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Win-win: Master+ und Notstromaggregate helfen den Stromnetzen, der Anbieter spart Das erste Energiewende-Rechenzentrum steht in Essen

| Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Ulrike Ostler

Batterien sind für die Energiewende von zentraler Bedeutung; denn sie können die schwankende Einspeisung aus Erneuerbaren Energien abfedern helfen. Viele davon stehen in Rechenzentren, so wie im Fall der KSG. Diese nutzt nun „Master+“.

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Die Kraftwerks-Simulator-Gesellschaft mbH (KSG) in Essen setzt als weltweit erster Kunde „Master+“ ein und stellt so ihr Notstromaggregat für Netzdienstleistungen zur Verfügung.
Die Kraftwerks-Simulator-Gesellschaft mbH (KSG) in Essen setzt als weltweit erster Kunde „Master+“ ein und stellt so ihr Notstromaggregat für Netzdienstleistungen zur Verfügung.
(Bild: RWE AG)

Die Kraftwerks-Simulator-Gesellschaft mbH (KSG) in Essen setzt als weltweit erster Kunde „Master+“ ein und stellt ihr Notstromaggregat für Netzdienstleistungen zur Verfügung. Damit hat das erste „Energiewende-Rechenzentrum“ den Betrieb aufgenommen.

Master+ wurde von RWE Supply & Trading und Riello Power Systems entwickelt, um Backup-Batterien von Rechenzentren (RZ) auf den Energiemärkten zu vermarkten. Einerseits hofft man so die Kosten für die Anschaffung und den Betrieb zu senken, andererseits einen Beitrag zur so genannten Energiewende zu liefern.

Zusätzlich kann Master+ die Versorgungssicherheit erhöhen, da die Anlage kontinuierlich durch ein Batterie-Monitoring-System überwacht wird. Damit kann die Anlage bei Ungleichgewichten im Netz automatisch Strom aus dem Netz entnehmen oder Strom ins Netz liefern. Zudem hat RWE einen Service entwickelt, mit dem die Notstromaggregate durch wenige gezielte Einsätze das Stromnetz deutlich entlasten.

Dr. Burkhard Holl, Bereichsleiter Technik und Betrieb bei KSG, sagt: „Mit Master+ und der Vermarktung unseres Notstromaggregats können wir vom Energiemarkt profitieren. Wir verfügen über eine höhere Speicherkapazität und unser Batteriespeicher wird rund um die Uhr überwacht. Das bedeutet mehr Versorgungssicherheit, während wir gleichzeitig zusätzliche Erlöse erzielen– eine für uns sowohl gewinnbringende als auch ressourcenschonende Lösung.“

Ein weiterer Vorteil: Das Notstromaggregat wird auch mit der RWE-Fernsteuerung nicht häufiger eingesetzt als sonst. „Vereinfacht ausgedrückt takten wir die ohnehin stattfindenden Testläufe der Notstromaggregate genau so, dass die Netze entlastet werden“, so der zuständige Produktmanager Claudius Beermann von RWE. „So ersetzen wir verschleißfördernde Probebetriebe mit geringer Last durch gezielte Einsätze unter hoher Last.“

Ausbau des Rechenzentrums

Der weitere Ausbau des KSG-Rechenzentrums soll schrittweise erfolgen: In der bereits umgesetzten ersten Ausbaustufe wurden zwei USV-Batterie-Systeme mit jeweils 250 Kolowatt (kW) Leistung des Typs „Master+“ und ein Notstromaggregat mit 1.100 kW Leistung zur Sicherung der Notstromversorgung integriert. In nächsten Schritten soll die USV-Leistung auf 2 Megawatt gesteigert werden und ein zweiter Notstromdiesel hinzukommen.

Die Zertifizierung des KSG-Rechenzentrums auf Basis des „TSI“-Standards einschließlich der DIN EN 50600- spezifischen Erweiterungen wird von der TÜV-ITvorgenommen. Das Gesamtkonzept des Standortes befindet sich zurzeit in der Konformitätsprüfung zum Level 3, der für Hochverfügbarkeit steht. Der Kriterienkatalog definiert auch Anforderungen für die Planung der Gewerke Baukonstruktion, Energieversorgung und Sicherheitssysteme und legt Kriterien für den Betrieb von Rechenzentren fest.

„Master+“ wurde 2018 mit dem deutschen Rechenzentrumspreis in der Kategorie Energietechnik und 2019 mit dem eco://award in der Kategorie „Datacenter Infrastructure“ ausgezeichnet.

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Über den Autor

Dr. Dietmar Müller

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Journalist