Software-Roboter in der Prozessautomatisierung gefragt

RPA-Markt soll bis 2020 kräftig zulegen

| Autor / Redakteur: Martin Hensel / Ulrike Ostler

Die robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA) wird insbesondere von den IT-Abteilungen vorangetrieben. Die wichtigsten Anwendungsbereiche sind: Einkauf, Logistik und Kundenbetreuung.
Die robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA) wird insbesondere von den IT-Abteilungen vorangetrieben. Die wichtigsten Anwendungsbereiche sind: Einkauf, Logistik und Kundenbetreuung. (Bild: gemeinfrei - xresch/Pixabay / CC0)

In den Regionen Deutschland, Österreich und Schweiz wird bis 2020 eine kräftig steigende Nachfrage nach robotergesteuerte Prozessautomatisierung (RPA) erwartet. Im Rahmen einer Studie hat die Information Services Group (ISG) den Markt untersucht.

Für die Studie wurden 248 repräsentativ ausgewählte Unternehmen zur aktuellen und zukünftigen Nutzung von RPA-Technologien in der DACH-Region befragt. Das zentrale Ergebnis der Erhebung zeigt, dass sich die gegenwärtig noch eher verhaltene Nachfrage bis 2020 massiv erhöhen wird. So zählt ein Drittel der Befragten schon jetzt zu den Pionieren dieser Technik und hat bereits mindestens zehn Geschäftsprozesse auf RPA umgestellt. Weitere 52 Prozent beschäftigen sich bereits mit der Planung erster Vorhaben.

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„Nur noch sechs Prozent der Befragten gaben an, bis 2020 weiterhin kein eigenes RPA-Projekt zu starten. Demgegenüber stellen 60 Prozent der Unternehmen in Aussicht, im Jahr 2020 mindestens zehn RPA-Prozesse aufgesetzt zu haben. Über die Hälfte der zuletzt genannten äußerte den Willen, dann mehr als 25 Geschäftsprozesse an Software-Roboter zu übergeben“, erklärt Andreas Lüth, Partner bei ISG und Head of Robotic Process and Cognitive Automation DACH.

Diese Werte sind im europaweiten Vergleich relativ hoch, wie eine zweite ISG-Erhebung zeigt: In der DACH-Region liegt das Interesse an der RPA-Technik etwa um ein Drittel über den Werten aus dem restlichen Europa.

Weitere Ergebnisse

Laut der Studie stiegen die RPA-Budgets im laufenden Geschäftsjahr gegenüber 2017 in 54 Prozent der Fälle um mindestens 10 Prozent. Bei jedem zwölften Unternehmen lag das Plus sogar bei über 20 Prozent. In der DACH-Region gehen 31 Prozent der RPA-Projekte auf Direktinvestitionen der IT-Abteilungen zurück, weitere 16 Prozent werden vom Shared-Services-Bereich lanciert.

Andreas Lüth, Partner bei ISG und Head of Robotic Process and Cognitive Automation DACH
Andreas Lüth, Partner bei ISG und Head of Robotic Process and Cognitive Automation DACH (Bild: ISG)

In den meisten Unternehmen zeichnet der CIO (80 Prozent) für die entsprechenden Entscheidungen verantwortlich, direkt gefolgt vom CFO (73 Prozent). Bei einem Drittel der Befragten übernimmt zudem ein Head of Automation Entscheidungskompetenz.

Als Hindernisse für die RPA-Einführung gelten vor allem Sicherheitsbedenken (43 Prozent) sowie Schwierigkeiten bei Governance, Risk & Compliance (GRC, 35 Prozent). Weitere Hemmnisse sind organisationspolitische Widerstände (33 Prozent), fehlende Rückendeckung durch die Führungsebene (30 Prozent) und unzureichende Unterstützung durch die IT (30 Prozent). Die häufigsten Anwendungsfelder für RPA sind Einkauf, Logistik und Supply Chain (44 Prozent) sowie Kundenbetreuung und Auftragsbearbeitung (43 Prozent). Branchenspezifische Prozesse liegen mit rund sieben Prozent ganz am Ende der Antwortskala.

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