Rechenzentrumsausbau in den USA Meta baut 1-Gigawatt-Rechenzentrum in Texas

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

Rund 14 Milliarden Dollar investieren Meta und BlackRock in das Projekt. Der Ausbau der KI-Infrastruktur schreitet damit weiter voran. Warum dabei die Finanzierungsmodelle stärker in den Fokus rücken.

Meta treibt den Ausbau seiner KI-Infrastruktur weiter voran. Gemeinsam mit Blackrock entsteht in Texas ein Rechenzentrum mit einer IT-Leistung von einem Gigawatt.(Bild:  Meta)
Meta treibt den Ausbau seiner KI-Infrastruktur weiter voran. Gemeinsam mit Blackrock entsteht in Texas ein Rechenzentrum mit einer IT-Leistung von einem Gigawatt.
(Bild: Meta)

Mit dem Projekt setzt Meta den Ausbau seiner KI-Infrastruktur fort. Gleichzeitig wächst die Diskussion darüber, wie sich Rechenzentren dieser Größenordnung finanzieren lassen.

Meta und der Vermögensverwalter Blackrock bauen gemeinsam ein Rechenzentrum mit einer IT-Leistung von einem Gigawatt in El Paso im US-Bundesstaat Texas.

Das Projekt soll rund 14 Milliarden Dollar kosten. Blackrock hält 80 Prozent an dem Joint Venture und finanziert einen Teil seiner Beteiligung über Fremdkapital.

Für Meta ist es ein weiterer Schritt beim Ausbau der KI-Infrastruktur und eines der größten Rechenzentrumsprojekte des Unternehmens.

KI-Ausbau erhöht den Kapitalbedarf

Laut einer Recherche des Handelsblatts greifen Technologieunternehmen beim Ausbau ihrer KI-Infrastruktur verstärkt auf Zweckgesellschaften, sogenannte Special Purpose Vehicles (SPVs), zurück.

Diese Gesellschaften nehmen Kapital für Rechenzentrumsprojekte auf und vermieten die Anlagen anschließend an die Betreiber.

Nach Darstellung des Handelsblatts verlagern sich damit Teile der Finanzierungsrisiken auf Fonds, Versicherungen und weitere institutionelle Investoren.

Dem Bericht zufolge investieren Amazon, Alphabet, Meta, Microsoft und Oracle in diesem Jahr zusammen rund 690 Milliarden Dollar in Rechenzentren und KI-Infrastruktur. Für das kommende Jahr erwartet das Handelsblatt einen weiteren Anstieg auf 870 Milliarden Dollar.

Finanzierung gerät stärker in den Blick

Nach Einschätzung des Handelsblatts wachsen mit den Investitionen auch die Risiken. Steigende Zinsen verteuern die Finanzierung neuer Projekte, während Investoren komplexe Finanzierungsstrukturen zunehmend kritischer bewerten.

In einer von der Zeitung zitierten Umfrage der Bank of America sehen zahlreiche Fondsmanager die hohen KI-Ausgaben der Technologiekonzerne inzwischen als potenziellen Auslöser eines künftigen Kreditereignisses.

Auch für das Rechenzentrum in Texas setzt Meta auf ein vergleichbares Modell. Blackrock übernimmt den Großteil der Beteiligung am Joint Venture, während Meta Grundstücke und bereits im Bau befindliche Immobilien einbringt.

Operative Stärke als Gegenargument

Nicht alle Marktbeobachter bewerten diese Entwicklung kritisch. Serge Nussbaumer, Head Public Solutions und Kapitalmarktexperte bei Maverix, verweist auf die jüngsten Quartalszahlen von Meta.

Das Werbegeschäft generiere weiterhin hohe freie Cashflows, die den Ausbau der KI-Infrastruktur ermöglichten. Entscheidend sei aus Sicht der Kapitalmärkte weniger die Höhe der Investitionen als die Fähigkeit, diese in Umsatzwachstum, steigende Gewinne und nachhaltige Cashflows umzusetzen.

Meta nennt Eckdaten zum Standort

Nach Angaben von Meta entsteht in El Paso das dritte Rechenzentrum des Unternehmens in Texas. Während der Bauphase sollen in Spitzenzeiten bis zu 4.000 Fachkräfte auf der Baustelle arbeiten. Nach der Inbetriebnahme rechnet Meta mit mehr als 300 dauerhaften Arbeitsplätzen. Darüber hinaus kündigt das Unternehmen Investitionen in Straßen-, Wasser- und Energieinfrastruktur sowie Programme für Schulen und gemeinnützige Organisationen an.

Nach Unternehmensangaben soll das Rechenzentrum überwiegend mit einem geschlossenen Flüssigkühlsystem arbeiten, das den Wasserverbrauch reduziert. Zudem verweist Meta auf Investitionen in erneuerbare Energien und darauf, die Kosten für den erforderlichen Ausbau der Energieinfrastruktur selbst zu tragen.

Mit dem wachsenden Bedarf an KI-Rechenleistung rückt damit nicht nur der Ausbau neuer Rechenzentren in den Fokus, sondern auch die Frage, wie sich Projekte dieser Größenordnung langfristig finanzieren lassen und welche Risiken die gewählten Modelle mit sich bringen.

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