Nvidia wird zum Kapitalgeber, kassiert doppelt, riskiert mehr Nvidia tauscht GPUs gegen Cloud-Einnahmen von Partnern

Von Daniel Schrader 2 min Lesedauer

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Nvidia öffnet mit einem neuen Modell seine Rechenplattform für kleinere Cloud-Anbieter. Statt Nvidia-Hardware in einem Zug zu kaufen, zahlen Partner die Hardware ab und treten zugleich einen Teil ihrer Cloud-Einnahmen an Nvidia ab. Im Gegenzug trägt Nvidia das Risiko für die Auslastung der Partner mit.

Nvidia bietet kapitalschwächeren Cloud-Anbietern KI-Beschleuniger gegen Nutzungsgebühren und Gewinnbeteiligung an. (Bild:  Nvidia)
Nvidia bietet kapitalschwächeren Cloud-Anbietern KI-Beschleuniger gegen Nutzungsgebühren und Gewinnbeteiligung an.
(Bild: Nvidia)

Nvidia stellt eine neue Option für Kunden vor, ohne große einmalige Investitionen an Nvidia-Beschleuniger zu kommen. Adressiert werden ausdrücklich regionale Cloud-Betreiber, sogenannte Neoclouds (auf KI spezialisierte GPU-Vermieter), sowie Modellentwickler und Inferenz-Anbieter. Laut Nvidia haben solche Anbieter oft Schwierigkeiten, Kapital für den Kauf großer Mengen an GPUs und den Aufbau von Rechenzentren zu erhalten. Zwar hätten sie oft lukrative, langfristige Kundenverträge vorzuweisen. Banken und andere Kreditgeber seien dennoch skeptisch gegenüber den sehr großen geforderten Startinvestitionen.

Vom Chiplieferanten zum Umsatzbeteiligten

Nun bietet Nvidia solchen Partnern Zugang zu KI-Hardware ohne hohe Startinvestitionen an. Dafür zahlen die Partner die Nvidia-Beschleuniger über einen nicht näher spezifizierten Zeitraum ab. Zugleich beteiligen sie Nvidia an einem Teil ihrer eigenen Cloud-Erlöse. Einerseits sichert sich Nvidia so zwei laufende Einnahmequellen. Andererseits tritt der Hardware-Gigant als Kreditgeber gegenüber den Cloud-Partnern auf, der seine Hardware sofort bereitstellt, Hardware-Kosten aber nur über längere Zeit zurückerhält.

Die ersten beiden Cloud-Kunden sind Sharon AI aus Australien und Firmus Technologies aus Singapur. Laut Medienberichten habe Sharon AI einen sechsjährigen Vertrag mit Nvidia geschlossen und plane die Bereitstellung von 72 Megawatt KI-Kapazität auf Basis des Nvidia-Referenzentwurfs für KI-Datacenter „DSX AI“ mit 40.000 „Blackwell GB300“ GPUs. Firmus bestätigt in der Nvidia-Ankündigung, das Unternehmen wolle einen „DSX AI“-Campus im indonesischen Batam für 360 Megawatt Leistung mit bis zu 170.000 Nvidia-GPUs aufbauen. Der Partner und Datacenter-Betreiber Dayone errichtet die Anlage, die im ersten Quartal 2027 in Betrieb gehen soll.

Die Umkehr der Zirkelfinanzierung?

Die bisherigen Finanzierungsaktivitäten von Nvidia trafen regulär auf Kritik eines zirkulären Mechanismus: Nvidia investiert oft Eigenkapital in Kunden, welches dann über GPU-Bestellungen zurückfließt, womit Nvidia einen Teil der Nachfrage nach eigener Hardware selbst erzeugt. So etwa wurden allein in den letzten sechs Monaten die Beteiligungen an einer Finanzierungsrunde von OpenAI und an dem Bau des Datacenter-Clusters Colossus 2 von xAI (jetzt Spacex) gestaltet.

Im Fall der neuen Finanzierungsoption wird dieses Schema allerdings invertiert. Nvidia sichert sich einerseits eine laufende, und zwar doppelte Bezahlung. Andererseits aber steigt auch das Risiko des Konzerns, wo dieser anstelle zögerlicher Banken einspringt. Nvidia stellt die Hardware sofort bereit, der Gewinn hängt davon ab, ob die Cloud-Partner die Kapazitäten über sechs Jahre lang auslasten können.

Unklar bleiben die Höhe der Nutzungsgebühren und der Gewinnbeteiligung von Nvidia sowie die Frage, wie die Partner mit dem Abschreibungsdruck umgehen. Ein Grund für die Zögerlichkeit der Investoren liegt darin, dass Nividia aktuell neue Hardware-Generationen jährlich auf den Markt bringt. Im Fall des neuen Finanzierungsschemas werden die Verträge aber für sechs Jahre geschlossen, ohne dass es klar bleibt, ob und zu welchen Konditionen die Cloud-Anbieter neue Hardware-Generationen zur Verfügung gestellt bekommen.

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