Berliner Managed-Hosting-Spezialist migriert von Open VZ auf Parallels Virtuozzo Containers

Berliner Hoster Syseleven setzt auf Softwarevirtualisierung

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Daher stand für Syseleven nur noch die Frage im Raum, ob sie aufgrund der lange Historie mit Open VZ im Linux-Bereich bei dieser Opensource-Software bleiben oder ob sie auf das kommerzielle Produkt Parallels Virtuozzo Containers for Linux auf die Version 4.0 umsteigen. „Wir wollten aus unserem neuen Setup vor allem die Argumentation über Servicelevel herausstellen. Dazu ist es nötig, dass wir auf eine sauber unterstützte Plattform gehen“, erläutert Korthaus die prinzipielle Ausrichtung.

„Tritt beim Betriebssystem ein Fehler auf, sind wir in der Lage, ein entsprechendes Troubleticket aufzumachen und der Hersteller kümmert sich schnell und mit einer klaren Ansage zum Timing, dass dieser Fehler behoben wird. Bei Opensource-Software läuft das anders. Hier muss der Anwender entweder den Fehler in die zugehörige Community zurückspiegeln und dann darauf warten, dass sich jemand um eine Lösung kümmert. Oder aber er packt das Eisen selbst an – sprich ein Unternehmen hält sich dazu Entwickler-Kapazitäten vor.“

Schnellere Performance

Für ein Unternehmen, das Managed Hosting betreibt, sei ein Ansatz auf der Basis von Parallels Virtuozzo Containers ein klarer Wettbewerbsvorteil, so Korthaus. Bereits in den Tests zur Migration hat Syseleven herausgefunden, dass die Systeme – bei gleicher Hardware, damals noch mit lokalen Festplatten – schneller sind. „Wir haben das Gefühl, dass Parallels Virtuozzo Containers die Hardware komplett ausnützt, da sind Beschleunigungen um bis zu 20 Prozent zu bemerken.“

Nach dem Umstieg hakt Korthaus die erwarteten Pluspunkte ab: „Die Verwaltung der Systeme ist merklich besser geworden. Neue Container lassen sich deutlich schneller ausrollen, die Template-Verwaltung für die Kunden ist viel einfacher geworden. Über das neue Web-Interface des Verwaltungs-Tools besteht auch die Möglichkeit, dass derartige Aufgaben auch jemand machen kann, der nicht so tief in der Materie steckt.“ Ein interessanter Nebeneffekt trete bei Präsentationen vor Interessenten auf: Da könne man einem Kunden auch vorführen, wie schnell diese Verwaltung geht.

Höhere Packungsdichte

Die Packungsdichte der virtuellen Maschinen auf einem Host spricht ebenfalls für Parallels Virtuozzo Containers. Hier nennt Korthaus das Argument Memory-Overcommitment, mit dem mehr Speicher an verschiedene Applikationen zugewiesen wird als auf einem System installiert ist: „Dabei kommt es darauf an, dass der richtige Mix an Containern auf einem System besteht. Es gibt Dienste, die benötigen viel RAM, nutzen ihn und geben ihn dann wieder frei. Andere Applikationen wie z.B. Memcached dagegen schnappen sich den Arbeitsspeicher und geben ihn nicht mehr zurück. Habe ich nun eine gute Mischung, kann ich ein System optimal ausnutzen – ohne dass die Performance leidet.“ Im Vergleich zu Open VZ sei bei Parallels Virtuozzo Containers das Overcommitment besser gelöst. Ziel bei Syseleven sei schließlich, die Systeme mit bester Performance, nicht mit höchster Packungsdichte für den Kunden zu betreiben.

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