Refurbishing bei Hewlett Packard Enterprise

Kreislaufwirtschaft: Zweites Leben für gebrauchte Server

| Autor / Redakteur: Klaus Länger / Andreas Donner

Am HPE-Refurbishing-Standort Andover werden ausgemusterte Server in ihre Bestandteile zerlegt und die Komponenten nach Möglichkeit erneut verwendet.
Am HPE-Refurbishing-Standort Andover werden ausgemusterte Server in ihre Bestandteile zerlegt und die Komponenten nach Möglichkeit erneut verwendet. (Bild: HPE)

Für HPE ist Refurbishing ein wachsender Teil des Hardware-Geschäfts. An zwei Standorten in Europa und den USA werden pro Jahr etwa vier Millionen Geräte bearbeitet und zu 85 Prozent wiederverwendet. Das soll natürlich auch der Umwelt zugute kommen.

Wenn Unternehmen in ihren Rechenzentren neue Server, Storage-Systeme und Netzwerkkomponenten installieren, dann lösen sich die bestehenden nicht einfach in Luft auf. Sie einfach zu verschrotten wäre weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll, da viele dieser Geräte im Prinzip noch einwandfrei funktionieren, aber eben abgeschrieben sind und vielleicht auch nicht mehr ausreichend für den aktuellen Workload.

HPE hat für die Bearbeitung dieser Geräte und zusätzlich ausgemusterter HP-PCs und Notebooks zwei große Technology Renewal Centers (TRCs) in Betrieb. Eines dieser Werke ist in Andover, Massachusetts, angesiedelt, das zweite im schottischen Erskine.

Laut Axel Sidki, Sales Director HPE Financial Services bei HPE, durchliefen im vergangenen Jahr etwa vier Millionen Geräte die beiden Werke: etwa 1,7 Millionen Datacenter-Produkte und 2,3 Millionen Workplace-Geräte. Etwa 89 Prozent der Einheiten wurden aufbereitet und in irgendeiner Form wieder in den Handel gebracht, knapp elf Prozent dem Recycling zugeführt, und nur 0,4 Prozent der Hardware landete im Elektroschrott.

HPE übernimmt die Logistik und kann eine zertifizierte Datenlöschung in den Werken durchführen. Die Firma, von der die aufbereiteten Rechner stammen, erhält nicht nur einen vertraglich vereinbarten Rückkaufpreis, sondern auch noch einen ausführlichen Bericht mit Umweltbilanz.

Axel Sidki ist als Sales Director HPE Financial Services für Refurbishing zuständig.
Axel Sidki ist als Sales Director HPE Financial Services für Refurbishing zuständig. (Bild: HPE)

Kreislaufwirtschaft bei HPE

Sidki, in dessen Zuständigkeit das Thema Refurbishing bei HPE Deutschland fällt, hebt hervor, dass seine Firma eine möglichst geschlossene Kreislaufwirtschaft zum Ziel hat, von der nicht nur die Umwelt, sondern auch HPE, der Channel und die Kunden profitieren. Mit nutzungsbasierten Services wie „HPE Greenlake“, bei denen Hardware On Premises oder im Cloud-Datacenter eher früher ausgetauscht wird, wird die Bedeutung und die Notwendigkeit von Refurbishing noch zunehmen. Nach einer McKinsey-Studie soll die Kreislaufwirtschaft bis 2030 ein Volumen von 1,8 Millionen Euro erreichen, wird also auch für HPE zu einem wachsenden Geschäftsbereich.

Server und Storage-Geräte werden in den beiden HPE-Werken in ihre Einzelteile zerlegt und eingelagert. Dort dienen sie teilweise als Ersatzteile und als Basis für Geräte, die nach dem Aufbereiten als zertifizierte und nach den Anforderungen der Kunden vorkonfigurierte Gebrauchtgeräte wieder in den Handel gebracht werden. Im Inventar befindet sich dabei Hardware mit einem Alter von 18 Monaten bis zu 25 Jahren, teilweise auch von anderen Herstellern.

Verkauf, Vermietung und virtuelles Warenlager

Von den aufbereiteten HPE-Geräten, die wieder in den Handel gehen, werden etwa 70 Prozent über den Channel verkauft, so der HPE Sales Director. Ein Teil der Rechner wird dabei von Kunden nachgefragt, die etwa zertifizierte Server für eine bestimmte Software benötigen, die auf neueren Systemen nicht mehr ohne Probleme läuft. Ein anderer Teil geht an Kunden, die günstige und leistungsfähige Hardware suchen, ohne dabei auf Garantie und Support zu verzichten.

Einen Teil der Systeme behält HPE selbst und bietet sie als Mietgeräte an. Ein Einsatzszenario ist beispielsweise der Aufbau eines temporären Rechenzentrums bei einem Co-Locator während eines Umzugs oder einer Konsolidierung des eigenen Datacenter. Ein anderes ist der Aufbau einer Proof-of-Concept-Installation für eine Lösung bei einem Kunden.

HPE kümmert sich in beiden Fällen um die Logistik, die Einrichtung und die abschließende Löschung der Daten auf den Mietgeräten. Ein weiterer Aspekt der Kreislaufwirtschaft ist schließlich das virtuelle Warehousing. Partner und Kunden können bei HPE erworbene gebrauchte Hardware für eine spätere Verwendung auf Lager legen und weltweit liefern lassen. Zusätzlich bietet der Hersteller die Möglichkeit, sich bei HPE ein Teilelager für eigene stillgelegte Hardware einzurichten.

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