Leasing-Optionen oder Cloud? Lösungen für das Power-9- / Power-10-Dilemma

Ein Gastbeitrag von Jason Hardy*

Mit der Markeinführung des „Power-10“-Prozessors von IBM stehen „Power-9“-Nutzer vor Frage, wann und wie sie den Umstieg am besten bewältigen können. Es gibt verschiedene Optionen, die Racksquared-Director Jason Hardy näher untersucht hat.

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Der Umstieg von Power9 auf Power10 kann eine Herausforderung darstellen.
Der Umstieg von Power9 auf Power10 kann eine Herausforderung darstellen.
(Bild: Bethany Drouin / Pixabay )

Nach vier Jahren auf dem Markt wird der Power-9-Prozessor nun durch den Power-10-Chip ersetzt. Unabhängig davon, ob das betreffende Unternehmen zu den Early Adopters der CPUs oder zu den Nachzüglern gehören: Das richtige Timing für den Umstieg stellt viele Firmen vor eine Herausforderung. Da oftmals Leasing-Vrträge auslaufen, stellt sich die Frage, wie sich die Übergangszeit bis zur Einführung der neuen Power-10-Systeme überbrücken lässt.

Typische Optionen sind hierbei verlängerte Leasing-Verträge, der Erwerb der bisher geleasten Power-9-Systeme oder entsprechende Neuverträge. Zudem wollen einige Unternehmen nicht länger Hardware vor Ort betreiben und verwalten. Sie nutzen daher die Gelegenheit, um eine Migration zu „IBM Power Systems“ in einer der zahlreichen Clouds in Erwägung zu ziehen.

Leasing verlängern

Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um den gängigsten von Unternehmen gewählten Ansatz, da es der Weg des geringsten Widerstandes ist. Sie besitzen bereits eine funktionierende Lösung, neuere Technik ist noch nicht verfügbar und zudem sorgt die Leasing-Verlängerung für kein zusätzliches IT-Projekt oder Betriebsunterbrechungen.

Die größte Frage ist hierbei die Länge der verlängerten Laufzeit. Um die Kosten niedrig zu halten, ist ein dreijähriger Leasing-Vertrag die beste Wahl. Allerdings ist die Hardware bei Vertragsende wahrscheinlich sechs Jahre alt und damit länger in Betrieb, als viele Unternehmen mit einem Gerät arbeiten wollen.

Zudem sollten Sie nicht überrascht sein, dass der neue Leasing-Vertrag dasselbe oder sogar mehr kostet, obwohl die betreffende Hardware bereits drei Jahre alt ist. Ein weiteres Problem könnten Gebühren für Software- und Hardwarewartung darstellen. In der ersten Laufzeit sind diese meist enthalten, bei einer Verlängerung werden sie jedoch oft zu einem separaten Kostenfaktor.

Sollten Unternehmen diese Zusatzkosten nicht berücksichtigt haben, können sie schnell in eine schwierige Lage geraten. Wir sprechen häufig mit Unternehmen, die aufgrund der Kosten auf Wartung verzichten – wozu wir niemals raten würden.

Herauskaufen aus Leasing-Verträgen

Als nächstes gibt es die „Buyout“-Option. Nachdem Sie die Geräte für drei Jahre geleast und einen großen Teil der Kosten bereits bezahlt haben, kann es verlockend sein, einen Buyout für einen Dollar oder den fairen Marktpreis („Fair Market Value“, FMV) durchzuführen. Damit entfallen die monatlichen Hardwarezahlungen, während die Wartungskosten bestehen bleiben. Wahrscheinlich ist dies dennoch billiger als eine Leasing-Verlängerung.

Allerdings kann dieser Ansatz in eine Schieflage führen. Die Beschaffer argumentieren gegenüber Management und Finanzabteilung, dass das bestehende Gerät noch lange nicht ausgedient habe. Aber wie wollen sie diese Abteilungen von einer Neuanschaffung überzeugen, wenn die betreffenden Systeme nach weiteren drei Jahren immer noch fehlerfrei funktionieren?

Dies ist ein Grund, warum Unternehmen wie Racksquared vielen Unternehmen bei der Notfallwiederherstellung nach Hardwaredefekten von alten Systemen helfen muss. Sie versuchen, immer mehr Lebensdauer aus alten Geräten herauszuquetschen. Und das holt sie schließlich ein.

Ein neues Power-9-System leasen

Dies ist eine interessante Option, bei der Gleiches durch Gleiches ersetzt wird. Die Unternehmen bleiben bei der bislang genutzten Technik, aktualisieren sie aber mit neuer Hardware. Je nach den von IBM oder ihrem Handelspartner angebotenen Incentives kann dies eine attraktive Möglichkeit darstellen. Sie erhalten neue Hardware und einen neuen Leasingvertrag inklusive Wartung zu einem Preis, der ähnlich zu Ihren bisherigen Konditionen ist oder sogar günstiger ausfällt.

Im Gegensatz zu Leasing-Verlängerung oder Buyout müssen die Unternehmen hier eine Migration zwischen den Power-9-Systemen vornehmen. Je nach dem vorhandenen Personal und Know-how kann dies eine simple Inhouse-Aufgabe sein, oder den Einsatz eines Dienstleisters erfordern.

Wie bei einer Leasing-Verlängerung sind Sie anschließend weitere zwei bis drei Jahre an die Power-9-Plattform gebunden. Dies ist nicht unbedingt etwas Schlechtes. Aber man sollte es im Hinterkopf behalten.

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Als ich mich mit einem Reseller darüber unterhielt, für was sich andere Unternehmen im Jahr 2021 entschieden haben, meinte er, dass IBM kein offizielles Programm zur Förderung des Austausches von Gleichem mit Gleichem hat. Dementsprechend würden sich nur wenige Kunden für den Ersatz eines Power-9-Systems durch ein neues Power-9-System entscheiden. Da Power-10-Systeme im Einstiegs- und Midrange-Segment bereits im Mai oder Juni dieses Jahres zu erwarten sind, ist es unwahrscheinlich, dass IBM großartige Angebote für Power-9-Systeme machen wird.

IBM Power in der Cloud

Für Unternehmen, die „sich nur aus dem Umgang mit Hardware zurückziehen“ wollen, ist dies ein guter Zeitpunkt, um über eine Migration in die Cloud nachzudenken. Eine Cloud-Migration durchbricht den Zyklus von Hardware-Käufen und deren Abschreibungen.

Die Unternehmen erhalten Zugang zu einem definierten Hardwaremigrationspfad und machen Schluss mit der Installation von PTFs und Betriebssystem-Upgrades. Mit der Cloud-Option verlagern sie ihre Anwendungen auf einen Power-9-Server, der von einem Cloud Service Provider bereitgestellt und verwaltet wird. Zudem wird er Sie bei der Migration auf Power-10-Maschinen unterstützen, sobald diese verfügbar sind.

Viele Menschen sind der Meinung, dass ein Cloud-Service teurer ist. Bevor Sie ihn ablehnen, sollten sie aber einen genauen Blick auf die Preise und Leistungen werfen. Wir stoßen oft auf Unternehmen, die ein System in der Mindeststandardausführung erworben haben und dennoch nur einen Bruchteil der verfügbaren Ressourcen nutzen.

Andere Bezahloptionen

Bei einem Cloud-Service-Anbieter können die Anwender die Ressourcen genau auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden und bezahlen nur, was Sie auch tatsächlich nutzen. Dies kann zu Einsparungen führen, mit denen sie vielleicht nicht gerechnet haben.

Jason Hardy, General Manager von Racksquare, verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der IT- und Technologiedienstleistung und leitete zuvor Produkt- und Marketingteams bei Compuserve, Sterling Commerce, IBM und Avanade.
Jason Hardy, General Manager von Racksquare, verfügt über 25 Jahre Erfahrung in der IT- und Technologiedienstleistung und leitete zuvor Produkt- und Marketingteams bei Compuserve, Sterling Commerce, IBM und Avanade.
(Bild: Racksquare)

Ein weiterer Faktor beim Preisvergleich ist das Verständnis des vollen Umfangs an Services, die Sie erhalten. Bei unserem Cloud-basierten IBM-Power-Systems-Angebot profitieren die Kunden von einer umfassenden Backup-Lösung, die ihre Daten in mehreren Rechenzentren ablegt. Zudem können sie Disaster-Recovery-Lösungen implementieren, um ihre RTOs („Recovery Time Objectice“) und RPOs („Recovery Point Objective“) zu erfüllen. Diese zusätzlichen Vorteile und Möglichkeiten sorgen für eine Ausfallsicherheit, die mit Systemen On-Premises nicht erreicht werden kann.

* Jason Hardy ist Director und General Manager von Racksquared.

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