Ein nützliches Monitoring-Tool Monitorix überwacht Server und IoT-Umgebungen

Ein Gastbeitrag von Thomas Joos

Server und Geräte wie „Raspberry Pi“ in IoT-Umgebungen sollten überwacht werden. Dazu lässt sich das Open-Source-Tool „Monitorix“ verwenden. Thomas Joos zeigt Möglichkeiten und Vorteile des Werkzeugs.

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Mit „Monitorix“ lassen sich sowohl Datacenter-Ausstattung als auch IOT-Devices im Blick behalten.
Mit „Monitorix“ lassen sich sowohl Datacenter-Ausstattung als auch IOT-Devices im Blick behalten.
(Bild: gemeinfrei: Stefan Keller / Pixabay )

Nicht immer sind Tools wie „Grafana“, „Kibana“ und „Nagios“ notwendig, um Server in Rechenzentren zu überwachen. In IoT-Umgebungen und für kleinere Unternehmen oder für Server mit speziellen Arbeitslasten können auch Tools wie das in Perl geschriebene Open Source-Tool Monitorix eine wertvolle Hilfe sein. Monitorix ist unter der GNU General Public License Version 2 (GNU GPLv2) veröffentlicht.

Der Betrieb von Monitorix ist auf Linux/Unix-Servern problemlos möglich, kann aber aufgrund seiner Einfachheit und geringen Größe auch auf eingebetteten Geräten zum Einsatz kommen. Das Tool besteht aus zwei Bereichen. Der Datensammler mit der Bezeichnung „Monitorix“ ist ein Perl-Daemon, der automatisch gestartet wird. Ebenfalls ein Bestandteil ist ein CGI-Skript mit der Bezeichnung „Monitorix.cgi“. Der integrierte HTTP-Server hört standardmäßig auf 8080/TCP, kann aber ersetzt und abgesichert werden.

Ursprünglich war Monitorix für die Überwachung von Red Hat-, Fedora- und CentOS-Linux-Systemen optimiert. Mittlerweile läuft das System aber auf verschiedenen GNU/Linux-Distributionen und auch auf FreeBSD, OpenBSD und NetBSD.

Einstieg in die Möglichkeiten von Monitorix

Der Quellcode des Projektes ist auf Github zu finden. Der Vorteil von Monitorix im Vergleich zu anderen Tools besteht darin, dass die Software sehr schnell bereitsteht und nicht eingerichtet werden muss, wie andere Überwachungssysteme.

„Monitorix“ kann schnell auf „Debian“ sowie „Ubuntu“ und damit auch in „Raspbian“ in Betrieb genommen werden.
„Monitorix“ kann schnell auf „Debian“ sowie „Ubuntu“ und damit auch in „Raspbian“ in Betrieb genommen werden.
(Bild: Thomas Joos)

Monitorix unterstützt zahlreiche Sensoren und Informationen und kann diese in Graphen übersichtlich darstellen. Welche Features aktuell alle unterstützt werden, zeigen die Entwickler auf der Webseite des Tool. Diese Liste ist beeindruckend umfassend.

Die Überwachung von kompletten Messstationen ist mit Monitorix ebenfalls möglich. Das gilt auch für Home Automation-Systeme und überall wo Sensoren und kleine Server zum Einsatz kommen. Auch große Server lassen sich überwachen, zum Beispiel Virtualisierungs-Hosts.

Server, Rechenzentren, Firewalls, Proxys und Datenbanken im Augenschein

Neben einfachen Serverumgebungen kann Monitorix auch Datenbanken überwachen, zum Beispiel „PostgreSQL“, „MySQL“ und „MongoDB“. Mit entsprechender Konfiguration lassen sich per Monitorix auch Webserver und Firewalls im Auge behalten, zum Beispiel „Squid“. Zudem lassen sich komplette Rechenzentren und mehrere Server anbinden. Auch das Lesen einzelner Sensoren und IoT-Geräte ist möglich.

Monitorix ist schnell einsatzbereit, bietet aber für erfahrene Admins auch umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten. Es besteht die Möglichkeit die Software in andere Webserver einzubinden. Zudem stellt das Verwenden von Kennwörtern und HTTPS-Verbindungen kein Problem dar, erfordern nach der Installation aber Anpassungen.

Wer sich etwas mit „Apache“ und „lighthttpd“ auseinandersetzt, kann Monitorix direkt über Perl einbinden. Es lassen sich aber auch „Nginx“ und Apache parallel nutzen und als Proxy konfigurieren, damit der Webserver in Monitorix geschützt ist.

Monitorix für Linux-Systeme

Vor allem für die Überwachung von Linux-Umgebungen und auch für IoT-Installationen auf Basis von Raspberry PI ist Monitorix ein ideales Werkzeug. Das Open-Source-Tool ist in Standardsystemen etabliert und daher zum Beispiel in Paketquellen von Debian und Ubuntu verfügbar. Wer „Raspbian“ nutzt, kann die Installation auch über die Paktetquellen nutzen. Das gilt ferner für Ubuntu und Debian. Die Installation erfolgt in diesem Fall mit:

sudo apt install monitorix

Die Verwaltung von Monitorix erfolgt mit einer Web-Oberfläche. Diese ist nach der Installation über die URL http://localhost:8080/monitorix erreichbar. Bereits nach der Installation sammelt Monitorix Daten über das jeweilige System und zeigt sie übersichtlich an.

Die Verwaltung von „Monitorix“ erfolgt über eine Web-Oberfläche.
Die Verwaltung von „Monitorix“ erfolgt über eine Web-Oberfläche.
(Bild: Thomas Joos)

Bereits ohne Installation von Erweiterung oder der Anpassung der Oberfläche zeigt das Dashboard in Monitorix umfangreiche Informationen im Webbrowser an. Durch einen Klick auf eine Anzeige, zoomt das Werkzeug in das System und präsentiert detaillierte Informationen.

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Anzeige der Systemauslastung und anderer Daten

Zum Dasboard gehört die Anzeige der Systemauslastung. Weiter unten sind wiederum die Auslastungen der Prozessoren und des Dateisystems zu sehen. Auch umfassende Informationen zu den Netzwerkdaten auf einem Server sind sich mit Monitorix aufrufbar.

Für jeden Graphen zeigt Monitorix eine Legende an. Bei der Aktualisierung färbt Monitorix die Anzeige auch farblich ein. Dadurch erhöht sich die Übersicht und Leistungsspitzen sind einfacher zu identifizieren. Abhängigkeiten bei Problemen und Überlastungen lassen sich mit Monitorix besonders schnell identifizieren.

Monitorix anpassen und neu starten

Die Anpassung von Monitorix erfolgt über die Konfigurationsdatei „monitorix.conf“ im Verzeichnis "/etc/monitorix". Über die Konfigurationsdatei lässt sich auch die Anmeldung aktivieren. Die Anpassungen werden im Bereich „httpd_builtin“ gesteuert. Nach Änderungen an der Konfigurationsdatei sollte das Tool neu gestartet werden. Das erfolgt über den Befehl:

sudo service monitorix restart

Wer sich umfassender Mit Monitorix auseinandersetzen will, sollte sich auf der Webseite die Dokumentation genauer anschauen. Hier werden alle Möglichkeiten genau erklärt.

* Der Autor Thomas Joos ist Berater und schreibt Fachbeiträge. Auf DataCenter-Insider füllt er seinen eigenen Blog mit Tipps und Tricks für Admins: „Toms Admin-Blog“.

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