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Citrix zwischen zwei Rechenzentren Server-Virtualisierung bei Bechtle

Autor / Redakteur: Götz Güttich / Ulrike Ostler

Das Bechtle Competence Center Virtualisierung virtualisiert einen Teil seiner Rechenzentren mit Citrix-Produkten wie „Xen Server“ und „Netscaler“. Gründe für die Virtualisierungslösung, ihre Vorteile und ihre Besonderheiten im praktischen Einsatz lassen sich hier nachvollziehen.

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Das Bechtle Competence Center in München und das virtualisierte Rechenzentrum des in Friedrichshafen des Dienstleisters sind über Citrix-Produkte vernetzt.
Das Bechtle Competence Center in München und das virtualisierte Rechenzentrum des in Friedrichshafen des Dienstleisters sind über Citrix-Produkte vernetzt.

Bechtle verfolgt bei wichtigen Angeboten die Strategie, die zugrundeliegenden Technologien nicht nur den Kunden anzubieten, sondern sie auch selbst im eigenen IT-Netzwerk einzusetzen. Die Gründe dafür: Zum einen stellt dieser Ansatz den besten Weg dar, um die Kompetenz der eigenen Mitarbeiter auf dem höchstmöglichen Niveau zu halten.

Nur Mitarbeiter, die eine Lösung selbst verwenden, kommen mit all ihren Vor- und Nachteilen in Kontakt. Auf diese Weise eignen sie sich ein tiefgehendes Fachwissen an, das später beim Einsatz beim Kunden unersetzlich ist.

Zum anderen spielt auch die wirtschaftliche Effizienz einer Lösung eine wichtige Rolle: die Umgebung muss bezahlbar sein, sonst bringen die besten Features unterm Strich keine Vorteile.

Warum Server-Virtualisierung?

Zu den beiden eben genannten Argumenten kommen noch diverse andere hinzu. So erwarten die Analysten von Gartner in den nächsten Jahren eine Vielzahl weiterer Entwicklungen, die Unternehmen generell zwingen werden, zusätzlich Kosteneinsparungen vorzunehmen. Dazu gehören unter anderem Prozessautomatisierung, Unified Communication, Hybrid Cloud Computing, neue Client-Architekturen und Infrastructure Convergence. Es ist also zu erwarten, dass Virtualisierung immer mehr zum Standard wird und dass sich die Betriebssysteme immer stärker in die Virtualisierung integrieren.

Bei der Auswahl der virtuellen Server-Landschaft spielten für Bechtle mehrere Faktoren eine Rolle. So setzte das Unternehmen für die Virtual Desktop Infrastructure (VDI) bereits auf Lösungen von Citrix (siehe: „Desktop-Virtualisierung bei Bechtle, Von VDI über Terminal-Services bis zu Applikationsvirtualisierung“). Die dabei gemachten guten Erfahrungen führten dazu, auch im Server-Bereich den für Citrix-Umgebungen optimierten Xen Server zu verwenden. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielte – wie eben angesprochen - der Preis, hier konnte der kostenlose Citrix Xen Server besonders punkten.

Aufbau der Server-Virtualisierung

Bechtle verfügt über mehrere Rechenzentren für den eigenen Bedarf. Unter anderem über ein Rechenzentrum im Competence Center in München und über ein Rechenzentrum in Friedrichshafen. Diese beiden Rechenzentren arbeiten redundant und realisieren umfassende Sicherheits- und Verfügbarkeitsszenarien.

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Konkret arbeiten in München mehrere XenServer, die die VDI-Umgebung und die Terminal Services bereitstellen, während in Friedrichshafen ein weiterer XenServer Backup-Aufgaben wahrnimmt. „Xen Desktop“-, „Xen App“-, Datenbank- sowie Domain-Server und ähnliches sind in beiden Rechenzentren vorhanden. Die Verbindung zwischen den Rechenzentren läuft über virtuelle Netscaler-Appliances auf Xen-Server-Basis.

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Das Anwendungsszenario in Kürze

Die Server-Virtualisierung auf Basis von Citrix Xen Server in Verbindung mit den Citrix Lösungen Xen App und Xen Desktop versetzt Bechtle nicht nur in die Lage, ein Ausweichrechenzentrum in Friedrichshafen zu betreiben, sondern ermöglicht es gleichzeitig auch, dieses Rechenzentrum produktiv zu nutzen und Lastverteilung zwischen den beiden vorhandenen Rechenzentren durchzuführen sowie für hohe Ausfallsicherheit zu sorgen. Da die Niederlassungen über eine verschlüsselte Layer-2-Verbindung auf NetScaler-Basis verbunden sind, verwendet der IT-Dienstleister über sein ganzes Netzwerk hinweg eine einheitliche Netzwerkkonfiguration. Das erleichtert das Hin- und Herschieben von Ressourcen und das Deployment neuer virtueller Systeme gewaltig.

Auf die gleiche Art und Weise binden die Verantwortlichen mit der eben vorgestellten Technologie auch Kundeninfrastrukturen an die Rechenzentren des IT-Dienstleisters an (etwa zu Backup-Zwecken) oder stellen eine Verbindung zwischen Außenstellen und Unternehmenszentralen her. Der größte Aufwand liegt dabei in der Planung – sind alle Parameter einmal festgelegt, so lassen sich die restlichen Schritte verhältnismäßig schnell und einfach konfigurieren.

Diese verbinden die Rechenzentren über eine so genannte „Open Cloud Bridge“ auf Layer-2 des OSI-Schichtenmodells. Abgesehen davon übernehmen sie die WAN-Optimierung und wickeln Logins für Benutzer, die von außen kommen, ab (mit Authentifizierung). Die IT-Verantwortlichen verwalten die Systeme über „Citrix Cloud Gateway“. Die übertragenen Daten sind mit Hilfe von SSL verschlüsselt.

Die Voraussetzung für Cloud-Services

In der Praxis greifen die Mitarbeiter remote auf die IT-Dienste zu und werden dann, je nach Last, auf eines der beiden Rechenzentren verteilt. Die Daten stehen in duplizierter Form in beiden Rechenzentren zur Verfügung.

Beim Ausfall eines Rechenzentrums stellt das System die Verbindungen der Anwender ohne User-Interaktion automatisch auf das verbleibende Rechenzentrum um, so dass die Nutzer nach wenigen Sekunden weiterarbeiten können. Die eben beschriebene Virtualisierungsumgebung gilt demzufolge als günstige Art und Weise zum Realisieren von Verfügbarkeitsszenarien. Sie ist darüber hinaus schnell, ressourcenschonend, leicht administrierbar und skaliert auch noch beliebig.

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