Wasser-Kältekreislauf im Rack reduziert CO2-Footprint im Datacenter

Stulz Cyber Blue kühlt Rechenzentren mit Wasser, ohne Chemie

| Redakteur: Ulrike Ostler

Geräte der Stulz Cyber-Blue-Serie, die per Direktverdampfung von Wasser Kühlung für Rechenzentren liefern. sollen eine Kälteleistung von je 45 Kilowatt besitzen.
Geräte der Stulz Cyber-Blue-Serie, die per Direktverdampfung von Wasser Kühlung für Rechenzentren liefern. sollen eine Kälteleistung von je 45 Kilowatt besitzen. (Bild: Stulz GmbH Klimatechnik)

Als „Weltneuheit“ bezeichnet Roger Belloff, Vetriebsleiter bei Stulz in Deutschland, das Klimasystem „Cyber Blue“. Die Technik erübrigt den Einsatz von Umwelt-belastenden Kältemedien bei der Kühlung von Rechenzentren. Grundlage der neuen Technik ist die Direktverdampfung von Wasser mittels eines magnetgelagerten Turboverdichters aus hochfestem Material.

Chemische Kältemittel stehen aufgrund ihrer schlechten Umweltverträglichkeit seit Längerem in der Kritik. Das System Cyber Blue von Stulz soll den Einsatz von Umwelt belastenden Kältemedien bei der Kühlung von Rechenzentren jetzt überflüssig machen.

In dem Kälte-Erzeugungsverfahren stecken insgesamt 10 Jahre Entwicklungsarbeit eines deutschen Forschungsteams. Geräte der Cyber-Blue-Serie sollen eine Kälteleistung von je 45 Kilowatt liefern.

Im Unterschied zu offenen Klimatisierungssystemen auf Basis von Wasserverdunstung bildet Cyber Blue den für die Kälte-Erzeugung zuständigen Carnot-Kreisprozess vollständig in einem geschlossenen Kältekreislauf ab. Durch die Turboverdichtung im Unterdruckverfahren müssen keine chemischen Kältemittel im Kältekreislauf eingesetzt werden. Damit entfallen auch potenzielle Gefährdungen für Umwelt und Gesundheit, die durch den Umgang mit solchen Arbeitsstoffen entstehen können.

Grob-Vakuum erhöht die Betriebssicherheit

Neben dem Verzicht auf chemische Kältemittel bietet Stulz Cyber Blue im Rechenzentrumsbetrieb eine ganze Reihe weiterer Vorteile. So wird beispielsweise die Gefahr von Leckagen technisch minimiert, da der Kälte-Erzeugungsprozess in einem Rohrleitungssystem mit Grob-Vakuum stattfindet.

Auch in puncto Energieverbrauch setze Cyber Blue neue Maßstäbe, teilt der Hersteller mit. Das Verfahren macht sich die guten Wärmeträgereigenschaften von Wasser gezielt zunutze und erreicht so thermodynamische Wirkungsgrade, die deutlich über der Energie-Effizienz herkömmlicher Lösungen liegen.

Darüber hinaus weist Cyber Blue durch konsequente Reduktion der Kältekomponenten insgesamt sehr geringe Übertragungsverluste auf. Denn es werden keine zusätzlichen Pumpen und Ventile benötigt.

Freie Kühlung ist integriert

Das blaue Licht, das Stulz dem Klimasystem gönnt, soll Wasser und Kühle sichtbar werden lassen.
Das blaue Licht, das Stulz dem Klimasystem gönnt, soll Wasser und Kühle sichtbar werden lassen. (Bild: Stulz GmbH Klimatechnik)

Die Kälteleistung wird direkt über teillastgeregelte Verdichterräder gesteuert. Jede Anlage verfügt dabei über drei modulare Kälte-Erzeuger.

Um den Energieverbrauch zu optimieren, schalten sich diese je nach benötigter Klimatisierungsleistung einzeln zu. Auch eine Freikühlfunktion ist standardmäßig in den Cyber-Blue-Systemen integriert. Durch das Funktions- und Konstruktionsprinzip sind hierzu keine zusätzlichen Bauteile notwendig.

Wer bei Stulz auf dem CeBIT-Messestand von Schäfer IT-Systems war, durfte bereits einen Blick auf das neue System erhaschen, wenngleich es dort noch abgedeckt war. Doch befinden sich bereits mehrere Cyber-Blue-Klimasysteme im Live-Einsatz zweier namhafter Rechenzentrumsdienstleister. Die generelle Verfügbarkeit wird jedoch noch bekannt gegeben.

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