans Netz angeschlossenen Clients die für die Kommunikation nötigen Protokollstapel und Netzwerkdienste wie Kommunikation übers Netz, netzweites Drucken, netzweiter Zugriff auf File-Server zur Verfügung. Außerdem werden über den Netzwerkserver die IP-Adressen an die einzelnen Clients vergeben.

Typischer Netzwerkserver auf Intel-Basis für mittelständische Unternehmen
Typischer Netzwerkserver auf Intel-Basis für mittelständische Unternehmen
(Bild: RA Micro)

Auf dem Netzwerkserver in klassischen Netzen werden auch Nutzer angelegt, gelöscht, mit Rechten ausgestattet, Clients eingebunden, Drucker und andere allgemein nutzbare Komponenten im Netz installiert und Zugriffsrechte festgelegt. Er übernimmt gegebenenfalls auch die Steuerung von Netzelementen wie Switches. Über den Netzwerkserver in logisch voneinander getrennte Bereiche, so genannte virtuelle Local Area Networks (LANs), aufgeteilt.

Redundanz ist dringend nötig

Versagt der Netzwerkserver oder wird er kompromittiert, geht im Netz nichts mehr – es sei denn, man betreibt einen redundanten Server, der aktiv mitläuft oder in Aktion tritt, sobald der primäre Server versagt. Meistens sind physische Netzwerkserver zudem intern mit redundanten, im Betrieb auswechselbaren kritischen Komponenten wie Stromversorgung, Lüfter oder Festplatten ausgerüstet. Wird der Netzwerkserver als virtuelle Instanz implementiert, ist es wichtig für ausreichenden Ressourcenzugriff zu sorgen.

Die Rolle softwaredefinierter Netztechnologien

Durch die Virtualisierung der Netzwerktechnologie in Form von Software-Defined Networking (SDN) werden die Netzwerkfunktion inzwischen mehr und mehr disaggregiert: Höhere Netzwerkfunktionen wie Verschlüsselung, VPN oder qualitätsgemanagte Übertragung bestimmter Applikationen können bei Bedarf über einen virtuellen Controller irgendwo im Netz aktuell und verbindungsweise bereitgestellt und bei Wegfall des Bedarfs automatisch wieder gelöscht werden. Grundlegende Verbindungstechnologien werden weiter auf einem zentralen Netzwerkserver vorgehalten.

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Über den Autor

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

lic.rer.publ. Ariane Rüdiger

Freie Journalistin, Redaktionsbüro Rüdiger