Emissionsfreie Energieversorgung per Brennstoffzellen Rolls-Royce, Cellcentric und MTU investieren in H2-basierten Strom für Datacenter

Redakteur: Ulrike Ostler

Der Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems entwickelt auf Basis der Cellcentric-Wasserstoff-Brennstoffzellen CO2-freie, klimaneutrale und lediglich Wasserdampf emittierende MTU-Komplettsysteme zur Notstromversorgung von Rechenzentren. Cellcentric ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Daimler Truck AG und der Volvo Group AB. Eine erste Installation ist für 2023 geplant.

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Der Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems entwickelt auf Basis der Cellcentric-Wasserstoff-Brennstoffzellen CO2-freie, klimaneutrale und lediglich Wasserdampf emittierende MTU-Komplettsysteme zur Notstromversorgung von Rechenzentren.
Der Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems entwickelt auf Basis der Cellcentric-Wasserstoff-Brennstoffzellen CO2-freie, klimaneutrale und lediglich Wasserdampf emittierende MTU-Komplettsysteme zur Notstromversorgung von Rechenzentren.
(Bild: Rolls-Royce)

Rolls-Royce gehört zu den drei größten Lieferanten von Notstromsystemen für Rechenzentren. Rolls-Royce und Cellcentric wollen der Brennstoffzellentechnologie zum Durchbruch verhelfen: Die Technologie und die Zeit seien jetzt reif für den erfolgreichen kommerziellen Einsatz der Brennstoffzelle im stückzahlenträchtigen Massenmarkt, heißt es in einer gestrigen Mitteilung.

Einen ersten Auftritt für MTU-Brennstoffzellenelement gibt es bei der UN-Klimakonferenz „COP26“ in Glasgow, die noch bis zum 12. November dauert. Um genau zu sein: Auf dem Stand von Rolls-Royce ist auf dem 26. UN-Klimagipfel ist ein Brennstoffzellen-Element zu sehen: in einer klaren und repräsentativen Verkleidung. Ein H, das chemische Zeichen für Wasserstoff, bildet dabei die Frontblende.

Rolls-Royce präsentiert sein MTU-Brennstoffzellen-Element auf dem Stand des Unternehmens bei der UN-Klimakonferenz „COP26“ in Glasgow. Ein stilisiertes „H“ bildet die Frontverkleidung des modernen Gehäusedesigns.
Rolls-Royce präsentiert sein MTU-Brennstoffzellen-Element auf dem Stand des Unternehmens bei der UN-Klimakonferenz „COP26“ in Glasgow. Ein stilisiertes „H“ bildet die Frontverkleidung des modernen Gehäusedesigns.
(Bild: Rolls-Royce)

Solche Module mit einer Netto-Leistung von künftig je rund 150 Kilowatt – ausreichend, um zehn Einfamilienhäuser oder 50 Waschmaschinen mit Strom zu versorgen - sind die Basis für skalierbare Brennstoffzellen-Systeme im Megawattbereich als saubere Notstromversorgung für Rechenzentren. Nach der bereits erfolgten Inbetriebnahme eines Demonstrators in diesem Jahr, geht im Jahr 2022 eine weitere Anlage zu Demonstrationszwecken mit ungefähr 100 kW starken Modulen in Betrieb.

Pilotinstallationen im Jahr 2023

Die Unternehmen gehen davon aus, dass die ersten Pilotanlagen bei Kunden im Jahr 2023 installiert werden können: Die kommerzielle Markteinführung der Seriensysteme ist für das Jahr 2025 vorgesehen. Entwickelt werden die CO2-freien Lösungen rund um die Wasserstofftechnologie bei Rolls-Royce Power Systems in der eigens dafür geschaffenen Organisationseinheit Power Lab.

Vor allem Betreiber großer Rechenzentren, über die der Daten- und Telekommunikationsverkehr läuft, gelten als wichtige Kundengruppe. Rolls-Royce will dazu beitragen, dass die Energie-intensiven Rechenzentren ihren CO2-Fußabdruck deutlich verringern, indem sie auf Elektrizität aus fossilen Quellen verzichten können.

„Stromaggregate auf Basis von Brennstoffzellen sind für uns und unsere Kunden der nächste große Schritt in Richtung Energiewende“, sagt Andreas Schell CEO von Rolls-Royce Power Systems. „Deshalb investieren wir dafür über die nächsten Jahre einen dreistelligen Millionenbetrag in Forschung und Entwicklung und wünschen uns, dass dieses starke Bekenntnis Regierungen und Politik ermuntert, diese wegweisende, äußerst klimaschonende Technologie zu fördern und zu unterstützen.“

Denn Brennstoffzellen arbeiteten klimaneutral, wenn sie mit grünem Wasserstoff betrieben würden, der mit Energie aus erneuerbaren Quellen hergestellt sei. „Deshalb und weil wir von der Brennstoffzellentechnologie überzeugt sind, beschäftigen wir uns auch mit der Frage, wie klimafreundlicher Wasserstoff kostengünstig und in der erforderlichen Menge hergestellt werden kann.“

Die Kooperation

Die Kooperation mit Cellcentric bietet nach Angaben von Rolls-Royce die Möglichkeit, Brennstoffzellen-Module eines führenden Herstellers einzusetzen, der auf eine lange Entwicklungserfahrung zurückgreife. Der rasche Einsatz einer größeren Zahl an Modulen erlaube bei Cellcentric einen schnellen Serienhochlauf, während die Module noch für den Einsatz im Straßenverkehr vorbereitet werden. Der Einsatz der Cellcentric-Brennstoffzellen-Module für mobile Anwendungen ist für die zweite Hälfte des Jahrzehnts geplant.

Rolls-Royce bezieht künftig Brennstoffzellenmodule von Cellcentric als Basis für integrierte und CO2-freie Notromversorgungslösungen der Produkt- und Lösungsmarke MTU für Rechenzentren. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichnete jetzt (von links) Perry Kuiper (President Sustainable Power Solutions beim Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems), Andreas Schell (CEO von Rolls-Royce Power Systems), Dr. Matthias Jurytko (CEO Cellcentric) und Professor Dr. Christian Mohrdieck (CKCO von Cellcentric). Erste Pilotinstallationen bei Kunden sind für das Jahr 2023 geplant.
Rolls-Royce bezieht künftig Brennstoffzellenmodule von Cellcentric als Basis für integrierte und CO2-freie Notromversorgungslösungen der Produkt- und Lösungsmarke MTU für Rechenzentren. Einen entsprechenden Vertrag unterzeichnete jetzt (von links) Perry Kuiper (President Sustainable Power Solutions beim Rolls-Royce-Geschäftsbereich Power Systems), Andreas Schell (CEO von Rolls-Royce Power Systems), Dr. Matthias Jurytko (CEO Cellcentric) und Professor Dr. Christian Mohrdieck (CKCO von Cellcentric). Erste Pilotinstallationen bei Kunden sind für das Jahr 2023 geplant.
(Bild: Rolls-Royce)

CEO-Cellcentric Matthias Jurytko ergänzt: „Die wasserstoffbasierte Brennstoffzelle ist ein ganz entscheidender Baustein, um das Ziel einer CO2-neutralen Gesellschaft zu erreichen. Mit Rolls-Royce haben wir nun einen wichtigen Partner an unserer Seite, mit dem wir weitere Skaleneffekte erzielen wollen, um der Technologie zum Durchbruch zu verhelfen.“

Die Kooperation sende ein klares Signal an Politik und Wirtschaft: Beide Häuser seien von der Brennstoffzelle überzeugt und arbeiteten mit Hochdruck an ihrer Kommerzialisierung. Die richtigen Rahmenbedingungen hierfür müssten daher jetzt auf den Weg gebracht werden. Dies betreffe insbesondere das Thema Infrastruktur und damit die Erzeugung, Speicherung und den Transport von Wasserstoff.

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