Suchen

Filecoin, Storj und Interplanetary File System Datenspeicherung mit Blockchain-Technologien

Autor / Redakteur: Thomas Joos / Peter Schmitz

Die Blockchain-Technologie spielt auch bei der Speicherung von Daten eine wichtige Rolle. Sollen zum Beispiel Dokumente nachweislich als Originale klassifiziert werden, ist die Blockchain ideal.

Firmen zum Thema

In Zukunft ist zu erwarten, dass es mehr dezentrale Speichertechnologien gibt, die auf Blockchain-Technologien setzen.
In Zukunft ist zu erwarten, dass es mehr dezentrale Speichertechnologien gibt, die auf Blockchain-Technologien setzen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Wenn ein Dokument, zum Beispiel ein Vertrag, auf einem Dateiserver liegt, ist dessen Identität weitgehend festgestellt und nachvollziehbar. Werden aber Kopien per E-Mail versendet und an anderen Datenspeicherorten abgelegt, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, welches Dokument das originale mit dem unveränderten Inhalt ist, der von allen Beteiligten als das Original akzeptiert wurde.

Das lässt sich mit Blockchain-Technologie sicherstellen, da hier klar definiert werden kann, welches Dokument gemeint ist, auch wenn Kopien an verschiedenen Orten unterwegs sind. Dazu muss in in vielen Fällen festgelegt werden, welche Kopie eines Dokumentes der Bezugspunkt für alle anderen ist.

Blockchain verifiziert Dokumente

In der Praxis werden in Zukunft vor allem Cloud-Speicher die Unterstützung solcher Szenarien bieten und mit Blockchains zusammenarbeiten. So ist zu erwarten, dass auch Private-Cloud-Angebote entsprechende Funktionen bieten können.

Zum Beispiel bei Gesundheitsdaten reicht es nicht aus, diese einfach irgendwo zu speichern, sondern gerade hier spielen Überprüfungen, Verschlüsselung und Transparenz eine wichtige Rolle. Hier wird in Teilen schon Blockchain-Technologien eingesetzt.

Dezentralisierter Ansatz der Datenspeicherung

Bei herkömmlichen Datenspeichern werden die Dateien zentral gespeichert: Aber Datenspeicher lassen sich über mehrere Rechenzentren verteilen, synchronisieren und replizieren. Dennoch ist der Speicher einer zentralen Instanz zugeordnet, zum Beispiel „Amazon S3“ oder „Microsoft Azure Blob Storage“.

Amerikanische Firmen unterliegen jedoch dem Patriot Act und auch bei Hacker-Angriffen können unberechtigte Personen Zugriff auf Daten in einem zentralen Speichersystem erhalten. Einfach ausgedrückt müssen Unternehmen und Anwender einem Dritten ihre Daten anvertrauen und darauf hoffen, dass dieser mit den Daten verantwortungsbewusst umgeht und keinen unberechtigten Personen den Zugriff auf die Daten ermöglicht.

Würden Daten nach dem Blockchain-Ansatz gespeichert, gäbe es keinen zentralen Zugriffspunkt, sondern die Daten werden, wie bei Blockchain üblich, dezentral auf den einzelnen Clients gespeichert. Dadurch werden keine zentralen Organisationen mehr benötigt und die Daten werden sicher verschlüsselt auf verschiedenen Rechnern gespeichert. Da die Daten nicht mehr zentralisiert abgelegt werden, sind Hacker-Angriffe auf einen einzelnen Zugangspunkt recht unwahrscheinlich.

Daten dezentral und unabhängig mit Blockchain speichern

In Ländern mit eher restriktiven Regierungen, wie zum Beispiel der Türkei, China oder Russland, passiert es durchaus, dass Regierungen den Zugriff auf bestimmte Speicheranbieter sperren. Bei einem dezentralen Ansatz über die Blockchain ist das kaum möglich.

Zugegeben: Solche Speichermöglichkeiten sind aktuell noch Zukunftsvision. Aber sie können durchaus in naher Zukunft zur Realität werden.

Viele Storage-Anbieter arbeiten bereits mit der Blockchain und entwickeln ständig neue Funktionen und Einsatzgebiete. Dazu gehören auch IT-Riesen wie Microsoft, Amazon und Google. Aber auch neue Ansätze, wie im nächsten Abschnitt beschrieben, ermöglichen den Nutzen der Blockchain für die sichere und verteile Datenspeicherung.

Filecoin, Storj und Interplanetary File System

Das Projekt „Filecoin“ gehört dazu. Hier steht dezentralisierter Datenspeicher in Zusammenarbeit mit Blockchain-Technologien zur Verfügung. Das Projekt befindet sich derzeit in der Testphase. Im folgenden Video werden die Möglichkeiten des neuen Speichersystems genauer vorgestellt.

Ein weiteres Beispiel ist das Open-Source-Projekt „Interplanetary File System“ (IPFS). Auch hier werden Daten nicht zentral gespeichert, sondern dezentral.

IPFS verhält sich ähnlich wie HTTP, ist also ein Hypermedia-Protokoll für das Internet. Beim Hochladen von Daten mit IPFS werden die Daten in Fragmente/Blöcke unterteilt. Die Fragmente erhalten eigene Hashes und werden dezentral auf Knoten im Netzwerk gespeichert. IPFS arbeitet mit Bitcoin zusammen.

Storj“ ist ein Cloud-Speicher mit End-to-End-Verschlüsselung und integrierter Blockchain-Technologie. Der Anbieter stellt selbst keinerlei Speicherplatz zur Verfügung.

Das übernehmen die Anwender, die das Netzwerk nutzen: Sie stellen einen Teil ihres Speicherplatzes für Storj bereit. Andere Benutzer können den Speicherplatz dieser „Farmer“ nutzen.

Bei der Speicherung von Daten in Storj werden die Dateien aufgeteilt und die verschiedenen Blöcke verschlüsselt auf verschiedenen Rechnern der Farmer gespeichert. Nur der Besitzer der Datei weiß, wo alle Fragmente gespeichert sind. Dazu benötigt er seinen privaten Schlüssel, um auf die Hash-Tabelle der entsprechenden Datei zuzugreifen. Die einzelnen Fragmente lassen sich selbst nicht lesen und bieten auch keine Rückschlüsse auf welchen anderen Farmer-Rechner die restlichen Fragmente der Datei gespeichert sind.

Storj überprüft regelmäßig, ob die Farmer-Rechner noch online sind und bevorzugt Knotenpunkte, die besonders zuverlässig zur Verfügung stehen und über eine entsprechende Bandbreite verfügen. Normalerweise wird ein Fragment nicht nur auf einem Knoten gespeichert, sondern mindestens auf drei Knoten im Storj-Netzwerk. Ist ein Knoten nicht online, stehen immer noch zwei andere zur Verfügung.

* Der Autor, Thomas Joos, schreibt als Freelance IT-Fachartikel und -Bücher. Auf DataCenter-Insider befüllt er seinen eignen Blog mit Tipps und Tricks für Administratoren: „Toms Admin-Blog“.

(ID:46931738)

Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist