Was macht Datacenter Energie-effizient und ausfallsicher?

Fünf Meilensteine der Rechenzentrumstechnik

| Redakteur: Ulrike Ostler

Geschäftsbereich IT von Schneider Electric firmierte bis Mitte des Jahres 2012 unter "APC by Schneider Electric". Er bietet Hard- und Software für Rechenzentren sowie Unterbrechungsfreien Stromversorgungen und Server-Racks für kleine und mittlere Unternehmen.
Geschäftsbereich IT von Schneider Electric firmierte bis Mitte des Jahres 2012 unter "APC by Schneider Electric". Er bietet Hard- und Software für Rechenzentren sowie Unterbrechungsfreien Stromversorgungen und Server-Racks für kleine und mittlere Unternehmen. (Bild: Schneider Electric)

Schneider Electric hat die fünf wichtigsten Innovationen der vergangenen Jahre in punkto Energie-Effizienz und Ausfallsicherheit im Rechenzentrum zusammen getragen. Stimmen Sie zu?

Die IT-Kosten sind ein entscheidender Kostenfaktor großer Unternehmen. Gerade durch einen hohen Energie-Aufwand und die Ausfallsicherheit wird die IT schnell zum Kostentreiber. Eine wichtige Rolle dabei spielt die Infrastruktur. Allein die Klimatechnik beansprucht bis zu 45 Prozent der zugeführten Energie. Dabei sind mit dem richtigen Kühlkonzept Einsparpotenziale von bis zu 50 Prozent möglich.

Modulare USV-Systeme:

USV-Geräte sind das Rückgrat der Infrastruktur. Sie schützen die angeschlossenen IT-Geräte gegen Spannungsspitzen und garantieren bei Stromausfällen den Betrieb der Systeme. Indem 1999 die ersten modularen USV-Systeme auf den Markt kamen, hat sich der Wirkungsgrad deutlich verbessert. Denn getreu dem Motto „pay as you grow“ erweitern Entscheider ihre unterbrechungsfreie Stromversorgung erst dann, wenn das Rechenzentrum wächst.

Das spart nicht nur Anschaffungs-, sondern auch Energiekosten, da nur die Menge an Strom benötigt wird, die den Kapazitäten der IT-Geräte entspricht. Für Entscheider erhöht sich der ROI ihrer Rechenzentrumsinvestitionen, da sie nicht in überdimensionierte USV-Systeme investieren.

Reihen-Klimageräte:

Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Energie-Effizienz von Rechenzentren. Die erste Generation dieser Kühllösungen kam 2003 auf den Markt. Reihenklimageräte befinden sich zwischen den Racks, direkt vor dem Warmgang, aus dem sie die warme Luft absaugen, die Wärme über einen Wärmetauscher abführen und kalte Luft in die Umgebung einspeisen.

Da sie direkt neben den Server-Racks angebracht sind, führen sie die Wärme dort ab, wo sie entsteht. Das vermeidet große Wärmeflächen oder Hot Spots, deren Kühlung durch ein zentral angebrachtes Klimagerät einen höheren Strombedarf erfordern würde.

Damit muss nicht der gesamte Serverraum auf einmal gekühlt werden. Zudem besitzen heutige Reihenklimageräte eine deutlich bessere Nutzung der Energie als herkömmliche Doppelboden-Klimatisierungsgeräte aufgrund der Kopplung von Wärmeneutralisierung und kurzen Kühl-wegen zum Server-Einlass.

Warmgang-Einhausung

Die ersten Warmgangeinhausungen wurden 2004 in Rechenzentren implementiert. Sie sorgen für eine hohe Kühlungseffizienz, da beim Abführen der von den Servern produzierten Abwärme Kalt- und Warmluftströme getrennt werden. Beim Warmgang-Modell werden die IT-Schränke mit den Rückseiten gegenüberliegend in zwei Reihen aufgestellt und von außen nach innen mit Luft durchströmt.

Die Abwärme sammelt sich dabei zwischen den beiden Schrankreihen im Warmgang und wird von dort über die Außeneinheiten von Umluftkühlge-räten abgeführt. Dabei handelt es sich in der Regel um Kaltwassersätze, Freikühler, Kondensatoren oder Verflüssiger.

DCIM Software

Software für ein Datacenter Infrasructure Management (DCIM) kann die Effizienz von Rechenzentren erheblich erhöhen. Solche Systeme kommen seit 2006 zum Einsatz und finden in den letzten Jahren bei Betreibern von großen Rechenzentren regen Anklang. Sie garantieren ein Rechenzentrums-Management in Echtzeit, da sie alle Energie- und Betriebsdaten zentral erfassen.

Umfassende Dashboards zeigen den IT-Managern alle Parameter auf: Den Energieverbrauch sowie aktuelle und historische PUE-Werte (Power Usage Effectiveness). Über Kapazitäts- und Änderungsmodule werden zudem über den Lebenszyklus des Rechenzentrums hinweg Änderungen simuliert, geplant und im Asset Management erfasst.

Sie bieten IT-Managern und CIOs den Überblick über Effizienz und Kosten. Heutige Systeme unterstützen auch schon bei der Planung und bieten die Grundlage für Optimierungen im Rechenzentrum.

Insbesondere für die Betreiber von Hosting-Diensten rechnet sich zudem der Einsatz einer Co-Location DCIM-Software. Mit ihr lassen sich zusätzlich spezifische Informationen wie freie Stellflächenkapazitäten und Stromverbrauchswerte je Kunde oder vermieteter Stellfläche (Cage) abrufen.

Rechenzentrums-Container

Für Unternehmen ist das Thema „mitwachsende IT“ eine Herausforderung. Wird der Server-Raum zu klein, stehen schnell größere Kosten an.

Mit schlüsselfertigen Rechenzentren im Container muss nicht sofort viel Geld in den Bau eines neuen Rechenzentrums investiert werden. Die vorgefertigten Infrastrukturlösungen beinhalten USV-Systeme, Racks, Kühlung und Management-Software. Unternehmen docken diese Lösung direkt an ihr bestehen-des Rechenzentrum an und erweitern so ihre Infrastruktur, ohne dass ein neues Gebäude errichtet werden muss.

Das Konzept ist flexibel und mobil: Da keine Baugenehmigung benötigt wird, kann der Container in das bestehende Rechenzentrum integriert werden, sobald Bedarf besteht. Steht ein Standortwechsel ins Haus, ziehen die Rechenzentrums-Container mit um.

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posted am 24.05.2013 um 10:49 von Unregistriert


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