Im Herzen des Rechenzentrums

Sieben Argumente pro Mainframe

| Redakteur: Wilfried Platten

Moderne Zeiten: Der Mainframe ist nach wie vor das Herz vieler Rechenzentren.
Moderne Zeiten: Der Mainframe ist nach wie vor das Herz vieler Rechenzentren. (Bild: Fujitsu)

Das Pflänzchen Mainframe blüht im Verborgenen. Wobei es sich eigentlich eher um eine kräftige ausgewachsene und ausgereifte Pflanze handelt. Und die hat im Rechenzentrum aus guten Gründen offensichtlich noch ein langes Leben vor sich.

Laut einer Umfrage der britischen Beratungsfirma Arcati Group wollen mehr als 30 Prozent der Unternehmen, die Mainframes einsetzen, noch im laufenden Jahr die Rechenkapazität ihrer Systeme erhöhen. Eine Reduzierung der Mainframe-Systemleistung, etwa wegen der Verlagerung auf andere Systemplattformen, steht dagegen nur bei deutlich weniger als 10 Prozent der Nutzer auf dem Plan.

Mainframes werden somit auch künftig eine zentrale Rolle in Rechenzentren spielen, speziell im Verbund mit anderen Server-Systemen. Für ihren Einsatz sprechen handfeste Gründe:

1. Exzellente Kosteneffizienz und niedrige Total Cost of Ownership (TCO)

Mainframes weisen dank des hohen Automatisierungsgrads und Verfügbarkeit eine deutliche höhere Effizienz und niedrigere Betriebskosten auf als verteilte Plattformen, insbesondere bei Lastspitzen und hohen User-Zahlen. Laut Studien der Marktforschungsgesellschaft Arcati liegen die TCO von konsolidierten Linux-/Unix-Umgebungen um 35 Prozent höher, bei verteilten Windows-/Unix-IT-Infrastrukturen um 80 Prozent.

2. Hohe Verfügbarkeit, Ausfallsicherheit und Kontinuität

Mainframes bieten seit je her maximale Verfügbarkeit . Das untermauert auch eine aktuelle Umfrage bei Mainframekunden von BMC. Damit eignen sich solche Rechner vor allem für geschäftskritische Anwendungen, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen müssen, etwa Online-Buchungssysteme oder OLTP-Datenbanken (Online Transaction Processing). Die Hochverfügbarkeit wird mithilfe von Fail-over-Server-Clustern sicherstellt. Dank High-Availability-Konzepten ist es möglich, geschäftskritische Services und Anwendungen ohne Systemstillstand weiter zu betreiben und die Geschäftskontinuität sicherzustellen.

3. Hohes Sicherheitsniveau

Für Mainframes lassen sich Sicherheitskonzepte für jeden Anspruch entwickeln, bis hin zu individuellen Konzepten mit Schnittstellen zu Kryptografie-Funktionen und speziellen Co-Prozessoren für die Verschlüsselung. Damit sind Firmen und öffentliche Einrichtungen in der Lage, sensible Daten nachhaltig auch vor Cyber-Attacken zu schützen.

4. Hohe Performance und Transaktionsleistung

Mainframes bieten speziell bei transaktionsintensiven Anwendungen, auf die gleichzeitig Tausende von Usern zugreifen, ein Leistungsniveau, das andere Systemarchitekturen nicht annähernd erreichen. Und die Anforderungen in puncto Performance werden noch steigen, etwa durch die starke Zunahme mobiler Nutzer. Mainframes und die entsprechenden Betriebssysteme und Anwendungen sind in ihrer Grundarchitektur für den Multiprozessor-Betrieb ausgelegt. Damit verbunden ist eine hohe Skalierbarkeit, die dem Anwender eine einfache Anpassung an geänderte Performance-Anforderungen erlaubt.

5. Einheitliches Management

Hardware, Systemsoftware und Anwendungen lassen sich mithilfe eines einheitlichen intelligenten Systemmanagements verwalten. Es sorgt permanent für eine optimale Auslastung der Systemressourcen und stellt Basisdienste wie Backup, Archivierung und Drucken bereit.

6. Hoher Automatisierungsgrad

Zentrale Funktionen wie die Systembedienung, oder das Abarbeiten von Jobs über die Grenzen von Betriebssystemen hinweg können vollständig automatisiert werden. Das gilt auch für virtualisierte IT-Ressourcen. Die Vorteile: Weniger Personal und manuelle Eingriffe, eine niedrigere Fehlerquote und damit geringere Betriebskosten.

7. Universelle Plattform

Die Serverkonsolidierung ist ebenfalls ein Trend, beziehungsweise eine Entwicklungen die dem Mainframe in die Karten spielt. Ein gutes Beispiel dafür ist die Arbeitsteilung im Kontext hybrider Mainframe-Plattformen. Dabei arbeitet der Mainframe im Verbund mit x86-Servern, auf denen neben Linux und/oder Windows auch ein Mainframe-Betriebssystem läuft.

Next Generation

Auguren sprechen in diesem Zusammenhang vom Next Generation Mainframe (NGM). Was darunter zu verstehen ist, erläutert Achim Dewor, Director Mainframe Marketing bei Fujitsu: „Next Generation Mainframe bedeutet für uns die nächste logische Stufe in der Hybridisierung des Mainframes, die wir mit der kommenden SE-Serie umsetzen werden. Bislang ist es möglich, auf den kleineren und mittleren x86-basierten SQ-Systemen parallel BS2000/OSD, Linux oder Windows einzusetzen. Mit SE realisieren wir jetzt auch eine hybride Hardware-Basis, die /390- und x86-Architektur hartverdrahtet in einer Maschine unter einer gemeinsamen systemübergreifenden Administration kombiniert. Die Nutzung des Mainframes wird dadurch weitaus flexibler, etwa bei verteilten oder plattformübergreifenden Anwendungen.“

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