Zwei teure Appliances für Datenbank- und Middleware-Aufgaben

Oracle lässt die Muskeln Hardware und Software spielen

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Der Vorteil von HW, SW und Beratung aus einer Hand

Nicht einmal sechs Monate hat es gedauert, bis die erste Phase des Datawarehouse-Projekts abgeschlossen war und Maar die existierenden XSL- Und WWW-Reports überführt hatte. Jetzt hat er ein einheitliches System mit einheitlicher Terminologie und identischen Prozessen - und das alte Reporting-System abgeschaltet.

Derzeit nutzen 20 Power User die neue Umgebung mit zehn Dashboards – Tendenz steigend. Maar lobt besonders die neue Aktualität seiner Daten und die Schnelligkeit des Systems: „Die Datenauswertung und -aufbereitung passiert in Sekunden und Minuten und nicht mehr in Tagen oder Wochen wie früher“, freut sich der Manager. Und auch seine Mitarbeiter begrüßen das neue System, das dank Web-Interface einfach zu handhaben ist.

Christian Maar ist seit Oktober 2010 Vorsitzender der Geschäftsführung der Immonet GmbH in Hamburg. Davor war er Mitglied der Geschäftsführung von Allegro, dem größten E-Commerce Unternehmen Osteuropas (nach eBay größtes Online Auktionshaus weltweit und Marktführer im Online-Rubrikenmarkt). In seiner bisherigen beruflichen Laufbahn arbeitete Christian Maar auch in leitenden Funktionen bei Arcandor (ehemals KarstadtQuelle), IBM und Oracle. Quelle: Immowelt (Archiv: Vogel Business Media)

In Zukunft will Maar mit seinem System zusätzlich zu den Datawarehouse- und Business-Intelligence-Aufgaben noch komplexerer Auswertungen und Simulationen damit betreiben. Dann muss er wohl nachrüsten. Für Oracle kein Problem, kürzlich wurde das X2-Expansions Rack und die passende Hauptspeichererweiterung vorgestellt: Im Erweiterungs-Rack finden bis zu 18 Zellen à zwölf Disks Platz. Insgesamt addieren sich weitere 432 Terabyte Plattenkapazität und 6,75 Terabyte Flash-Speicher.

Was macht das System so schnell?

Natürlich sorgt die ausgefeilte Hardware mit schnellen Prozessoren, Festplatten, Flash-Speichern und Infiniband-Netzen für schnelle Abarbeitung von Datenbankaufgaben. Eine Besonderheit dürfte aber der Storage-Index sein, der im Hauptspeicher der Storage-Server sitzt.

Er reduziert überflüssige I/O-Zugriffe, indem er „irrelevante Datenbankblöcke aus den Speicherzellen ausschließt“, beschreibt eine technische Dokumentation des Herstellers das Tun. Über den speziellen Index werden alle Datenblöcke identifiziert. Bei einer Suche werden dann nur die relevanten Tabellen gelesen, die anderen sofort von einer weiteren Bearbeitung ausgeschlossen.

Vereinfacht gesagt, erfolgen bestimmte Suchanfragen im Storage-Server und der Speicherzelle. Der Effekt besteht darin, dass nur die relevanten Bytes und nicht alle betroffenen Datenbankblöcke zum Datenbank-Server übermittelt werden.

Um der steigenden Datenflut Einhalt zu gebieten, nutzt Oracle das Komprimierungsverfahren „Hybrid Columnar Compression“ (HCC), bei dem die Daten nicht Zeilen- sondern Spalten-orientiert gespeichert werden. „HCC eignet sich besonders für Datawarehouse-Aufgaben, für die viel gelesen wird, sich aber wenig ändert“, beschreibt Günther Stürner, Vice President Business Unit Server Technology das Einsatzgebiet.

HCC liefert Kompressionsraten um den Faktor 10 bis 50. Das bedeutet, dass 10 Terabyte Daten im Archiv auf 200 Gigabyte schmelzen.

Cloud in a Box und was noch?

Oracle hat bis jetzt rund 1000 Exadata-Maschinen, die seit neuestem auch SAP-zertifiziert sind, verkauft und installiert. Teilnehmer an Verkaufsveranstaltungen für diese Maschinen bemerken ein starkes Interesse der Anwender nach der integrierten Lösung: „Haben wollen, haben wollen, das war im Saal zu spüren“, beschreibt ein unabhängiger Beobachter die Stimmung.

Es scheint, als habe Oracle den Nerv der User getroffen, auch was die reduzierte Stellfläche und Stromaufnahme angeht. Mit dem Schwester-System „Exalogic“ schiebt der Hersteller eine integrierte Lösung für Middleware-Aufgaben nach. Diese Maschine – auch als Cloud-in-a-Box – bezeichnet, beschleunigt Java-basierende Anwendungen, die auf „Weblogic“-Server und anderer „Fusion“-Middleware laufen. Man darf gespannt sein, welche Spezialmaschinen Oracle noch präsentieren wird.

Die Autorin:

Kriemhilde Klippstätter ist Autorin, Coach und Mediatorin in München.

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