Dynamischer Lastausgleich verteilt VMs im Cluster Cluster Resource Scheduler in Proxmox verschiebt VMs auf Basis der Auslastung

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Proxmox VE 9.2 bewegt virtuelle Maschinen automatisch über die Knoten eines Clusters, sobald deren CPU- und RAM-Auslastung aus dem Gleichgewicht gerät. Hinzu kommen WireGuard und BGP direkt im Software-defined-Network und eine Oberfläche für eigene CPU-Modelle. Der Unterbau wechselt auf Debian 13.5.

Dynamischer Lastausgleich verteilt VMs im Cluster(Bild:  Thomas Joos)
Dynamischer Lastausgleich verteilt VMs im Cluster
(Bild: Thomas Joos)

Die Proxmox Server Solutions GmbH liefert Version 9.2 ihrer Virtualisierungsplattform mit einem dynamischen Lastausgleich aus. Der Cluster Resource Scheduler, kurz CRS, bewertet die Auslastung jedes Knotens und jedes Gastes fortlaufend und migriert hochverfügbare Gäste auf Hosts mit freien Reserven. Administratoren bearbeiten damit ein Problem, das in wachsenden Clustern an Gewicht gewinnt: die ungleiche Verteilung von Rechenlast nach Neustarts und Live-Migrationen.

Lastausgleich nach realer Auslastung

Der Scheduler stützt sich auf gemessene Werte zu CPU und Arbeitsspeicher statt auf starre Platzierungsregeln. Registriert das System eine Schieflage zwischen den Knoten, plant es die Migration einzelner HA-Gäste auf weniger ausgelastete Hosts und senkt so die Gesamtbelastung der am stärksten beanspruchten Maschinen. Der Vorgang läuft ohne Eingriff von Hand, sobald der Administrator die Automatik im Cluster aktiviert. Den Scheduler nutzt die Plattform schon bei der Startplatzierung neuer Gäste, sodass die Verteilung von Beginn an ausgewogen bleibt. Damit reagiert die Plattform auf Lastspitzen, die nach einem Knotenausfall oder einer Wartung auftreten, und hält die Reaktionszeiten der Gäste in einem engen Rahmen.

Netzwerk mit WireGuard und BGP

Der SDN-Stack der Version 9.2 unterstützt WireGuard und BGP nun direkt, ohne Umweg über zusätzliche Pakete. Mit Route Maps und Prefix-Listen steuern Netzwerk-Teams, welche Routen die Plattform zwischen den Segmenten weitergibt und welche sie zurückhält. Verschlüsselte Tunnel über WireGuard verbinden verteilte Standorte, das dynamische Routing über BGP hält die Erreichbarkeit der virtuellen Netze auch bei Pfadwechseln aufrecht. Die Einbindung in die vorhandene SDN-Oberfläche hält die Konfiguration an einer Stelle und macht separate Router für diese Aufgaben überflüssig. Für mandantenfähige Umgebungen gewinnt die Plattform damit Kontrolle über den Verkehr zwischen den Kunden.

Eigene CPU-Modelle und geplante Wartung

Eine neue Oberfläche legt eigene CPU-Modelle an, bearbeitet sie und entfernt sie direkt im Webinterface. Solche Profile halten den sichtbaren Befehlssatz über gemischte Prozessorgenerationen hinweg gleich und sichern damit die Live-Migration zwischen älteren und neueren Hosts. Für geplante Eingriffe lässt sich der HA-Stack clusterweit anhalten und nach der Wartung wieder aktivieren, ohne dass die Hochverfügbarkeit ungewollt Migrationen auslöst. Beide Funktionen verkürzen die Vorbereitung größerer Wartungsfenster und senken das Risiko ungeplanter Verschiebungen. Der technische Unterbau ruht auf Debian 13.5 Trixie mit Linux-Kernel 7.0, dazu kommen QEMU 11.0, LXC 7.0 und ZFS 2.4.

Fazit

Mit dem dynamischen Lastausgleich rückt Proxmox VE 9.2 eine Funktion nach, die kommerzielle Virtualisierer länger bieten. Die native Einbindung von WireGuard und BGP sowie die Verwaltung eigener CPU-Modelle erweitern den Spielraum für RZ-Betreiber, die ihre Cluster ohne Lizenzkosten skalieren.

(ID:50883935)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu RZ- und Server-Technik

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung