Nach Strategiewechsel Atos organisiert sich neu

Von Melanie Staudacher

Nach einem Umsatzrückgang in 2021 strukturiert die Atos Gruppe die Geschäftsaktivitäten künftig in drei verschiedene Geschäftsbereiche und vier Regionen um. Auch der Vorstand wurde verkleinert. Dadurch sollen die Umsatzzahlen wieder steigen.

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Atos reagiert mit einer Umstrukturierung auf den Umsatzrückgang des vergangenen Jahres.
Atos reagiert mit einer Umstrukturierung auf den Umsatzrückgang des vergangenen Jahres.
(Bild: ROMI/REA)

Im vergangenen Jahr beschloss der französische Dienstleister Atos, sein Portfolio neu auszurichten und sich auf Cloud Services zu fokussieren. In diesem Zuge hat Atos Anfang Januar die Übernahme von Cloudreach, einem Anbieter von Multicloud-Services, abgeschlossen. Man wolle weg von „klassischen Infrastrukturdiensten und Unified Communications & Collaboration“, hieß es in einer Mitteilung über die Finanzzahlen für 2021.

Der Mitteilung zufolge erzielte Atos 2021 zwar einen Umsatz von 10,8 Milliarden Euro, was jedoch einem Rückgang von 2,4 Prozent entspricht. Zurückgeführt hat das Unternehmen diese Entwicklung unter anderem auf „die unerwartete Neubewertung der Kosten für Transformation, Replatforming und den Betrieb eines Business-Process-Outsourcing-Vertrags für Finanzdienstleistungen, der 2018 für 15 Jahre mit einem großen britischen Finanzinstitut unterzeichnet wurde“. Des Weiteren musste der Dienstleister Big-Data- und UCC-Projekte aufgrund von Lieferschwierigkeiten und Kundenwünschen von Ende 2021 auf 2022 verschieben.

Um wieder Wachstumskurs aufzunehmen und wirtschaftlicher zu agieren, organisiert sich Atos, seit Januar 2022 unter der Führung des neuen CEO Rodolphe Belmer, neu. Zum einen wurde die Unternehmensführung gestrafft und in drei Geschäftsbereiche untergliedert:

  • Tech Foundations bündelt die Anlage-intensiven Geschäftstätigkeiten von Atos und umfasst Datacenter & Hosting, Digital Workplace, Unified Communications & Collaboration sowie Business Process Outsourcing. Dieser Geschäftsbereich unterliegt der Verantwortung von Nourdine Bihmane.
  • Digital umschreibt das Service-Geschäft von Atos, in dem der IT-Dienstleister seine Kunden bei der Digitalen Transformation unterstützt. Der Geschäftsbereich unterliegt der Verantwortung von Rakesh Khanna.
  • Big Data & Security stuft Atos als besonders wachstumsstark ein. In diesem Geschäftsbereich bündelt das Unternehmen Cybersecurity-Produkte und -Anwendungen, Edge Computing sowie Critical Systems. Pierre Barnabé bleibt weiterhin in der Verantwortung für diesen Bereich.

Zum anderen wurden die Regionen in denen Atos agiert neu aufgeteilt:

  • Nordeuropa und die Region Asia Pacific (APAC) unterliegen der Verantwortung von Adrian Gregory.
  • Zentraleuropa unterliegt der Verantwortung von Clay van Doren.
  • Südeuropa unterliegt der Verantwortung von Yannick Tricaud.
  • Amerika, Nord- und Südamerika unterliegen der Verantwortung von Dave Seybold.

Vor der Umstrukturierung war die Atos Gruppe in 15 Geschäftsbereiche und fünf Regionen aufgeteilt.

Auch im Executive Committee gibt es Veränderungen: Statt 21 Mitgliedern zählt der Vorstand nun nur noch elf Mitglieder. Zu diesen gehören CEO Rodolphe Belmer, Adrian Gregor, Nourdine Bihmane, Uwe Steller, Ton van Doren, Rakesh Khanna, Paul Petersen, Yannick Tricaud, Pierre Barnabé, Alexander Menais und David Seybold.

Außerdem hat die Gruppe die Industriezweige, die sie bedient, angepasst. Nun sind die Zweige nicht mehr in sechs Industrien untergliedert, sondern nur noch in zwei: Diejenige, die eher lokaler Natur oder praxisspezifisch sind, wie der Public Sector und Defense Manufacturing, werden in den neuen Regionen umverteilt. Branchen mit globaler Relevanz, wie Financial Services und Healthcare, werden Teil des neu geschaffenen „Commercial Center of Excellence“, welches global agiert.

Die Aufgabe des Commercial Center of Excellence ist es, Best Practices für Atos zu entwickeln, um Geschäftstätigkeiten zu standardisieren. Dabei soll sich das Team auf große globale Vertriebskunden, Vertriebsabläufe, Allianzen und Partnerschaften konzentrieren.

Belmer fasst zusammen: „Ich bin überzeugt, dass Atos über alle Voraussetzungen verfügt, um wieder auf Kurs zu kommen. Die klare Fokussierung auf drei separate Geschäftsbereiche wird die wirtschaftliche Leistung und Wertschöpfung maximieren. Die verstärkte Konzentration auf Großkunden und Hyperscaler, Kompetenzzentren zur Förderung standardisierter Best Practices im gesamten Unternehmen sowie ein verschlanktes Executive Committee tragen ebenfalls zur Erhöhung der Verantwortlichkeit und Schnelligkeit der Entscheidungsfindung bei.“

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