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Im Unterschied zu den virtuellen Desktops teilen sich bei Shared Desktops eine große Anzahl von Benutzern ein Betriebssystem auf einem Terminal-Server. Sie eignen sich für Bereiche oder Abteilungen eines Unternehmens, in denen ein identisches Applikations-Setup benötigt wird, zum Beispiel für SAP ERP oder Microsoft-Anwendungen wie „Word“, „Excel“ und „Powerpoint“. Unternehmen können eine solche Architektur unter anderem mit der Lösung Citrix XenApp aufbauen, die ein zentrales Hosting und Management von Applikationen im Rechenzentrum ermöglicht.

Auch Applikationen bieten Virtualisierungspotenzial
Ähnlich dynamisch und verteilt wie VDI- und Shared-Desktop-Lösungen können auch Applikationen bereitgestellt werden. Auch sie lassen sich zentral im Rechenzentrum betreiben und für den Multi-User-Zugriff vorhalten.
Applikationen, die sich für eine solche Virtualisierung anbieten, sind zum Beispiel die Microsoft-Office-Programme, Internet-Browser wie „Internet Explorer“ oder „Firefox“, E-Mail-Programme, der „Adobe Flash Player“ oder ERP-Lösungen von SAP und Sage. Prinzipiell eignet sich die Virtualisierung für Anwendungen, die von einer Vielzahl von Anwendern in identischer Art und Weise genutzt werden. Allerdings ist auch zu berücksichtigen, dass nicht alle Applikationen für einen Multi-Zugriff geeignet sind. Zu nennen sind hier zum Beispiel Eigenentwicklungen oder CAD- und CAE-Software.
Die Vorteile sind offensichtlich
Die Vorteile einer Client-Virtualisierung liegen auf der Hand: von der schnellen Desktop- und Applikationsbereitstellung über die hohe Sicherheit durch eine zentrale Datenhaltung bis hin zu einem vereinfachten, zentralen Management. Allerdings sollten auch die damit verbundenen Anforderungen im Vorfeld exakt analysiert werden. Das betrifft insbesondere die Sizing-Thematik im Rechenzentrum.
Insgesamt zeigt sich, dass Virtualisierung nicht nur ein Thema im Server- und Storage-Bereich sein muss. Ein umfassendes Virtualisierungskonzept sollte vielmehr auch die Desktop-Infrastruktur und Applikationslandschaft einbeziehen. Unterschiedliche Virtualisierungsprodukte ermöglichen es heute Unternehmen jeder Größe, die Ressourcen ihrer Hardware voll auszuschöpfen und eine sichere, kostengünstige Client-Infrastruktur aufzubauen.
* Michael Hohl ist Head of Datacenter Solutions bei der Transtec AG in Tübingen.
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