High Performance Computing unter Windows

Der HPC Server 2008 trimmt Windows zur Höchstleistung (Teil 2)

03.06.2009 | Autor / Redakteur: Johann baumeister / Florian Karlstetter

Auch das Anlegen von neuen Rechenjobs wird durch die Assistenten und zahlreichen Hilfen vereinfacht.
Auch das Anlegen von neuen Rechenjobs wird durch die Assistenten und zahlreichen Hilfen vereinfacht.

Relativ unbemerkt von dem Trubel um die neuen Versionen des Windows Server 2008 hat Microsoft im letzten Jahr auch ein neues Release des Windows High Performance Computing Server freigegeben. Dieser zielt auf höchste Rechenleistung für ausgewählte Anwendungsgebiete. Über die Möglichkeiten des HPC Server 2008 haben wir uns informiert.

Im ersten Teil des Beitrags wurden die Besonderheiten von High Performance Computing-Architekturen erklärt. Der zweite Teil des Artikels beschäftigt sich primär mit den Funktionen des aktuellen Windows HPC Server 2008 von Microsoft.

HPC = Windows Server 2008 plus Erweiterungen

Und genau das ist auch die Stoßrichtung des HPC Server von Microsoft. Er setzt auf der Codebasis des Windows Server 2008 auf. Damit verlangt der HPC lediglich einen x86-Rechner und benötigt keine spezielle Hardware. Die einzelnen Recheneinheiten können die Cores einer Multicore-CPU, aber auch unabhängige Rechner sein. Der gesamte Verbund der Rechenknoten kann sich dabei aus einzelnen Cores, aus den Prozessoren eines Mehrweg-Systems oder physischen Servern herkömmlicher Bauart zusammensetzen.

Der Bezug auf den Windows Server 2008 als Basissystem hat aber auch noch andere Vorzüge. Diese liegen in der Verwaltung und dem Umgang damit. Die Anwender kennen in der Regel alle den Umgang mit den Desktop-Versionen von Windows und dessen Werkzeuge und sind damit vertraut. Windows XP, Vista oder Windows 2000 sind bekanntlich auf über 90 Prozent der Desktopsysteme im Einsatz. Anwender die mit HPC-Anwendungen arbeiten, finden daher im Windows Server und dessen HPC-Erweiterungen eine vergleichbare Umgebung. Dies vereinfacht die Arbeit oder den Umstieg auf dieses Betriebssystem. Äquivalent verhält es sich mit den Administratoren. Sofern sie in der Vergangenheit bereits Windows-Server betreuten, sind sie ohnehin mit dem Windows-spezifischen Aufbau und Tools vertraut.

Virtualisierung und Emulationen vereinfachen den Umstieg

Doch auch wer bis dato ausschließlich mit anderen Cluster-Systemen, wie etwa Linux, Unix oder vergleichbaren Mainframe-Tools zu tun hatte, für den will Microsoft den Umstieg möglichst einfach machen. Durch das Microsoft Windows Subsystem für Unix lassen sich Unix-Applikationen auch unter Windows ausführen. Dieses Subsystem erweitert Windows um die Codefunktionen und Schnittstellen, so dass Unix-Applikationen direkt darauf ausgeführt werden können. In diesem Fall behält der Benutzer seine Unix-basierten Applikationen, arbeitet aber dennoch mit der Windows-Oberfläche und dessen Verwaltungstools.

Wer Linux-Systeme im Einsatz hat und diese auch weiter verwenden möchte, kann aber auch durch Virtualisierungstechniken eine Brücke schlagen. Durch die Verwendung des Suse Linux Enterprise Servers und Xen lassen sich darin auch virtuelle Maschinen mit Windows-Betriebssystemen erzeugen. Diese wiederum können als Grundlage für den HPC-Server oder dessen Knoten dienen. Auch wer lieber mit Skripten, wie etwa einer der Unix-Shell arbeitet, findet in der PowerShell von Microsoft ein Pendant.

Bei all diese gemischten Konfigurationen und Laufzeitmodellen aus Linux, Unix und Windows ist es sicherlich von Vorteil, dass die Anwender bereits mit dem GUI und der Bedienlogik von Windows durch dessen Desktopbetriebssystem, wie etwa Vista oder XP vertraut sind.

weiter mit: Entwicklung von HPC-Anwendungen

Inhalt des Artikels:

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 2022003 / Hardware)