Neues zu XenServer und XenDesktop von der Citrix Synergy

Innovationen im Hypervisor und in der VDI-Bereitstellung

| Autor / Redakteur: Jens Soeldner* / Ulrike Ostler

Bringt offenbar Schwung in den Laden: Citrix-CEO Kirill Tatarinov, hier auf der großen Bühne zur „Citrix Synergy 2017“, hatte im Januar 2016 den Posten übernommen.
Bringt offenbar Schwung in den Laden: Citrix-CEO Kirill Tatarinov, hier auf der großen Bühne zur „Citrix Synergy 2017“, hatte im Januar 2016 den Posten übernommen. (Bild: Citrix)

Neben einer Vision vom Arbeitsplatz der Zukunft hatte der US-amerikanische Softwarehersteller Citrix auf seiner diesjährigen Hausmesse „Synergy„ jede Menge technische Innovationen in seinen Produkten vorzuweisen – unter anderem im Hypervisor „XenServer“ und in der VDI-Suite „XenDesktop“.

Citrix befindet sich seit dem Wechsel im Management mit dem neuen CEO Kirill Tatarinov wieder im Aufwind – sowohl was Aktienkurs, Bewertung von Analysten und Besucherzahlen auf der jüngsten Citrix Synergy Konferenz in Orlando betrifft. Mehr als 5.000 Teilnehmer folgten dem Ruf des Herstellers und besuchten die diesjährige Citrix Synergy, die vom 22. bis 25. Mai in Orlando stattfand.

Volles Haus auf der "Synergy"; die kommende Citrix-Hausmsse wird vom 8. bis 10. Mai 2018 in Anaheim, Kalofornien, stattfinden.
Volles Haus auf der "Synergy"; die kommende Citrix-Hausmsse wird vom 8. bis 10. Mai 2018 in Anaheim, Kalofornien, stattfinden. (Bild: Citrix)

Anders als bei vorherigen Konferenzen und Konkurrenzveranstaltungen konzentrierte sich der Hauptvortrag von CEO Kirill Tatarinov nicht auf das Durchdeklinieren neuer Produkt-Features, sondern präsentierte überzeugend die strategische Ausrichtung des Herstellers als Partner zum Arbeitsplatz der Zukunft.

Um diesen bereitzustellen, braucht es jede Menge Technik im Rechenzentrum und in der Cloud. In der Cloud ist Microsoft als strategischer Wunschpartner gesetzt, so Manager Manoj Raisinghani, Vice President Insights bei Citrix. Konkret heißt das, dass neue Dienste zunächst in „Microsoft Azure“ ausgerollt werden, andere Cloud-Anbieter wie AWS oder Google kommen danach an die Reihe.

Der Arbeitsplatz der Zukunft entsteht im Rechenzentrum.
Der Arbeitsplatz der Zukunft entsteht im Rechenzentrum. (Bild: Citrix)

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Citrix im Rechenzentrum

Im Rechenzentrum sieht sich Citrix mit seinem XenServer ebenfalls gut gerüstet. Datacenter Insider sprach mit US-amerikanischen IT-Analysten und Herstellern von VDI-Tool-Suiten – diese gaben an, dass XenServer in Kombination mit XenDesktop und „XenApp“ nach wie vor die technisch am weitesten fortgeschrittene Plattform zum Betrieb von VDI-Workloads darstellt.

Konkret demonstrierte Citrix auf der Synergy mehrere neue Features des kommenden XenServer 7.2. So erlaubt der Hypervisor im Zusammenspiel mit der VDI-Suite XenDesktop in der neuen Release 7.14 eine nahtlose Sitzungsübernahme mit „Windows Continuum“, unabhängig vom Gerät. Für den Benutzer bedeutet das eine automatisches Umschalten vom Tablet- und Desktop-Modus bei der (Wieder-)Verbindung mit einer XenDesktop-Session mit jedem unterstützten Gerät.

Der technische Vorsprung von Citrix in der Virtual Desktop Infrastructure (VDI) geht auch zu einem großen Teil auf das Konto des hauseigenen Remote-Display-Protokolls „HDX“, das auf eine über 20-jährige Entwicklungsgeschichte mit dem Vorläuferprotokoll „ICA“ zurückgreifen kann.

Dass Citrix sein Remote-Display Protokoll HDX hochoptimiert hat, zeigte der Hersteller eindrucksvoll anhand einer Demo, auf der 3D-Anwendungen über eine LTE-Verbindung auf einem „Raspberry PI“ als Thin Client betrieben werden (siehe: Video). Der „Citrix HDX Ready Pi” wird momentan von drei Partnern (NComputing, Stratodesk und Viewsonic) angeboten.

Beeindruckende Demo: 3D-Spiel in XenServer; der Zugriff erfolgt über Raspberry PI mithilfe einer LTE-Verbindung.
Beeindruckende Demo: 3D-Spiel in XenServer; der Zugriff erfolgt über Raspberry PI mithilfe einer LTE-Verbindung. (Bild: Jens Söldner)

Unterstützung von 3D-Workloads stellt einen weiteren Bereich dar, in dem Xen Server gegenüber der Hypervisor-Konkurrenz punkten kann. Mit Xen Server 7.2 führt Citrix nun auch als erster Hersteller (experimentelle) Unterstützung für „AMD MxGPU“ ein, Nvidia und Intel GPUs können schon länger vom Hypervisor den virtuellen Desktops zugeordnet werden.

Neu ist ebenfalls eine Live Migration von mit 3D-beschleunigten VMs betrieben über Nvidia GPUs mit „vGPU XenMotion”.

Hinweise:

Neue Release-Modelle

Eine Änderung kommt auch beim Release-Modell von XenServer. Ab XenServer 7.2 gilt auch hier das Konzept der „Current Releases” (CRs), das bei XenDesktop und XenApp bereits eingesetzt wird und zu ungewöhnlichen Versionsnummern wie XenDesktop 7.14 führt, die ähnlich wie Build-Nummern zu verstehen sind. Alle paar Monate ist mit einem neuen „Current Release” zu rechnen.

Kunden, die einen Citrix Technologie-Stack mit bis zu zehn Jahren Support betreiben möchten, können XenServer 7.1 einsetzen, das eine „Long Term Service Release” (LTSR) darstellt. Citrix gibt seinen hauseigenen Hypervisor in jeder Edition von XenApp und XenDesktop kostenlos bei.

Eine Anspielung auf den Hauptkonkurrenten VMware konnte sich Citrix auf der Konferenz nicht verkneifen – Kunden können dank XenServer den „vTax” – also die Lizenzkosten für „VMware vSphere“ vermeiden. Zudem sind die Hyperconverged-Anbieter Nutanix, Cisco und HPE beigesprungen, um zusammen mit Citrix XenServer-basierte HCI-Umgebungen anzubieten, die „vTax-free” sind.

Einen weiteren Eckpfeiler der Citrix-Strategie für die Zukunft stellt eine verstärkte Fokussierung auf IT-Security Themen dar. Mit Application Delivery Controller (ADC) von Citrix „NetScaler“ ist der Hersteller bereits gut gerüstet – die Bedeutung dieser Komponente soll aber in Zukunft noch weiter steigen, indem Citrix zum Beispiel die Eignung der NetScaler-Plattform zur Bereitstellung von Single-Sign-On weiter ausbaut.

*Über den Autor:

Jens Soeldner arbeitet bei der IT-Beratung Söldner Consult GmbH, Nürnberg, und schreibt für diverse IT-Publikationen.

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