„Colossus” bezeichnet einen 16-Nanometer IPU-Chip

Britisches Startup Graphcore bringt KI-Chip auf den Markt

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die beiden Graphcore-Gründer: CTO Simon Knowles (links) und CEO Nigel Toon wollen einen eigenen KI-Chip auf den Markt bringen.
Die beiden Graphcore-Gründer: CTO Simon Knowles (links) und CEO Nigel Toon wollen einen eigenen KI-Chip auf den Markt bringen. (Bild: Graphcore)

Noch in diesem Jahr sollen die ersten „intelligent Processor Units“ (IPUs) des britischen Herstellers Graphcore auf den Markt kommen. Zwei Finanzierungsrunden mit jeweils 30 Millionen Dollar hat das Unternehmen hinter sich. Der Chip, Codename „Colossus“, ist speziell für Enterprise Datacenter und Cloud-Umgebungen gedacht.

Im Wesentlichen handelt es sich um einen 16-Nanometer-Chip, der optimiert ist für die massive-parallele Verarbeitung in Kombination mit einem Prozessor, der für präzise Floating Point-Operationen gedacht ist. Insgesamt sollen 1.000 Prozessoreinheiten auf dem so genannten FinFET-Chip (FinFET = fin field-effect transistor) untergebracht werden. Damit zielt die Plattform auf Anwendungen Künstlicher Intelligenz.

Noch ist Graphcore sparsam mit Informationen über den neuen Chip.
Noch ist Graphcore sparsam mit Informationen über den neuen Chip. (Bild: Graphcore)

CTO Simon Knowles hat das Design erstmals “Research and Applied AI Summit” (RAAIS), Ende Juni vorgestellt. „EE News Europe” zitierte ihn: „Es handelt sich nicht um eine Art GPU; es ist ein FinFET-Chip, von den wir zwei auf einer PCI-Express-Karte packen und verbinden.“ Allerdings lasse sich das Design wie eine GPU-Karte einbauen. „Man kann den Chip in dieselben Sockets stecken und man kann sogar dieselbe Software nutzen, zum Beispiel die, die in ´Tensorflow` geschrieben wurde. Allerdings wird der Chip schneller laufen, bei geringerem Strombedarf aber in derselben physischen Passform.“

Laut Graphcore soll die Performace sowohl gut über der Nvidia-GPU „Volta“ als liegen als auch die „Google TPU2“ locker schlagen. Erste Kunden sollen noch in diesem Jahr den Chip ausprobieren dürfen. Die generelle Verfügbarkeit ist für 2018 geplant. Dann soll die Graphcore-Mannschafft von nun 30 auf 60 Mitarbeiter wachsen.

Die Anwendungen sollten aus dem Bereich Artificial Intelligence (AI) sein; doch nicht primär das Training neuronaler Netze. Derzeit arbeitet Graphcore am Aufbau einer Partner und Entwickler-Community, die mit dem hauseigenen „Poplar Graph Framework“ arbeiten will. Die Software stellt Schnittstellen zu verschiedenen anderen Machine-Learning-Frameworks her, Tensorflow, „Mxnet“, „Caffe2“ und „Pytorch“ eingeschlossen.

Graphcore stellt Schnittstellen bereit, die es erlauben, mit bekannten Tools neue KI-Anwendungen zu entwickkeln und bereits existente auf Colossum laufen zu lassen.
Graphcore stellt Schnittstellen bereit, die es erlauben, mit bekannten Tools neue KI-Anwendungen zu entwickkeln und bereits existente auf Colossum laufen zu lassen. (Bild: Graphcore)

Geldgeber für die zweite, in der vergangenen Woche abgeschlossenen Finanzierungsrunde sind Amadeus Capital, Robert Bosch Venture Capital, C4 Ventures, Dell, Technologies Capital, Draper Esprit, Foundation Capital, Pitango, Samsung Catalyst Fund sowie Atomico IV. Darüber hinaus investieren auch Einzelpersonen: Zoubin Ghahramani, Cheftechniker bei Uber; Mitgründer des AI-Startup Deepmind Demis Hassabis, UC Berkeley Professor und OpenAI-Forscher Pieter Abbeel sowie die Mitgründer der KI-Non-Proft-Organisation OpenAI Greg Brockman und Ilya Sutskever.

Siraj Khaliq, ein Partner bei Atomico, wird bei Graphcore als Director anheuern. Er hatte bereits The Climate Corporation mitgegründet und dort als CTO fungiert. Die Firma hat Software für maschinelles Lernen entwickelt und wurde 2013 für rund 1 Milliarde Dollar an Monsanto verkauft. Außerdem hatte er davor am „Google Bokk Serach Project“ mitgearbeitet.

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