Schürfen nach digitalem Gold

Techbold stellt ersten Mining-Computer für Jedermann vor

| Redakteur: Ulrike Ostler

Das österreichische Start-up Techbold bietet sechs Varianten eine Cryptomining-Servers an: Im Bild: "Bold. Mining Rig Compact" für rund 3600 Euro; abholbereit in 3 bis 5 Tagen.
Das österreichische Start-up Techbold bietet sechs Varianten eine Cryptomining-Servers an: Im Bild: "Bold. Mining Rig Compact" für rund 3600 Euro; abholbereit in 3 bis 5 Tagen. (Bild: Techbold)

Man kann fast schon von einem „digitalen Goldrausch auf Kryptowährungen“ sprechen. Denn die Bedeutung Blockchain-basierter Zahlungsmethoden wie Bitcoin, Ethereum, Zcash, Monero und Litecoin ist in den letzten Monaten extrem gestiegen. Sechs Mining-Computer sollen das Schürfen selbst Privatanwendern ermöglichen.

Die wachsende Nachfrage nach Kryptowährungen sorgte für eine Explosion der Kurse. Der des Bitcoins (BTC) hat sich in den letzten sechs Monaten fast vervierfacht, der vom Ethereum (ETH) verzehnfacht.

Unter „Mining“ wird generell das Aufzeichnen und Sichern von verschlüsselten Transaktionen verstanden. Da diese verteilt und rund um die Uhr laufen, werden die Aktivitäten der Transaktionen, die in einem definierten Zeitraum innerhalb des Netzes stattgefunden haben, in einer Liste, genannt Block, zusammengefasst. Der Grund: Die Transaktionen müssen nachvollziehbar sein und zugleich muss dafür gesorgt werden, dass es keine Inflation der digitalen Währungen gibt.

Ein bestätigter Block wird in ein virtuelles „Kontenbuch“ übertragen, die Blockchain. Die Übertragung in die Blockchain erfolgt zur Sicherung erst nach einer Verschlüsselung des Blocks.

Damit wird deutlich, dass das Mining nicht nur ungeheuer rechenintensiv ist, sondern auch jede Menge Strom zieht. In einem Facebook-Kommentar auf einen der DataCenter-Insider-Artikel („Kryptische Währungen, Ist Ethereum das bessere Bitcoin?“) gab Marcel Edler an, er arbeitet bei einem Rechenzentrumsbetreiber, der Mining hostet, dass dabei „pro Quadratmeter Rechenzentrumsfläche 80 Kilowatt Wärmelast“ anfalle, die zudem noch entsprechend abgeführt und gekühlt werden muss. „So ein Miner kann bis zu 2,4 Kilowatt verbrauchen und ist nur so groß wie ein handelsüblicher PC“, erläuterte er.

Das Techbold-Angebot

Das österreichische Unternehmen Techbold will nun allen Kryptominern und allen die es in Zukunft werden wollen, „Bold. Mining Rigs“ an. Das seien „kompakte und Energie-effiziente Hochleistungscomputer, die eigens für das Mining von Ethereum, Zcash, Monero und Litecoin entwickelt wurden“. Die Systeme zeichneten sich technisch laut Anbieter vor allem durch einen Aspekt aus: Sie seien auf maximale Leistung bei geringstmöglichem Stromverbrauch optimiert.

Die Rechner kommen optional mit einem Optimierungs- und Software-Paket, das jedem - auch ohne große Computer Kenntnissen- ermögliche, den Bold. Mining-Computer anzustecken und sofort „loszuminen“, so der Anbieter. Dieses Paket nennt er „Plug & Mine“.

Techbold-Gründer Damian Izdebski sagt: „Kryptowährungen sind nicht mehr aufzuhalten und jeder sollte sich damit beschäftigen. Unser Team kann auf eine fast 20jährige Erfahrung im Design und Produktion von individuellen Computern zurückgreifen. Unser Ziel war es, dem an Kryptowährungen interessierten User ein verlässliches Werkzeug zur Seite zu stellen.“ Darüber hinaus heizt er die Goldgräberstimmung weiter an: „Für die Rentabilität des Minings ist neben dem Strompreis vor allem die künftige Kursentwicklung der jeweiligen Kryptowährung entscheidend. Wenn die Nachfrage nach Kryptowährungen weiterhin anhält, können sich diese Geräte in wahre Gelddruckmaschinen verwandeln.“

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Über Techbold

Die „Gelddruckmaschinen“ für Glücksritter

Das soll wie folgt funktionieren: Kryptowährungen greifen auf privat zur Verfügung gestellte Rechenleistung zurück und belohnen diese mit finanziellen Anreizen in der jeweiligen Währung. Die Miner können die digitale Währung dann entweder direkt ausgegeben oder in Euro umtauschen.

Laut Anbieter Techbold sei diese Einkommensart bis jetzt aufgrund der technischen Komplexität Computer-Nerds mit tiefen Fachkenntnissen vorbehalten gewesen. Eigene Computer, so genannte „Mining Rigs“ mit zahlreichen Hochleistungs-Grafikkarten ausgestattet, die für die notwendige Rechenleistung sorgen, seien in „abenteuerlichsten Konstruktionen oft amateurhaft zusammengeschraubt“ gewesen.

Konfigurationsbeispiel: Bold. Mining Rig Compact

Nach Anbieterangaben eignet sich die Hardware als professionelles Krypto-Mining Rig für Ethereum, Ethereum Classic, Monero, Expanse, Zcash und PascalCoin.

Die Mining-Leistung beziehungsweise Hash Rate mit Plug & Mine Software beträgt:

  • 152 MH/Sek. Ethereum
  • 2.000 sol/Sek. Zcash
  • 560 Watt Stromverbrauch

Die Hardware besteht im Wesentlichen aus

  • einem rackmount-fähigem 19-Zoll-Industriegehäuse-Gehäuse:
  • 6 Grafikkarten "Nvida Geforce GTX 1060" mit 6 Gigabyte GDDR5
  • demMainboard "Asrock H81 Pro BTC 2.0", "LGA1151"
  • dem Prozessor "Intel G3900 1151 Skylake" und besitzt
  • 8 Gigabyte DDR4 RAM Hauptspeicher
  • 120 Gigabyte SSD und das
  • „Supermicro 80 Plus Platinum“-Netzteil liefert 1.200 Watt
  • Zur Kühlung sind 6 Industrielüfter bestimmt.

Die Preise der Bold. Mining Computer beginnen bei 3599 Euro für das Modell mit 6x „Nvidia GTX 1060“-Grafikkarten und enden beim Modell „Bold. Mining Rig Compact“ mit 8x „Nvidia GTX 1070“-Grafikkarten, die ansonsten in Gaming-PCs zum Einsatz kommen, und dem Plug & Mine Paket bei 6199 Euro.

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www.peerschweinchen.de gibts schon länger  lesen
posted am 21.09.2017 um 13:09 von Unregistriert


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