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Interview mit Micro Focus-Manager über die Modernisierung von Cobol-Applikationen Cobol auf dem Mainframe und auf dem Tablet?

| Autor / Redakteur: Bernd Reder / Ulrike Ostler

Cobol ist seit mehr als 50 Jahren in Gebrauch und zählt damit zu den Veteranen unter den Programmiersprachen. Dennoch basieren auch noch heute viele Anwendungen auf Cobol, etwa im Bereich E-Commerce. Passt das noch?

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Wolfgang Drespling, Director of Application Modernisation CEN bei Micro Focus in Ismaning bei München: "Zunächst einmal ist von einer Transformation von Cobol in eine andere Sprache abzuraten. Das bietet schlichweg keinen Mehrwert."
Wolfgang Drespling, Director of Application Modernisation CEN bei Micro Focus in Ismaning bei München: "Zunächst einmal ist von einer Transformation von Cobol in eine andere Sprache abzuraten. Das bietet schlichweg keinen Mehrwert."
(Bild: Micro Fokus)

Wolfgang Drespling, Director of Application Modernisation CEN bei Micro Focus, erläutert, warum das "gute alte Cobol" in Verbindung mit Mainframes immer noch seine Berechtigung hat, speziell im Bereich Mobilkommunikation, und wie sich Cobol-Anwendungen so modernisieren lassen, dass sie auch mit Java- und C#-Applikationen zusammenarbeiten.

Welche Rolle spielen Mainframes generell im Bereich Mobilkommunikation? Ist diese Plattform eigentlich noch zeitgemäß oder wird sie von anderen Systemen abgelöst, etwa von Servern auf Basis von x86-Prozessoren?

Wolfgang Drespling: Die Plattform spielt nach wie vor eine wichtige Rolle, da sich viele Applikationen, auf die ein Zugriff von mobilen Geräten aus ermöglicht werden soll, auf Mainframes befinden. So sind Mainframe-Anwendungen heute das Backbone in einer Vielzahl von E-Commerce-Anwendungen. Im Bankenbereich oder Versicherungswesen greifen Transaktionen, die der Anwender von seinem Smartphone oder Tablet-System aus startet, direkt auf die Mainframe-Kernsysteme zu, beispielsweise auf ein Core-Banking-System oder Bestandsführungssystem einer Versicherung.

Welche Bedeutung haben Mobilanwendungen, die in Cobol geschrieben wurden? Angeblich werden täglich ja 100 bis 200 Mal mehr Transkationen von Cobol-Anwendungen abgewickelt als von Google.

Wolfgang Drespling:: Primär geht es hier nicht um in Cobol realisierte Mobil-Anwendungen. Entscheidend ist vielmehr die Anbindung der in Java umgesetzten mobilen Applikationen an die Cobol-basierenden Mainframe-Anwendungen. Neue Technologien erlauben es allerdings auch, Cobol-Anwendungen in einer Java-Laufzeitumgebung eines Smartphones oder Tablet-PCs zu betreiben.

Wie hoch ist der Prozentsatz von Cobol-Applikationen unter allen Mobilapplikationen und können Sie Beispiele für solche Anwendungen nennen?

Wolfgang Drespling: Der Anteil von Cobol-Anwendungen ist hier eher gering. Trotzdem gibt es Beispiele wie etwa die Tarifrechner von Versicherungen, die als Cobol-Applikationen in Java-Laufzeitumgebungen verwendet werden.

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