TechEd in Las Vegas SAP zielt mit Low Code auf die Fachabteilungen

Von Jürgen Frisch

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Eine Low-Code-Plattform mit Namen SAP Build hat SAP gerade eingeführt. Fachanwender ohne Programmiererfahrung können damit ohne großen Aufwand Systeme integrieren, Prozesse überwachen und Anwendungen entwickeln.

Low Code, Governance und E-Learning waren einige der Themen der SAP TechEd in Las Vegas.
Low Code, Governance und E-Learning waren einige der Themen der SAP TechEd in Las Vegas.
(Bild: © Norbert Steinhauser/SAP SE)

Citizen Developer ohne Programmierkenntnisse sollen mit einer Low-Code-Plattform die Digitalisierung unternehmensinterner Prozesse vorantreiben. Der Standardsoftwerker SAP hat auf seiner Hausmesse SAP TechEd in Las Vegas ein Angebot in dieser Richtung vorgestellt. Es nennt sich SAP Build und nutzt die Expertise derjenigen, die sich am besten im Unternehmen auskennen: die Mitarbeiter in den Fachabteilungen.

SAP Build ist ein Low-Code-Angebot auf Basis der SAP Business Technology Platform. Diese Plattform verschafft Anwendern Zugang zur Unternehmenstechnologie von SAP und direkten Zugriff auf durchgängige Prozesse und Daten sowie den notwendigen Kontext, um datengestützte Entscheidungen zu treffen. Anwender mit minimalen technischen Kenntnissen können damit Unternehmensanwendungen erstellen und erweitern, Prozesse automatisieren und Weboberflächen per Drag-and-Drop zu einem Prototyp zusammensetzen.

Innovative Anwendungen ohne Coding erstellen

„SAP Build bündelt leistungsstarke Unternehmensanwendungen auf einer Plattform, die eigens dafür konzipiert wurde, Geschäftsanwendern in kürzester Zeit neue Möglichkeiten zu eröffnen“, erläutert Jürgen Müller, Mitglied des Vorstands und Chief Technology Officer von SAP. „Die Lösung hilft Unternehmen dabei, sich in einem volatilen wirtschaftlichen Umfeld zukunftssicher aufstellen und maximalen Nutzen aus ihren Technologieinvestitionen zu ziehen.“

Durch die Integration in die Business-Process-Management-Lösung SAP Signavio verschafft SAP Build Anwendern einen vollständigen Überblick über ihre Prozesse. So wissen sie, worauf sie sich konzentrieren müssen, um die besten Ergebnisse hinsichtlich Innovationen und Automatisierung zu erzielen. Über 275.000 Prozess-Referenzpunkte von 4.000 Kunden und 1.300 anwendungsspezifische Workflows und Automatisierungen ermöglichen es Anwendern, sofort auf das gesamte in der SAP-Plattform integrierte Fachwissen zurückzugreifen.

„Die Nachfrage nach modernen digitalen Lösungen ist deutlich größer als die Kapazität der professionellen Entwickler, diese bereitzustellen“, sagt Arnal Dayaratna, Research Vice President Software Development von IDC. „Wir erwarten, dass in den nächsten zehn Jahren weltweit mehr als 100 Millionen Unternehmensanwender in die Entwicklung digitaler Lösungen einbezogen werden. Mit den Low-Code-Entwicklungslösungen von SAP Build können Geschäftsanwender ihr Fachwissen nutzen, um digitale Lösungen zu entwickeln und zu optimieren.“

Business Technology Platform steuert die Governance

Bei der auf Experience Management spezialisierten amerikanischen SAP-Tochter Qualtrics kommt SAPs Low-Code Lösung sehr gut an: „Dank SAP Build haben wir auf einfache Weise ein besseres Erlebnis für unsere Kunden geschaffen und gleichzeitig unsere Entwicklungskosten um 90 Prozent gesenkt“, berichtet Spencer Cook, XM Advocates Lead von Qualtrics. „Ich selbst habe in kürzester Zeit eine Anwendung entwickelt, die unser Referenzprogramm verbessert und die Kundenzufriedenheit steigert.“

Trotz der sehr einfachen Bedienung braucht der Umgang mit Low-Code-Lösungen eine strenge Governance, wie Christine Grimm berichtet, die beim Technologiekonzern Freudenberg als Director Process& Digital Technology Management für strategische IT-Entwicklung zuständig ist. Freudenberg ist in 40 Feldern unterwegs, unter anderem als Pkw-Zulieferer und als Hersteller der Reinigungsprodukte der Vileda-Serie. Das Unternehmen unterhält seit Jahren eine Partnerschaft mit SAP und nutzt unter anderem SAP/4HANA. Als Low-Code-Lösungen kommen sowohl SAP Build als auch Microsofts Power-Plattform zum Einsatz. Die Auswahl richtet sich nach dem Einsatzbereich der geplanten Anwendung: „Wollen unsere Fachanwender mit einer Low-Code-Anwendung auf SAP-Daten zugreifen, müssen sie SAP Build nutzen. Hier stellt die SAP Business Technology Platform über ein Berechtigungskonzept sicher, wer auf welche Daten zugreifen darf. Geht es hingegen um das Automatisieren einer Desktop-Anwendung, können unsere Fachabteilungen durchaus auch mit der Microsoft Power-Platform arbeiten.“

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Das bestätigt die Aussage von SAP, nach der SAP Build sämtliche Aspekte von Low Code zusammenbringt: „Für den Fachanwender erscheint die Lösung als integrierte Low-Code-Suite“, berichtet Thomas Saueressig, der als SAP-Vorstandsmitglied den Bereich Product Engineering leitet. „Durch die Integration von SAP Build mit der Business Technology Platform läuft im Hintergrund eine Governance. Die IT-Abteilung kann auf dieser Basis Leitplanken aufstellen, die den Umgang der Citizen Developer mit dieser Technologie in sichere Bahnen lenken.“

SAP schließt E-Learning-Kooperation für kostenlose Schulungen

Angesichts der Digitalisierung wird auch die Bedeutung professioneller Entwickler weiter wachsen. SAP will deshalb bis 2025 weltweit zwei Millionen Entwickler weiterbilden. Dazu haben die Walldorfer wird das kostenlose Schulungsangebot auf der SAP Learning Website verdreifacht. Um neue Zielgruppen zu erreichen, arbeitet der Standardsoftwerker eng mit der Lernplattform Coursera zusammen. „SAP hat ein Professional-Zertifikat auf Coursera eingeführt, das sich an Einsteiger mit unterschiedlichem Hintergrund richtet“, erläutert Jeff Maggioncalda, CEO von Coursera. „Ein Hochschulabschluss oder Branchenerfahrung sind keine Voraussetzungen für diese Kurse. Das Zertifikat bereitet Absolventen auf Einstiegspositionen in den aktuell meisten nachgefragten Bereichen vor.“

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