Virtualisierung und Management im Rechenzentrum

Die neue Rolle des Mainframes und seiner Virtualisierungsfähigkeiten

21.12.2010 | Autor / Redakteur: Frank Balzer* / Ulrich Roderer

Der MAinframe gewinnt neue Rollen in der virtualisierten IT-Welt.
Der MAinframe gewinnt neue Rollen in der virtualisierten IT-Welt.

Trotz wachsender Leistungsfähigkeit der Unix-RISC-Türme und Windows/Linux-AMD/Intel-Combos behauptet der Mainframe seine Position in den Rechenzentren der Unternehmen. Daran werden auch Cloud Computing und Virtualisierung nicht rütteln. Im Gegenteil: Neue Entwicklungen schärfen das Profil des Big Irons als Konsolidierungsplattform.

„Und spielen kann er auch noch!“ Selbst auf ungewohntem Terrain hat die gerne als „Big Iron“ geschmähte Mainframe-Plattform in den vergangenen Jahren neue Freunde gewonnen. Der brasilianische Online-Spielebetreiber Hoplon Infotainment verlässt sich bereits seit 2007/8 auf den Mainframe als Plattform für das virtuelle Welten-Spiel TaikoDom im On-Demand-Betrieb.

Allen „Bashing“-Sprüchen der Vergangenheit zum Trotz strotzt der IBM-Mainframe vor Vitalität. Für viele Unternehmen gilt er nach wie vor als wichtig(st)er Baustein in aktuellen als auch künftigen Rechenzentren. Die aktuelle Studie „Mainframe – Die ultimative Cloud-Plattform?“ von CA Technologies, für die das britische Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Oktober 2010 300 Interviews mit IT-Entscheidern in zehn europäischen Ländern durchführte, bestätigt dies nachdrücklich.

Für 88 Prozent der IT-Abteilungen in Deutschland ist der Mainframe ein wichtiger Bestandteil ihrer Cloud-Computing-Strategie. In der Vorgängeruntersuchung aus dem Jahr 2009 wurden die Gründe für den Mainframe-Einsatz ermittelt. 71 Prozent der in Deutschland Befragten erklärten, dass es sich um eine „extrem sichere Umgebung“ handelt. Des Weiteren gaben rund zwei Drittel (67 Prozent) an, dass das System „niemals zusammenbricht“. Rund ein Drittel der Unternehmen in Deutschland berichtet des Weiteren, dass die Kosten pro Transaktion „niedriger als bei anderen Systemen“ seien.

Neue Rolle des Mainframe

Im Unterschied zu den 1980ern fristet der Mainframe sein Dasein nicht in der abgeschotteten Rechenzentrumsenklave, sondern stemmt als kooperatives System im Rahmen heterogener Infrastrukturen die Schwerstlast an Daten-intensiven Unternehmensanwendungen. Unabhängige Software-Anbieter wie CA Technologies ergänzen die systemeigene Middleware, um aus Unix-, Linux- und Windows-Umgebungen heraus wie Mainframe-Anwendungen auf Daten und Prozesse zuzugreifen.

Vice versa werden Großrechner-Anwendungen befähigt, auf Server-Systemen gespeicherte Daten einzubeziehen. Zusätzlich gewinnt die Mainframe-Architektur Appeal als Konsolidierungsplattform. Schließlich ist die Virtualisierungstechnik, die erst jetzt in Server-Systemen auf Intel-Basis Standard wird, seit Jahrzehnten bewährte Fingerübung im Großrechnersegment. Die Ursprünge des z/VM auf den aktuellen Mainframe-Systemen lassen sich im Grunde bis in die frühen Sechziger zurückverfolgen. Bereits 1964 lag das heutige Konzept der virtuellen Maschine – VM (Virtual Machine) – als Emulation der Hardware vor. VMware, XEN & Co. werden noch Jahre benötigen, um in Sachen Virtualisierungs- und Provisionierungseigenschaften zum Mainframe aufzuschließen. Bewährte Praxis ist es außerdem, in den logischen Partitionen (LPAR) virtualisiert Gastbetriebssysteme wie Linux aufzunehmen und damit das Konsolidierungsstreben in Firmen zu begleiten. Techniken wie Hipersockets, die eine schnelle TCP/IP-Verbindung zwischen LPARs über den gemeinsamen Hauptspeicher hinweg implementieren, machen den Umweg über ein externes GBit-Ethernet-Netzwerks obsolet.

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