Das kosten IT-Dienstleistungen

IT-Servicepreisspiegel 2019

| Autor: Ann-Marie Struck

Der Servicepreisspiegel gibt IT-Unternehmen eine Orientierung für Preis- und Serviceleistungen.
Der Servicepreisspiegel gibt IT-Unternehmen eine Orientierung für Preis- und Serviceleistungen. (Bild: © Phils Photography - stock.adobe.com)

Ist die IT-Dienstleistleistung zu teuer? Wie hoch sind generell die Margen? Fragen, über die der „IT-Servicepreisspiegel 2019“ von Synaxon Antworten gibt. An der anonymen Umfrage haben 600 IT-Unternehmen teilgenommen und die Auswertung zeigt einen eindeutig steigenden Trend in der Branche.

Einen repräsentativen, fundierten Überblick über die aktuellen Durchschnittspreise für IT-Dienstleistungen des Jahres 2018 in Deutschland gibt die IT-Servicepreisliste der IT-Verbundgruppe Synaxon.

„Der immense Aufwand hat sich gelohnt“, Friedrich Pollert, Leiter der Synaxon Akademie.
„Der immense Aufwand hat sich gelohnt“, Friedrich Pollert, Leiter der Synaxon Akademie. (Bild: Synaxon)

Seit der letzten Auswertung sind die durchschnittlichen Preise gestiegen, auch die Tendenz für das kommende Jahr geht nach oben. Und trotz diverser Herausforderungen bleibt der Blick in die Zukunft optimistisch.

Was kostet es denn? – Trends in der Preisentwicklung

Die IT-Servicepreisleistungen werden in Stunden- oder Tagessätzen abgerechnet.

Der aktuelle durchschnittliche Stundenpreis für IT-Leistungen liegt bei 82,25 Euro (alle Angaben netto zuzüglich Mehrwertsteuer.). Das ist ein Plus von fast 26 Prozent gegenüber dem Jahr 2010, in dem der Stundenserviceleistungspreis bei 65,44 Euro lag.

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Allgemein lässt sich ein stetiger Anstieg des Stundenpreises über die letzten Jahre verzeichnen: 2016 lag der Stundensatz bei 77,27 Euro und 2017 bei 79,02 Euro. Innerhalb der letzten 12 Monate haben 35,2 Prozent der befragten Teilnehmer ihre Servicepreise nur geringfügig angehoben, 53,3 Prozent geben an keine Preisveränderungen vorgenommen zu haben.

Die Tagessätze

Im Vergleich zu den Stundensätzen sind die Tagessätze über den Vergleichszeitraum von 2016 bis 2018 überproportional (zwischen 15 bis 24 Prozent) gestiegen. Für Beratung und Consulting wurde 2016 nur 783,66 Euro pro Tag Euro, 2018 schon 962,18 Euro gezahlt.

Einen Anstieg um 32 Prozent verzeichnet die Beratung für Datenschutz (2016: 762,11 Euro; 2018: 1.009,25 Euro). Ein Stundensatz für diese Leistung ist aus der Preisliste nicht ersichtlich.

Hinsichtlich der Pauschalen für IT-Serviceleistungen zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Anfahrtskosten pro gefahrenem Kilometer sind über die letzten drei Jahre deutlich zurückgegangen, wohingegen die Zuschläge für Notdienste (am Wochenende und an Feiertagen) deutlich gestiegen sind. Interessanterweise sanken jedoch die Zuschläge für einen 24/7-Bereitschaft und für eine schnelle Reaktionszeit innerhalb von zwei Stunden um 20, respektive 30 Prozent.

Diese Beobachtung legt die Vermutung nahe, dass diese Leistungen immer häufiger zum Standardrepertoire gehören.

IT-Infrastrukturanalyse

Die Infrastrukturanalyse (ITA) ist ein wichtiges, für viele sogar unverzichtbares, Hilfsmittel, um den Ist-Zustand bei Kunden, insbesondere bei Neukunden festzumachen. Erst eine schonungslose Bestandsaufnahme des Status Quo im Rechenzentrum gestattet die optimale Adaption von Services.

Kontrovers wird die Frage diskutiert, ob die ITA als professionelle Dienstleistung abgerechnet werden sollte. Aktuell ist dies oft noch nicht der Fall, es mehren sich aber die Stimmen, die sich für die generelle Kostenpflicht aussprechen. So plädiert etwa Philip Semmelroth, C&S – Computer und Service, dafür, dass es „keinen Kunden ohne abgerechnete Infrastrukturanalyse“ geben sollte.

Das Ergebnis der Umfrage bestätigt die Tendenz seines Statements: 2016 berechnet erst 29 Prozent der teilnehmenden Unternehmen eine ITA, 2018 waren es schon 35,5 Prozent. Diese Werte beziehen sich auf die Abrechnung nach Aufwand. Die Zahlen für weitere Abrechnungsoptionen (inkl. Verrechnung bei Auftragserteilung) entnehmen Sie bitte der Diagramm-Galerie.

Umsatzrenner Managed Services

Die Relevanz und Erfolgsträchtigkeit von Managed Services ist mittlerweile unumstritten. Viele Systemhäuser sind bereits umgestiegen, andere sind mitten im Transformationsprozess. Wo es früher galt, viele Technikerstunden in Rechnung zu stellen, sind jetzt Serviceverträge mit möglichst geringem zeitlichem Aufwand und hohem Automatisierungsgrad der Weg zum Erfolg.

Erstaunlicherweise sind die verlangten Preise für Managed Services auf breiter Front erodiert. Während sie etwa für das Server Management von 66 Euro monatlich 2017 auf 61,54 Euro 2018 gesunken sind, kostet eine Firewall pro User monatlich statt heftigen 31,58 Euro 2017 im Jahr 2018 nur noch vergleichsweise lächerliche 4,93 Euro. Schön für die Kunden.

Blick in die Glaskugel

Und wie sieht die Zukunft der IT-Unternehmen aus? Die größte Herausforderung ist nach wie vor der Fachkräftemangel mit dem sich 73,4 Prozent der Systemhäuser quälen, gefolgt von dem Umbau des Geschäftsmodells mit 55,39 Prozent. Die Klage über den Mangel an qualifiziertem Personal und geeigneten Nachwuchskräften lässt sich nur schwer beeinflussen. Und aggressive Abwerbung hinterlässt oft böses Blut.

Hier sind vielmehr übergeordnete Institutionen, sprich die Kultusministerien der Länder, im Sinne der Umgestaltungen der Ausbildung und des innovativen Ausbaus von (universitärer) Forschung und Lehre gefordert.

Der Umbau des Geschäftsmodells jedoch liegt in der eigenen Verantwortung jedes einzelnen Systemhauses. Die Ansicht, dass elementare Änderungen des Geschäftsmodells notwendig sind, spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Umfrage wieder. Letztes Jahr sahen nur 21,19 Prozent eine Umstrukturierung als wichtige Herausforderung, aktuell sind es schon 55,2 Prozent.

Trotz dieser Herausforderungen bleibt der Blick in die Zukunft optimistisch. In Bezug auf die Umsatzerwartungen im aktuellen Jahr erwarten 44,77 Prozent der Teilnehmer Umsatzsteigerungen bis zu 20 Prozent, im Vorjahr waren es nur 37,6 Prozent. 32,84 Prozent erwarteten 2018 einen gleichbleibenden Umsatz, gegenüber 42,6 Prozent 2017 im Jahr.

Auch die Servicepreise bewegen sich für 2019 in diese Richtung. Knapp 60 Prozent der Befragten planen eine geringfügige Anhebung der Preise, im Vergleich zu 41 Prozent, bei denen die Preise voraussichtlich konstant bleiben werden.

In diesem Kontext, muss jedes Systemhaus seine eigene Balance zwischen dem Preisgefüge und der eigenen Kostenstruktur finden. Mit den praxisgerechten Leitplanken der IT-Servicepreisliste ist diese Aufgabe aber sehr viel transparenter zu erledigen.

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