2-Milliarden-Dollar-Investment

Intel kauft die israelische KI-Chipfirma Habana Labs

| Autor: Ulrike Ostler

„Habana Labs Gaudi“ ist laut Hersteller der „einzige KI-Prozessor mit integriertem Remote Direct Memory Access (RDMA) über Converged Ethernet“, um Skalierbarkeit und niedrigere Gesamtbetriebskosten zu gewährleisten.
„Habana Labs Gaudi“ ist laut Hersteller der „einzige KI-Prozessor mit integriertem Remote Direct Memory Access (RDMA) über Converged Ethernet“, um Skalierbarkeit und niedrigere Gesamtbetriebskosten zu gewährleisten. (Bild: Habana Labs)

Intel kauft noch eine Accelerator-Company. Dieses Mal trifft es Habana Labs. Das Unternehmen entwickelt Chips, die die CPU unterstützen, um Deep-Learning im Rechenzentren zu beschleunigen. Der Kaufpreis liegt bei 2 Milliarden Dollar.

Das israelische Unternehmen hat zwei KI-Chips im Portfolio: „Gaudi“ für das Training von Anwendungen Künstlicher Intelligenz und „Goya“ für den Inferencing-Einsatz. Beide Akzeleratoren werden beim taiwanischen Auftragsfertiger TSMC im 16-Nanometer-Verfahren produziert.

Avigdor Willenz, Vorsitzender von Habana Labs, steht in der Nähe eines Rack, das das Gaudi-Trainingssystem „HLS-1 Gaudi“ des Herstellers beinhaltet. Dieses befindet sich im Büro von Habana Labs in Caesarea. Willenz wird nach dem Kauf von Habana durch Intel als Senior Adviser für die Business Unit und die Intel Corp. tätig sein.
Avigdor Willenz, Vorsitzender von Habana Labs, steht in der Nähe eines Rack, das das Gaudi-Trainingssystem „HLS-1 Gaudi“ des Herstellers beinhaltet. Dieses befindet sich im Büro von Habana Labs in Caesarea. Willenz wird nach dem Kauf von Habana durch Intel als Senior Adviser für die Business Unit und die Intel Corp. tätig sein. (Bild: Eyal Toueg/Intel Corporation)

Gaudi nutzt so genannte „Tensor Processing Cores“ (TPCs) und ist mit 32 Gigabyte HBM2-Speicher ausgestattet. Das erlaubt, viele Daten lokal vorzuhalten. Eingesetzt wird zudem PCIe Gen4 x16-Verbindungen. Gerechnet wird mit typischen Formaten wie FP32, INT8, INT8 und BF16.

Die übernommene Company soll ein unabhängiger Geschäftsbereich bleiben, geführt vom jetzigen Management. Dieses werde an die Intel Data Platforms Group berichten, heißt es. David Dahan, CEO von Habana Labs, äußert: „Wir hatten das Glück, dass Intel in Habana investiert hat und freuen uns nun, mit Intel zusammenzuarbeiten und offiziell dem Team beizutreten.“

Sagenhaftes Wachstum in Aussicht

Im Jahr 2016 hatte Intel den Hersteller eines Neural Network Processors (NNP) Nervana für rund 400 Millionen Dollar gekauft. Inwieweit diese Technik mit dem aktuellen Zukauf in Konkurrenz steht, ist noch unklar. Jedenfalls soll damit das KI-Business von Intel kräftig wachsen. In diesem Jahr soll sich der Umsatz, der aus dem Geschäft mit der Technik für Künstliche Intelligenz generiert wird, auf rund 3,5 Milliarden Dollar belaufen. Im Jahr 2024 soll der Umsatz aber auf 25 Milliarden Dollar steigen.

Navin Shenoy, Executive VP und General Manager der Data Platforms Group bei Intel, sagt: „Diese Akquisition treibt unsere KI-Strategie voran, die darin besteht, unseren Kunden Lösungen für jeden Leistungsbedarf anzubieten - von der intelligenten Edge bis zum Rechenzentrum. Genauer gesagt“, so Shenoy weiter, verpasse Habana Gaudi dem eignen KI-Angebot für das Rechenzentrum quasi einen Turbo - mit einer leistungsstarken Schulungsprozessorfamilie und einer standardbasierten Programmierumgebung.

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