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Datacenter Netze aus schnellster Hardware und unabhängigem Betriebssystem Nvidia übernimmt Cumulus Networks

| Redakteur: Ulrike Ostler

Es ist die zweite Übernahme im Netzwerksegment, die GPU-Hersteller Nvidia in gut einem Jahr angekündigt hat. Die Übernahme von Mellanox Technologies für 6,9 Milliarden Dollar ist erst seit der vergangenen Woche über die Bühne. Jetzt wird sich Cumulus Networks mit Mellanox als Teil des Geschäftsbereichs Networking von Nvidia zusammenschließen.

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Nvidia greift sich Cumulus.
Nvidia greift sich Cumulus.
(Bild: Dimitris Vetsikas auf Pixabay)

Die Kaufsumme bleibt unbekannt, aber der Abschluss der Transaktion wird derzeit noch für das Jahr 2020 erwartet. Bis dahin bleiben Cumulus und Nvidia getrennte und eigenständige Einheiten im Umgang mit Kunden und Partnern.

Die geplante Networking-Einheit soll die Antwort auf das exponentielle Wachstum im Bereich Künstlicher Intelligenz- und Rechenzentrumsnetze sein. In der Mitteilung aus dem Hause Cumulus heißt es: „Gemeinsam werden wir die Kunden mit einem umfassenden Portfolio an Software, Systemen und Silizium unterstützen, die für den Aufbau eines modernen Rechenzentrums benötigt werden.“

Nvidia ist bereits führend in den Bereichen Accelerated Computing und KI. Nun aber könne das Unternehmen „das breiteste Portfolio an erstklassigen Bestandteilen von ASICs bis hin zu Analysen für die heutigen disaggregierten Netzwerke liefern“.

Trennung: Switch-Hardware und Software

Insbesondere gehe es um die Weiterentwicklung von „Cumulus Linux“ und „Cumulus NetQ“ für alle Plattformen. Dafür soll auch in Zukunft mit allen bisherigen Partnern zusammengearbeitet werden.

Josh Leslie, CEO von Cumulus Networks, schreibt: „Unser kombiniertes Unternehmen wird die branchenweit höchste Leistung, beschleunigte Datenverarbeitung, intelligente Netzwerke und Verbindungslösungen anbieten, um Ihren Anforderungen gerecht zu werden. Und wir werden die globale Reichweite haben, um sie an Hyperskale- und Unternehmensrechenzentren auf der ganzen Welt zu liefern.“

Gegründet wurde Cumulus Networks 2010 von JR Rivers und Nolan Leake. Seither hat das Unternehmen versucht, den Switch neu zu erfinden, durch die Trennung der (quelloffenen) Betriebssystemsoftware von der Hardware. Der Gedanke ist so ungewöhnlich nicht, da die Hyperscaler auch ihre eigenen Netzwerkbetriebssysteme und verschiedene Arten von Controllern nutzen.

Die Konkurrenzentwicklungen

Die Kunden von Arista Networks beispielsweise verwenden eine gehärtete Variante von Linux, das „Extensible Operating System“, um weitere Funktionen auf die Box des Unternehmens zu packen, in der die CPU, der FPGA und Switch-ASIC-Funktionen untergebracht sind. So schaffen es auch das „Switch Abstraction Interface“ (SAI) und eine Microsoft eigene Variante eines Netzwerkbetriebssystems „Sonic“, die ihrerseits auf „Open Network Linux“ läuft, und von Big Switch Networks entwickelt wurde. Big Switch wurde im Februar diese Jahres von Arista Networks geschluckt.

Aber auch andere Hardwarehersteller haben nicht geschlafen. In den Jahren 2015/2016 brachte Hewlett Packard Enterprise „Open Switch“ auf den Markt, ein Netzwerkbetriebssystem, das auf dem Linux-Kernel basiert und durch den „NOSes“ von Comware und Provision inspiriert wurde. Dell hatte Force10 Networks im Juli 2011 übernommen und brachte dann 2016 „FTOS NOS“ heraus.

Die Technik verfügt über ein eigenes Open-Source-NOS-Schnittstellen-Tool mit der Bezeichnung „Switchdev“, das mit Cumulus Linux als auch mit dem selbst entwickelten Betriebssystem „Onyx“ und dem „Microsoft Azure Networking Stack“ zusammenarbeiten konnten. Es stammt auch aus dem Jahr 2016. Aber das von Cumulus Networks geschaffene NOS gilt als das beliebteste unter den Open-Source-Systemen.

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