Großrechenzentrum in Bayern Kommt ein 300-MW-Rechenzentrum nach Wenzenbach?

Von Paula Breukel 1 min Lesedauer

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Ignis Energy plant ein Rechenzentrum mit bis zu 300 MW Anschlussleistung. Der Standort liegt unmittelbar neben einer geplanten Netzinfrastruktur. Vor Ort formiert sich Widerstand gegen das Vorhaben. Was bislang über das Vorhaben bekannt ist.

Landkreis Regensburg, Blick auf die Seen nahe Geisling: Hier soll ein Hyperscale-Rechenzentrum entstehen. Doch die Bürger sehen die Natur durch das Vorhaben gefährdet.(Bild:   / CC0)
Landkreis Regensburg, Blick auf die Seen nahe Geisling: Hier soll ein Hyperscale-Rechenzentrum entstehen. Doch die Bürger sehen die Natur durch das Vorhaben gefährdet.
(Bild: / CC0)

Im bayerischen Wenzenbach, nordöstlich von Regensburg, plant die spanische Ignis Energy am Abbachhof ein Rechenzentrum für KI- und HPC-Lasten mit einer Anschlussleistung von bis zu 300 Megawatt. Technische Details hat das Unternehmen bislang kaum veröffentlicht. Ein vergleichbares Projekt entwickelt Ignis gemeinsam mit Day One im spanischen Aragon.

Umspannwerk als Standortfaktor

Direkt am Abbachhof soll ein neues Umspannwerk entstehen, Teil der Netzverstärkung zwischen Regensburg und Schwandorf durch Tennet und Bayernwerk. Geplant ist zunächst ein zusätzlicher 220-Kilovolt-Stromkreis, perspektivisch die Umstellung beider Stromkreise auf 380 Kilovolt. Rechenzentrum und Umspannwerk sind rechtlich getrennte Vorhaben; Letzteres soll deutlich früher realisiert werden. Umweltfachliche Kartierungen und Baugrunduntersuchungen laufen bereits, die Antragsunterlagen für das Planfeststellungsverfahren sollen 2027 folgen. Baubeginn ist für das dritte Quartal 2028 vorgesehen, die Fertigstellung für 2030.

Infrastruktur noch weitgehend offen...

Zur technischen Ausgestaltung des Campus, Mittel- und Hochspannungsverteilung, USV, Notstromsysteme, Kühlung, Netzanbindung, liegen bislang keine öffentlichen Angaben vor. Im Zusammenhang mit dem Projekt ist zudem von Batteriespeichern die Rede, deren Leistung, Kapazität und Zweck sich anhand der verfügbaren Informationen nicht näher bestimmen lassen.

...und noch kein Baurecht bislang

Für ein Rechenzentrum am Abbachhof wäre laut Gemeinde ein Bauleitplanungsverfahren erforderlich. Der Gemeinderat hat das Vorhaben bislang lediglich konstruktiv zur Kenntnis genommen, Baurecht besteht damit nicht.

Petition richtet sich gegen das Projekt

Gegen das Vorhaben hat sich die Bürgerinitiative „Bürger gegen Flächenfraß durch Energie- und Datenkonzerne im LKR Regensburg“ formiert. Sie startete die Petition „Naturzerstörung durch Bau eines Hyperscale Rechenzentrums in Wenzenbach verhindern“, die sich an Bürgermeister Sebastian Koch richtet.

Bislang zählt die Petition gut 3.600 Unterschriften bei einem Sammelziel von 5.000 (Stand bei Veröffentlichung des Artikels.). Dabei läuft die Sammelfrist noch gut vier Monate. Die Initiative organisiert zudem regelmäßige Stammtische und Infostände in der Region, um Unterstützer zu mobilisieren.

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