Hyperscaler-Capex im ersten Quartal um 78 % gestiegen Datacenter-Capex knackt 2026 die Billionen-Dollar-Marke, so Dell’Oro

Quelle: Pressemitteilung Dell’Oro 3 min Lesedauer

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Marktforscher von Dell’Oro heben ihre Prognose für die weltweiten Datacenter-Investitionen 2026 auf über eine Billion US-Dollar an. Treiber seien der KI-Ausbau der Hyperscaler und stark gestiegene Speicherpreise. Allein die vier großen US-Cloud-Anbieter steigerten ihre Ausgaben im ersten Quartal um 78 Prozent.

Marktforschern von Dell’Oro zufolge werden Kapitalinvestitionen in Datacenter im 2026 über eine Billion US-Dollar betragen  — Tendenz weiter steigend.(Bild:  GPT Image 2 / KI-generiert)
Marktforschern von Dell’Oro zufolge werden Kapitalinvestitionen in Datacenter im 2026 über eine Billion US-Dollar betragen — Tendenz weiter steigend.
(Bild: GPT Image 2 / KI-generiert)

Das Marktforschungshaus Dell’Oro Group legt seinen „Data Center IT Capex Quarterly Report“ zum ersten Quartal 2026 vor und korrigiert seine Jahresprognose nach oben. Die weltweiten Investitionsausgaben (Capex) für Rechenzentren sollen 2026 demnach mehr als eine Billion US-Dollar erreichen. Das ist eine Anhebung gegenüber der früheren Schätzung, die für 2026 lediglich eine Annäherung an die Billionen-Schwelle vorsah.

Den stärksten Wachstumstreiber bilden die vier größten Hyperscaler. Amazon, Google, Meta und Microsoft hätten ihre Rechenzentrums-Capex im ersten Quartal um 78 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert, so Dell’Oro. Einschätzungen weiterer Marktforscher zufolge sollen sehen „Big Four“ für das Gesamtjahr 2026 Gesamtinvestitionen in Höhe von 630 Milliarden vor nach etwa 388 Milliarden im Jahr 2025. Circa drei Viertel der Ausgaben sollen direkt in die KI-Infrastruktur fließen.

Speicherinflation ist eigenständiger Kostentreiber

Zugleich geht ein erheblicher Teil des Capex-Wachstums nicht nur auf Investitionen in den Datacenter-Aufbau, sondern auch auf teurere Komponenten zurück. „Steigende Speicher- und Storage-Preise haben die Gesamtkosten von Serversystemen im Quartal deutlich erhöht und dürften in diesem Jahr ein wesentlicher Wachstumsfaktor für die Capex bleiben“, berichtet Senior Research Director von Dell’Oro Baron Fung.

Gleichzeitig aber „beschleunigt sich der Ausbau der KI-Infrastruktur weiterhin rasant, während Hyperscaler auch ihre Allzweck-Infrastruktur ausweiteten, um das Wachstum der Public Cloud, agentische KI-Workloads sowie steigende KI-bedingte Speicheranforderungen zu bedienen“.

Nvidia Rubin wird Ausgaben im zweiten Halbjahr 2026 erhöhen

Trotz des bereits hohen Capex-Niveaus erwartet Dell’Oro im zweiten Halbjahr eine weitere Intensivierung. Als Auslöser nennt Fung den Hochlauf der neuen Generation von „Nvidia Vera Rubin“-Beschleunigern. Das Rack-System Vera Rubin NVL72 fasst 72 über NVLink verbundene Rubin-GPUs, welche zwingend eine Flüssigkeitskühlung verlangen.

Aber auch Erneuerungszyklen der hauseigenen KI-Beschleuniger der Hyperscaler würden laut Dell’Oro KI-Infrastrukturausgaben weiter in die Höhe treiben. Solche Eigenentwicklungen mindern die Abhängigkeit von Nvidia und sollen vor allem Inferenz-Workloads (Ausführung trainierter Modelle) kostengünstiger machen. Laut Dell’Oro machen GPUs und kundenspezifische Beschleuniger zusammen bereits etwa ein Drittel der gesamten Rechenzentrums-Capex aus.

Server-Markt: Dell vorn, doch die Masse läuft über Auftragsfertiger

Bei den Serverherstellern führt laut Dell’Oro Dell den Umsatz unter den Markenanbietern (OEM) an, gefolgt von Supermicro und Lenovo. Den Löwenanteil des Servergeschäfts machen jedoch markenlose „White-Box"-Systeme von Auftragsfertigern (ODM) der Hyperscaler aus. Nahezu alle Hardware-Hersteller hätten von den höheren, speicherbedingten Systempreisen profitiert.

Souveräne Clouds werden (verhalten) gefragter

Über die Hyperscaler hinaus sieht Dell’Oro Bewegung bei einzelnen Branchen und souveränen Cloud-Anbietern, allerdings in Maßen. „Über die Hyperscaler hinaus erhöhen ausgewählte Unternehmensbranchen und Sovereign-Cloud-Anbieter ihre KI-Infrastruktur-Adoption, wobei das Wachstum durch unsichere Erträge und mangelnde Infrastrukturreife begrenzt bleibt“, so Fung. Sowohl die Nachfrage nach Sovereign-Cloud-Kapazitäten als auch die Renditereife von Enterprise-KI-Produkten erscheinen so als Unsicherheitsfaktoren.

Vorgezogene Nachfrage ist potentieller Wachstumsbremser

Obwohl Dell’Oro mit einem erhöhten Investitionstempo für den Jahresverlauf rechnet, gibt es eine Einschränkung. „Während die kurzfristige Nachfrage anhält, könnten Teile der Ausgaben vor erwarteten Preiserhöhungen später im Jahr vorgezogen worden sein“, betont Fung. Die starken Quartalszahlen spiegeln also zum Teil auch vorgezogene Investitionen von Unternehmen, die von weiter steigenden Speicherpreisen im Jahresverlauf ausgehen. Hier werden die anstehenden Quartalsberichte zeigen, ob das von Dell’Oro prognostizierte Investitionstempo sich bewahrheitet oder der vorgezogenen Nachfrage eine leichte Abflachung folgt.

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