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50 Jahre Mainframe – und noch immer wird optimiert Kaum zu glauben: Großrechner taugt sogar als Prestigeobjekt

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Nach 50 Jahren Entwicklungszeit sollte ein System wie der Mainframe eigentlich ausgereift und optimiert sein. Womit verdienen Anbieter von Optimierungs-Tools wie CA, BMC oder Compuware heute noch immer Geld, viel Geld sogar?

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Frank Balzer, Senior Mainframe Architect bei CA Technologies, arbeitet seit über 30 Jahren mit Mainframes.
Frank Balzer, Senior Mainframe Architect bei CA Technologies, arbeitet seit über 30 Jahren mit Mainframes.
(CA Technologies )

Für Nicht-Mainframer ist schwer nachzuvollziehen, wie man als ISV mit Werkzeugen, die vor allem der Optimierung von Großrechnern dienen, noch viel Umsatz erzielen kann. Die Hersteller, allen voran IBM, bieten für ihre Rechenboliden reichlich Werkzeug an, das teilweise sogar kostenfrei mitgeliefert wird. Zudem haben sich viele Hilfsprogramme im Lauf der Zeit erübrigt, weil der technische Fortschritt sie entweder überflüssig machte oder die Funktionen in die Hardware oder das Betriebssystem gegossen wurden.

Frank Balzer, Senior Mainframe Architect bei CA Technologies und ein Mainframer seit über 30 Jahren, nennt gute Gründe, warum seinen Firma noch immer Großrechner-Tools anbietet – und gar nicht wenige. „Die Großrechnerhersteller lösen nicht alles optimal, wir ISVs haben oft zusätzliche Ideen“, erläutert Balzer.

Zudem ist das Tuning vielfach eine beschwerliche Aufgabe: „Die großen Stolpersteine in der Mainframeentwicklung sind mittlerweile aus dem Weg geräumt. Heute geht es darum, auch die kleinsten Optimierungsmöglichkeiten aufzuspüren.“

Am Rädchen drehen

Lohnt sich denn der Aufwand? „Eine winzige Instruktion, ein kleines Stück Code, das zwar nur eine Millisekunde in der Antwortzeit wegfrisst dafür aber 100.000mal am Tag aufgerufen wird – da lohnt sich die Optimierung schon“, weiß der Manager aus der Praxis.

Das Auffinden der Schwachstelle ist aber meist keine leichte Aufgabe, weil die Ursache überall liegen kann. „Es geht darum, den ganzen Weg zwischen Enduser und beispielsweise Mainframe-Datenbank zu messen und dazu braucht es ein Monitoring aller Komponenten“, sagt Balzer.

Allerdings verfügt neben CA auch Mainframe-Lieferant IBM über Werkzeuge für das Application Performance Management. Was lockt Anwender also zum ISV? Auch dafür hat der CA-Manager eine einleuchtende Erklärung: „Soll der Lieferant der Hardware, der zudem das Betriebssystem und die Datenbank liefert auch noch das Monitoring-Werkzeug bereit stellen? Da sehe ich einen Interessenskonflikt.“

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