Zwei teure Appliances für Datenbank- und Middleware-Aufgaben Oracle lässt die Muskeln Hardware und Software spielen

Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Mit den zwei Spezialmaschinen, „Exadata“ und „Exalogic“, sorgt Oracle derzeit für Furore, weil sie dem Anwender dank integrierter Hard- und Software eine schnelle, sichere und einfach zu bedienende Lösung bieten.

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Nach Oracle-Angaben läuft Exadata bei Kunden aus der Finanzbranche ohne Tuning im Durchschnitt Faktor 9 schneller; trainiert ist die Datanebank-Maschine bis zum Faktor 19 schneller. Bild. R.B./Pixelio
Nach Oracle-Angaben läuft Exadata bei Kunden aus der Finanzbranche ohne Tuning im Durchschnitt Faktor 9 schneller; trainiert ist die Datanebank-Maschine bis zum Faktor 19 schneller. Bild. R.B./Pixelio
( Archiv: Vogel Business Media )

Die allererste Exadata-Maschine ging 2008 nicht an ein US-Unternehmen sondern nach Europa, noch dazu in den Osten. Christian Maar hatte sie bestellt für den größten virtuellen Marktplatz in Polen, der Shops für alle möglichen Branchen sowie eine Versteigerungsplattform à la Ebay bereit stellt.

„Wir verzeichneten bis zu 720 Millionen Zugriffe pro Tag und ich suchte nach einer Hochleistungslösung für das Datawarehouse“, beschreibt er die damaligen Anforderungen.

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Die Anfänge reichen bis ins Jahr 2005

Was er 2008 als Exadata-Maschine geliefert bekam, war bereits 2005 als Projekt „SAGE“ (Sage = Smart Storage for Oracle Database) angedacht worden. Der Trick war, die Datenbankfunktionen aufzuteilen:

Ein skalierbarer Datenbank-Server enthält die Datenbank. Er ist per Infiniband verbunden mit dem Storage Server, der neben den Disk-Arrays auch ein Stück Datenbanksoftware enthält und damit die Zugriffe auf die Platten managen soll.

Ursprünglich wollte Oracle als Datenbankspezialist eine portable Lösung für die unterschiedlichsten Hardware-Plattformen entwickeln. Das stellte sich aber als nicht machbar heraus und so nutzte man für die Version 1 von Exadata die Hardware von Hewlett-Packard. Acht Datenbank-Server waren über ein Infiniband-Netz mit einem Durchsatz von 20 Gigabyte/s mit 14 Storage-Zellen à 12 Festplatten inklusive Storage-Server-Software gekoppelt.

Der Leistungsschub der V1-Maschine war ziemlich gewaltig, weil dank der Logik im Storage Server weniger Daten über die interne Netzverbindung geschickt wurden, das System aber mit geringer Latenz die gesuchten Daten schnell identifizieren konnte. Es wirkte sich insbesondere auf Datawarehouse-Aufgaben mit großen Files günstig aus, wenn die Daten in einem ausbalancierten I/O-System möglichst gleichmäßig auf möglichst viele Platten verteilt sind. „Wir erhielten damals eine Datenbankabfrage, die mit dem alten System rund 24 Stunden dauerte innerhalb von 28 Minuten“, erinnert sich Maar an die Zeit in Polen mit der ersten Exadata-Maschine.

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