Datacenter-Industrialisierung

Riesig, effizient, günstig - das Minen-RZ in Norwegen

| Redakteur: Ulrike Ostler

Das Rechenzentrum der Superlative "Lefdal Mine Datacenter", Måløy, entsteht in einer ehemaligen Mineralien-Mine, rund 500 Kilometer nordwestlich von Oslo.
Das Rechenzentrum der Superlative "Lefdal Mine Datacenter", Måløy, entsteht in einer ehemaligen Mineralien-Mine, rund 500 Kilometer nordwestlich von Oslo. (Bild: Rittal)

Rechenzentrum der Superlative: Auf 120.000 Quadratmetern soll in Måløy an der norwegischen Westküste das „Lefdal Mine Datacenter“ (LMD) mit einer Kapazität von 100 Megawatt entstehen. Erklärtes Ziel des Betreibers ist es, das Rechenzentrum zur Nummer 1 in Europa mit Spitzenwerten bei Kosteneffizienz, Sicherheit, Flexibilität und Nachhaltigkeit zu machen.

Mit einer Fläche von 120.000 Quadratmetern, verteilt auf fünf Ebenen, wird das Lefdal Mine Datacenter in einer ehemaligen Mineralien-Mine in Måløy, rund 500 Kilometer nordwestlich von Oslo, ein Rechenzentrum der Superlative. Für den Betrieb werden zu 100 Prozent erneuerbare Energien (Wind, Wasser) genutzt, die Kühlung erfolgt durch Meerwasser aus dem anliegenden Fjord.

Mit einem PUE (Power Usage Effectiveness) von unter 1,1 und den traditionell niedrigen Stromkosten bietet der norwegische Betreiber eine Lösung mit einem Höchstmaß an Energie-Effizienz. Kosteneinsparungen von über 40 Prozent gegenüber einem Cloud-Rechenzentrum in Deutschland sind möglich.

Um dies zu erreichen, setzt LMD beim Bau der IT-Infrastruktur flächendeckend auf standardisierte Rechenzentrums-Module. Diese liefert Rittal, das übrigens mit 33,3 Prozent an dem künftigen Rechenzentrum beteiligt ist, mit „Rimatrix S“. Die Infrsatruktur ist gemeinsam mit den Partnern LMD und IBM vorgefertigt, geprüft, skalierbar und schnell geliefert. In 2016 sollen die ersten Einheiten installiert und in Betrieb genommen werden. Der Rittal spricht vom „Beginn der Rechenzentrumsindustrialisierung“.

Das Leistungsspektrum umfasst zurzeit insgesamt fünf verschiedene Module mit zehn beziehungsweise zwölf Server-Racks und einem Netzwerk-Rack inklusive der Rittal Klimatisierungslösung „Liquid Cooling Package“ (LCP). Diese saugt die warme Server-Abluft an der Geräterückseite an, kühlt sie über Hochleistungs-Wärmetauscher ab und bläst die abgekühlte Luft wieder in den Kaltgang vor die Server-Ebene ein.

Redundante Stromverteilung und -absicherung sind ebenfalls bereits in das Rechenzentrumsmodul integriert. Je nach Leistungsanforderung können Kunden zwischen 5, 10 und 20 Kilowatt pro Rack wählen. Mit n+1 und 2n stehen zwei Redundanz-Möglichkeiten zur Wahl. Die Rechenzentrumsmodule können je nach Sicherheitsbedarf, zum Beispiel in Containern oder in Sicherheitsräumen, direkt in die Mine eingebracht werden.

Die Rechenzentrumsmodule von Rittal lassen sich je nach Sicherheitsbedarf, zum Beispiel in Containern oder in Sicherheitsräumen, direkt in die Mine verfrachten und einbauen.
Die Rechenzentrumsmodule von Rittal lassen sich je nach Sicherheitsbedarf, zum Beispiel in Containern oder in Sicherheitsräumen, direkt in die Mine verfrachten und einbauen. (Bild: Rittal)

Der Kunde hat sich somit für eine individuell passende Lösung entscheiden. Dabei nimmt er alle Vorteile der Standardisierung in Anspruch: Er erhält die vorgefertigte Rechenzentrumslösung deutlich schneller und kann dabei auf geprüfte, vorzertifizierte Systemkomponenten vertrauen. Das hat auch in puncto Skalierbarkeit enorme Vorteile: Steigt der Rechenzentrumsbedarf des Kunden, kann er zusätzliche Kapazitäten praktisch unbegrenzt zusätzlich erhalten.

Mit dem europaweit einzigartigen Angebot möchte LMD dem stetig steigenden Bedarf an Rechenzentrumsfläche nachkommen. Egil Skibenes, Chairman of the Board bei LMD, erläutert: „Allein bis 2020 sehen wir einen Bedarf von 60 neuen, großen Rechenzentren in Europa, verbunden mit einer jährlichen Steigerung der Investitionen von zehn bis zwölf Prozent.“

Wichtig sei, dass die Leistung schnell bereit stehe. Mit herkömmlichen, individuellen Lösungen könne dies nicht bewerkstelligt werden. Vielmehr sei schnell verfügbare Rechenzentrumsfläche gefordert, verbunden mit einem hohen Maß an Kosten- und Energie-Effizienz.

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Liebe Frau Ostler, wieder mal ein sehr interessanter Artikel wie Innovation und Effizienz im...  lesen
posted am 26.08.2015 um 19:38 von PStavirz


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