Forrester hat seinen jüngsten „European Tech Market Forecast 2025 - 2030“ veröffentlicht. Dieser prognostiziert einen Anstieg der europäischen Technologie-Ausgaben 2026 um 6,3 Prozent auf über 1,5 Billionen Euro, hauptsächlich durch KI, Cloud und Cyber-Sicherheit.
Europa zeigt, villeicht überraschender Weise, Särke.
Während US-Zölle für wirtschaftlichen Gegenwind sorgen, was insbesondere die irische Wirtschaft erheblich beeinträchtigt und den Handelsüberschuss der EU verringert, wird der breitere europäische Markt durch einen starken innereuropäischen Handel und steigende Verteidigungsausgaben gestützt. Der Bericht hebt hervor, dass Europa Investitionen in KI-optimierte Hardware, souveräne Cloud-Dienste und Data Governance beschleunigt.
Der Fokus Europas auf technologische Souveränität wird wahrscheinlich die Dynamik zwischen Anbietern und die Auswahl der Infrastruktur in den kommenden Jahren neu gestalten, denn Souveränität wird zu einem bestimmenden Thema. Europa betrachtet digitale Souveränität nicht mehr als langfristiges Ziel. Die meisten europäischen Cloud-Dienste stammen aus den USA, was Europa dazu zwingt, sich auf Cloud, Sicherheit und Datenhoheit zu konzentrieren und US-Technologie-Unternehmen rechtliche Beschränkungen aufzuerlegen.
Die Europäische Union möchte in den Bereichen Computerinfrastruktur, hochwertige Daten und branchenspezifische KI-Algorithmen eine führende Rolle im Bereich der ethischen KI einnehmen. Der Chips Act 2026 der Europäischen Kommission konzentriert sich auf „KI made in Europe“, Energie-Effizienz, die Sicherheit der europäischen KI-Chip-Versorgung und die Schaffung von fünf KI-Gigafabriken für die Entwicklung und das Training komplexer KI-Modelle.
Darüber hinaus ist das Wachstum der Technologie-Ausgaben ist ein weltweites Phänomen (siehe Kasten): In Europa werden die Ausgaben für Computerausrüstung aufgrund der Nachfrage nach KI-Servern voraussichtlich um 14,3 Prozent sprunghaft ansteigen, während die Software-Ausgaben, im Wesentlichen durch Cyber-Sicherheitsanforderungen und die Einführung von Public-Cloud-Lösungen, um 11,2 Prozent zunehmen werden.
Die weltweiten IT-Ausgaben 2026
Forrester prognostiziert, dass die weltweiten Technologie-Ausgaben im Jahr 2026 um 7,8 Prozent auf 5,6 Billionen Dollar steigen werden ; im JAhr 2025 waren es 5,2 Billionen Dollar. Zudem werden die meisten Länder trotz der US-Zölle im Jahr 2026 ein ähnliches Wirtschaftswachstum wie 2025 verzeichnen. Diese Dynamik spiegelt die anhaltenden Investitionen in KI und deren Einführung in wichtigen Branchen wider, darunter Verteidigung, Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Industrie und Einzelhandel weltweit.
Infolge dieser Investitionen werden die Technologieausgaben in Nordamerika um 9 Prozent auf 2,28 Billionen Dollar steigen, während die Investitionen im asiatisch-pazifischen Raum um 7,9 Prozent auf 1,1 Billionen Dollar steigen werden. Insgesamt werden mehr als 70 Prozent des Wachstums auf Investitionen von Unternehmen und Regierungen in Computerausrüstung und Software zurückzuführen sein.
Allerdings verteilen sich die Ausgaben nicht unbedingt gleichmäßig auf verschiedene IT-Bereiche; die Regionen setzen unterschiedliche Prioritäten. Auch wenn die Investitionen der USA in die KI-Forschung 109 Milliarden Dollar übersteigen, wirken sich die Zölle der Regierung weiterhin auf die US-Wirtschaft und die von US-Exporten abhängigen europäischen Länder aus.
Mehrere Länder treiben deshalb nationale Strategien voran, um mit den USA zu konkurrieren: So stiegt Chinas KI-Ausgabenziel im Vorjahr bereits auf 98 Milliarden Dollar; Indien treibt die Einführung von KI-Clouds voran und erweitert globale Kompetenzzentren, um 2026 ein zweistelliges Wachstum der IT-Ausgaben zu erzielen.
Die Hyperscaler
Dennoch: Die Investitionsausgaben der Hyperscaler sind hoch. Hyperscaler verzeichneten 2024 und 2025 Rekordausgaben und werden voraussichtlich zwischen 2025 und 2028 fast die Hälfte der Investitionsausgaben für KI-Infrastruktur auf sich vereinen. Forrester erwartet, dass die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für Infrastructure as a Service von 2024 bis 2030 robuste 22 Prozent erreichen wird und dass KI-bezogene Hardware bis 2030 mehr als 80 Prozent der Ausgaben für Computerausrüstung ausmachen wird, gegenüber nur 43 Prozent im Jahr 2024.
KI ist jedoch nicht nur für die Hyperscaler wichtig; auch Unternehmen und Technologie-Experten weiten den Einsatz von KI-gestützter Software-Entwicklung aus, implementieren KI-gestützte, oft mit GenAI-Echtzeit-Tools, Geschäftsanwendungen. Das hat Auswirkungen auf die Tech-Jobs. Alle Unternehmen konzentrieren sich auf KI-gestützte Tech-Talente. Die meisten Jobs werden aufgrund von KI einen moderaten bis hohen Transformationsgrad erfahren. Im Juni 2025 erreichte der Anteil der KI-bezogenen Stellenanzeigen in den USA 20 Prozent der verfügbaren Tech-Talente.
Bei Microsoft wird bis zu 30 Prozent des Codes von GenAI geschrieben. Und nach Investitionen in KI verzeichnet JPMorganChase trotz einer jährlichen Wachstumsrate von 12 Prozent bei den Bedrohungsangriffen bei gleichzeitiger eine Steigerung der Produktivität der Software-Entwickler um 10 bis 20 Prozent durch den Einsatz interner Codierungsassistenz-Tools konstante Kosten für die Betrugserkennung.
Die Highlights des Berichts
Als größter Tech-Markt Europas wird für Deutschland ein Wachstum von 5,4 Prozent im Jahr 2024 und 6,1 Prozent im Jahr 2025 prognostiziert, was einem Volumen von 253 Milliarden Euro entspricht. Michael O’Grady, Principal Forecast Analyst für den deutschen Technologiemarkt kommentiert:
„Deutschland beschleunigt seine digitale Transformation rasant, wobei der KI-Markt bis 2031 voraussichtlich um mehr als 26 Prozent wachsen wird und sich die Anzahl der KI-Startups in nur drei Jahren vervierfachen soll. Wir erleben einen entscheidenden Wandel in der Infrastruktur, bei dem die Public Cloud mehr als die Hälfte der Software-Ausgaben einnehmen wird und die Investitionen in Server um 8 Prozent steigen, um die benötigte KI-Rechenleistung zu unterstützen.“
Die Bereiche Software und Tech-Services führen in Europa das Wachstum an, wobei die Ausgaben für Software im Jahr 2024 voraussichtlich um 10,5 Prozent steigen werden.
Deutsche Unternehmen priorisieren Investitionen in künstliche Intelligenz und 60 Prozent der Entscheidungsträger führen KI bereits ein oder bauen deren Nutzung aus. Dies treibt die Nachfrage nach Public-Cloud-Plattformen und Datenanalysen stark voran.
Die Haupttreiber für technologische Innovationen bezogen auf Branchen sind Fertigungs- und die Automobilindustrie. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, konzentrieren sie sich auf industrielles IoT, Automatisierung und die digitale Transformation.
Deutschland nimmt eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung von EU-Regulierungen wie dem AI Act ein und treibt souveräne Cloud-Lösungen sowie robuste Data-Governance-Frameworks voran, um die technologische Souveränität zu sichern.
Investitionen in KI und Rechenzentren boomen
Das Wachstum von Rechenzentren in den nordischen Ländern und Südeuropa wird florieren, da Unternehmen nach Energie-effizienten, souveränen Infrastrukturoptionen außerhalb traditioneller Zentren wie London und Dublin suchen, wo die Netzengpässe immer größer werden. Das Ergebnis wird ein zweistelliges Wachstum bei KI-optimierten Servern und zugehöriger Hardware sein und liegt damit wesentlich höher als in Deutschland. Frankreich hat einen Wettbewerbsvorteil in den Bereichen KI, Quantencomputer und Raumfahrt, unterstützt durch ein dynamisches Ökosystem von Start-ups, angeführt von Mistral AI, Hugging Face und Dataiku.
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Stand: 08.12.2025
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