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Was halten IT-Entscheider vom Edge Computing? Das Edge-Potenzial in Wartestellung

| Redakteur: Ulrike Ostler

Das Potenzial von Edge Computing ist greifbar, hält eine Untersuchung fest, die das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne nun vorlegt. Die im Auftrag von Aruba befragten 2.400 Unternehmen sehen jedoch noch Hürden bei der Einführung und Nutzung.

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Es gibt keine Branche, an der Edge-Computing nicht Potenzial bietet und keine Herausforderung ist.
Es gibt keine Branche, an der Edge-Computing nicht Potenzial bietet und keine Herausforderung ist.
(Bild: Aruba)

Zunächst einmal sieht die Entwicklung positiv aus; denn weltweit und in Deutschland (siehe: Bildergalerie) verwenden 72 Prozent der IT-Führungskräfte aktiv Edge-Computing-Technologien, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Weitere 16 Prozent planen dies für das nächste Jahr. Das ist umso erfreulicher als gilt: Je ausgereifter die implementierten Edge-Technologien sind, desto mehr Nutzen kann aus den gewonnenen Daten als Grundlage für Entscheidungen und Prozesse generiert werden. Außerdem empfinden 82 Prozent der IT-Entscheider die Notwendigkeit zur Einführung eines integrierten Systems am Edge als „sehr dringend“ oder „ziemlich dringend“.

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Die zentralen Ergebnisse zeigen: Unternehmen schwimmen in Daten, erkennen Edge Computing jedoch als Lösung an.

Aber: 92 Prozent der IT-Entscheider fehlt es an Schlüsselkompetenzen, um die Daten gewinnbringend zu nutzen, während 57 Prozent denken, dass die Netzwerkanbindung am Edge ihr Unternehmen anfälliger macht.

Was ist da Los? Die Fähigkeit von Unternehmen, handlungsrelevante Informationen aus Daten zu generieren, hängt in zunehmendem Maße von ihrem Leistungsvermögen ab, diese am Netzwerkrand („Edge“) zu erfassen, zu verarbeiten, zu speichern und zu analysieren. Dies belegt die Studie von Aruba, ein Hewlett Packard Enterprise Unternehmen.

Wo die Probleme zum Hindernis werden

Viele Netzwerke sind mit den riesigen Datenmengen, die von Endnutzern- und IoT-Geräten generiert werden, zunehmend überlastet. Zahlreiche IT-Führungskräfte erkennen daher, dass die Analyse von Echtzeitdaten näher am Punkt ihrer Erzeugung effizienter ist und mehr Erkenntnisse bringt, was wiederum zu besseren Geschäftsergebnissen führt.

Darüber hinaus korreliert der Reifegrad der implementierten Edge-Technologien eines Unternehmens eng mit der Fähigkeit, relevante Erkenntnisse aus den gesammelten Daten abzuleiten. 78 Prozent der IT-Entscheider die Edge-Technologien produktiv einsetzen gaben an, dass sie in der Lage seien, diese Daten zur Optimierung von Geschäftsentscheidungen oder -prozessen zu nutzen. Im Vergleich dazu befinden sich nur 42 Prozent der IT-Entscheider noch in der Pilotphase und 31 Prozent planen Pilotprojekte für das kommende Jahr.

Partha Narasimhan, CTO und HPE Senior Fellow von HPE Aruba, fasst zusammen: „Diese Untersuchung deutet darauf hin, dass die überwiegende Mehrheit der IT-Führungskräfte sich bereits mit Edge Technologien befasst oder sich darauf vorbereitet. Angesichts der bestehenden Cloud-Lösungen in Unternehmen ist die Entwicklung einer Edge-Strategie absolut notwendig, da die Zahl der angeschlossenen Geräte steigt und es nicht effizient ist, umfassende Datenbestände in eine Cloud- oder Rechenzentrumsumgebung zu übertragen; insbesondere angesichts der fortschreitenden digitalen Transformation, um Geschäftsziele zu erreichen und Kundenanforderungen zu erfüllen.“

Die Mauern

So gilt einerseits, dass die Vorteile von Edge-Technologien immer deutlicher zutage treten, da IT-Entscheider sich mit den wachsenden Datenmengen in ihren Netzwerken auseinandersetzen und die Kostenvorteile und niedrigen Latenzen von Edge Computing-Technologien erkennen, wenn sie Daten speichern und verarbeiten. Dazu passt, dass weltweit 33 Prozent der IT-Entscheider sagen, dass „es zu viele Daten gibt, die die bestehenden Systeme nicht verarbeiten können“ und 28 Prozent geben an, dass „wir die Daten nicht schnell genug verarbeiten können, um Ergebnisse rechtzeitig umzusetzen“.

Aber fast ein Viertel verweist auch auf Budgetprobleme (23 Prozent), mangelndes Fachwissen (23 Prozent) und das Unvermögen, Daten aus vielen verschiedenen Quellen zu erfassen (21 Prozent).

Effizienzsteigerungen und neue (Arbeits-)Erfahrungen rangieren weit oben

Doch wenn Daten am Netzwerkrand erfasst und analysiert werden, dann ergeben sich eine Reihe von Vorteilen, so hoffen die Befragen - von der betrieblichen Effizienz bis hin zur Möglichkeit, neue Produkte, Dienstleistungen und Einnahmequellen zu generieren. 53 Prozent der IT-Entscheider gehen davon aus, dass die „Verbesserung der betrieblichen Effizienz und der Kosten“ einer der Hauptvorteile der Erfassung und Verarbeitung von Gerätedaten an der Edge sein kann, 47 Prozent nennen die „Steigerung der Mitarbeiterproduktivität“.

Parallel dazu sind 44 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die Daten ihnen präzisere Informationen über den Kunden verschaffen können, 40 Prozent nennen die Möglichkeit, „neue differenzierte Produkte, Dienstleistungen, Einnahmequellen und Geschäftsmodelle zu etablieren“ und 40 Prozent heben das Potenzial für die personalisierte Bereitstellung von Dienstleistungen hervor.

Die IT-Entscheider konzentrieren sich zunehmend auf Edge-Computing-Technologien, um die Sicherheit, Sichtbarkeit und das Kundenerlebnis zu verbessern. Nach Sektoren gegliedert waren die beliebtesten Anwendungsbeispiele die Rückverfolgung und Überwachung einzelner Artikel in der Lieferkette im Einzelhandel (51 Prozent), der Einsatz von Gesichtserkennungstechnologien im Hotel- und Gaststättengewerbe (49 Prozent) und die Verbesserung der User Experience von Gesundheitsdienstleistern mit Always-on-Tools und -Anwendungen (49 Prozent).

Bedenken hinsichtlich Kosten, Fachwissen und IT-Sicherheit

Doch wie schon angedeutet, gibt es diverse Hürden:

32 Prozent der IT-Entscheider nennen mangelnde Fachkenntnisse, Qualifikationen oder ein fehlendes Verständnis in Bezug auf Spitzentechnologien als größte Bedenken. Bemerkenswert ist, dass die überwältigende Mehrheit (92 Prozent) der Meinung ist, dass ihnen zumindest einige Kompetenzen fehlen, die sie benötigen, um ihrer Organisation zu helfen, um aus Daten Informationen zu gewinnen.

Das sind immerhin 98 Prozent beziehungsweise 99 Prozent der IT-Entscheider im Regierungssektor und im Hotel- und Gaststättengewerbe. Auch hier fehlt es in erster Linie an KI- und Machine Learning Knowhow (43 Prozent), analytische Fähigkeiten (41 Prozent) und technische Kompetenzen (37 Prozent).

Insgesamt erzeugten die eingeschätzten Auswirkungen von Edge Technologien auf die IT-Sicherheit gemischte Gefühle. Während 57 Prozent der IT-Entscheider angeben, dass die Verwendung von IoT- oder Nutzergeräten am Netzwerkrand ihre Unternehmen anfälliger gemacht habe oder machen würde, nennen 47 Prozent eine verbesserte Sicherheit als einen der größten Vorteile der Datenerfassung.

Von der Cloud zu Edge Computing

Da der Unternehmenserfolg zunehmend von Daten abhängt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass sie an nahe am Entstehungsort zuverlässig und sicher analysiert und verarbeitet werden. Traditionelle Netzwerkarchitekturen und Betriebsprozesse, die zur Unterstützung des Cloud- und Mobilitätszeitalters entwickelt wurden, müssen sich an diese neuen Anforderungen anpassen.

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Die Schlüsselkonzepte, die für eine erfolgreiche Implementierung zu beachten sind folgende:

  • Vereinheitlichen – Der Netzwerkrand umfasst alle Netzwerkdomänen, einschließlich kabelgebundener, drahtloser und SD-WAN Lösungen; sowie alle Standorte, einschließlich Unternehmens-, Zweigstellen-, Datencenter- und Remote-Worker-Umgebungen. IT-Teams sollten nur Lösungen in Betracht ziehen, die alle Domänen und Standorte von einer einzigen „cloud native“ Anwendung heraus verwalten und alle domänenübergreifenden Ereignisse und Vorgänge zentralisieren und korrelieren kann.
  • Automatisieren – Netzwerkverfügbarkeit und -Leistung sind am Rand von entscheidender Bedeutung. IT-Teams sollten nur Lösungen erwägen, die zuverlässige, hochpräzise und spezifische KI-gestützte Einblicke geben und sich so automatisieren lassen, dass Probleme gelöst werden können, bevor sie sich auf den Betrieb oder die Mitarbeiter auswirken.
  • Schützen – Die IoT-Geräte, die die Daten erzeugen, welche die neuen Geschäftsmöglichkeiten fördern, stellen auch neue Herausforderungen in Hinblick auf IT-Sicherheit. IT-Teams sollten Lösungen in Betracht ziehen, die KI zur Erkennung, Klassifizierung und kontinuierlichen Überwachung dieser Geräte einsetzen und nahtlos mit Zugangskontrolllösungen interagieren, um automatisch zentrale Richtlinien für die Geräte festzulegen, die dafür sorgen, dass sie sicher bleiben und nur mit vorher festgelegten Netzwerkquellen kommunizieren.

„Informationen aus Daten am Netzwerkrand zu gewinnen, bietet eine Gelegenheit für Unternehmen, ihren Umgang mit Daten zu revolutionieren und ihren Wert als Geschäftsgut zu erschließen“, setzt Narasimhan hinzu. „Unternehmen, die Daten am Netzwerkrand verarbeiten, speichern und analysieren können, werden diese Daten zunächst zur Optimierung ihres bestehenden Geschäftsmodells nutzen können und im Laufe der Zeit innovative Produkte, Dienstleistungen entwickeln und Erfahrungen gewinnen, die ihr Angebot für Kunden und Mitarbeiter nicht nur erweitern, sondern auch verändern wird.“

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