Endet mit „AMD MI450“ die KI-Dominanz von Nvidia? Meta kauft AMD-GPUs für 6 GW Stromleistung und eine Unternehmensbeteiligung

Von Daniel Schrader 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Nach OpenAI kauft auch Meta für 60 bis 100 Milliarden Dollar bei AMD ein. Eines der sechs Gigawatt an GPU-Leistung soll AMD noch 2026 liefern. Je nach Performance-Zielen erhält Meta bis zu 10 Prozent Beteiligung an AMD. Meta zelebriert die Diversifizierung und sichert sich zeitgleich Nvidia-GPUs.

Meta schließt einen Großvertrag für den Erwerb von GPUs und CPUs von AMD sowie von „Helion“-Racksystemen (im Bild).(Bild:  Meta)
Meta schließt einen Großvertrag für den Erwerb von GPUs und CPUs von AMD sowie von „Helion“-Racksystemen (im Bild).
(Bild: Meta)

Im Rahmen des bekanntgegebenen Vertrags wird AMD über fünf Jahre GPUs für insgesamt 6 Gigawatt elektrischer Leistung an Meta liefern. Das erste Gigawatt soll sich aus speziell an Meta-Anforderungen angepassten „AMD MI450“-GPUs der anstehenden „Instinct“-Generation zusammensetzen.

Diese sollen ab dem zweiten Halbjahr 2026 bei Meta installiert werden. Auch die für 2026 angekündigten „Venice“-CPUs und für 2027 erwarteten „Verano“-CPUs wird Meta bei AMD erwerben.

MI450 soll 2026 „Nvidia Vera Rubin“ herausfordern

MI450 wird als erste KI-GPU im 2-Nanometer-Fertigungsverfahren hergestellt, was eine deutlich höhere Transistorendichte im Vergleich zur aktuellen AMD- und Nvidia-Hardware ermöglicht. Die AMD-GPU soll die aktuellen „B200“- und „B300“-GPUs von Nvidia sowohl bei der Gesamtleistung als auch bei der Performance pro Watt deutlich übertreffen und mit den ebenfalls im zweiten Halbjahr 2026 erwarteten „Nvidia Rubin“-GPUs direkt konkurrieren.

Auch die flüssigkeitsgekühlten Rack-Systeme „Helios“ mit 72 über die offene Interconnect-Technologie UALink verbundenen GPUs werden als direkte Alternative zu „Nvidia NVL72“-Plattformen positioniert. Mit an Bord soll ebenfalls eine neue Generation von CPUs („Venice“) und 800G-Netzwerkkarten („Vulcano“) sein. Helios basiert auf der offenen ORW-Spezifikation des Open Compute Project (OCP) für doppelbreite GPU-Racks.

Auch OpenAI setzt auf AMD

Der Vertrag zwischen AMD und Meta spiegelt eine im Oktober 2025 angekündigte Übereinkunft zwischen dem Hardwarehersteller und OpenAI, den Entwicklern von „ChatGPT“. Hier soll AMD ebenfalls insgesamt 6 Gigawatt an GPU-Stromleistung liefern. Mit dem ersten Gigawatt an „MI450“-GPUs will OpenAI noch im zweiten Halbjahr 2026 mit der Einrichtung eines dediziertes Rechenzentrum beginnen.

Der Vertrag ermöglicht OpenAI, gestaffelt nach von beiden Partnern erreichten Performance-Zielen bis zu 160 Millionen AMD-Aktien zu einem symbolischen Preis von einem US-Cent zu erwerben. Über den indirekten Hardware-Rabatt kann der KI-Entwickler bis zu 10 Prozent Beteiligung an AMD erreichen.

Meta und OpenAI können je 10 Prozent AMD-Anteile erwerben

Dieselbe Struktur kommt auch beim Meta-Deal zum Einsatz. Sollten AMD und Meta alle Ziele erreichen, erhält auch Meta 10 Prozent der AMD-Aktien. Die erste Aktien-Tranche soll mit der Lieferung des ersten Sechstels an GPU-Leistung ausgelöst werden. Damit Meta die Gesamtbeteiligung von 10 Prozent erreichen kann, müssen allerdings Aktien von AMD, so Informationen der US-Zeitung „Wall Street Journal“, auf einen Börsenkurs von 600 Dollar (aktuell 212 Dollar) anstiegen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ist der Gesamtvertrag 60 Milliarden Dollar wert. Ob die Option auf AMD-Aktien (mit einem aktuellen Wert von knapp 34 Milliarden Dollar) in dieser Einschätzung einkalkuliert wurde, bleibt unklar. Wall Street Journal beziffert den Vertragswert auf über 100 Milliarden Dollar.

Meta zelebriert Diversifizierung und kauft auch bei Nvidia ein

Meta-CEO Mark Zuckerberg zelebrierte angesichts der Übereinkunft einen „wichtigen Schritt für Meta im Kontext der Diversifizierung unserer Rechenleistung“. Er „erwarte, dass AMD ein wichtiger Partner für viele Jahre sein wird".

Wenige Tage zuvor schloss Meta einen Vertrag mit Nvidia über die Lieferung von Nvidia-GPUs der aktuellen Blackwell- und kommenden Rubin-Generation sowie Nvidia-CPUs. Der Deal wird nach Reuters-Angaben auf 50 Milliarden Dollar geschätzt. Meta entwickelt zudem eigene KI-Chips und führt Gespräche mit Alphabet über den Erwerb von Tensor Core Units (TPUs) von Google.

(ID:50766324)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung