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Die x86-Alternative – bessere Performance und Effizienz ARM-basierte Server erobern Rechenzentren

| Autor / Redakteur: Andreas Olah / Jürgen Sprenzinger

ARM ist eine RISC-basierende Prozessorarchitektur, die bei mobilen Geräten heute schon weit verbreitet ist. Nun ist sie auch im Server-Bereich angekommen und greift das Quasi-Monopol der x86-Prozessoren von Intel an, sagt IDC.

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Die ARM-Technologie ist eine sinnvolle Alternative für statische oder Web-orientiere Workloads
Die ARM-Technologie ist eine sinnvolle Alternative für statische oder Web-orientiere Workloads
(Bild: AMD)

Energiesparende Server auf ARM-Basis haben sich aufgemacht, die größten Hyperscale-Rechenzentren zu erobern. Die Technologie wird in einigen großen Unternehmen noch getestet, ist aber bereits von Applied Micro, Calxeda und einigen weiteren Anbietern erhältlich.

AMD als einer der großen Player lässt gerade seine Marketing-Muskeln spielen, wird mit der Auslieferung jedoch erst im zweiten Halbjahr 2013 beginnen. Gleichzeitig überlegen die großen Halbleiterhersteller wie Samsung oder Broadcomm, ob sie in diesen Markt einsteigen wollen.

Eine sinnvolle Alternative

IDC erwartet, dass ARM eine sinnvolle Alternative für statische oder Web-orientiere Workloads im unteren Anforderungssegment sein wird (verhältnismäßig einfache Transaktionen, Webseiten ohne große Interaktion). Hier werden keine großen Ansprüche an die Leistungsfähigkeit von CPU, GPU und Speicher gestellt.

Im Gegensatz dazu stehen komplexere E-Commerce-Seiten oder Online-Gaming-Angebote sowie ausgefeilte Unternehmensanwendungen. Durch einen Wechsel auf ARM lassen sich hier im Vergleich zu Intel-basierenden x86-Server deutliche Kosteneinsparungen erzielen.

Die großen ARM-Anbieter heizen den Wettbewerb an und könnten möglicherweise für Preissenkungen bei „Atom"- und „Xeon“-Prozessoren sorgen. Das heißt, dass diese Prozessoren für Unternehmen jeder Größe wahrscheinlich erschwinglicher werden.

Leistungsfähigkeit – immer ein Thema

Das wiederum ist von elementarer Bedeutung, um mit den exponentiell wachsenden Datenmengen zurecht zu kommen. Allerdings ist die Leistungsfähigkeit noch immer ein Thema. Das ARM-Ökosystem muss sich erst mit der Zeit entwickeln, bevor seine offene Community ernsthafte Mehrwerte für die Anwender bieten kann.

Die ARM-Technologie befindet sich noch in einer frühen Entwicklungsphase. Daher empfiehlt IDC Kunden mit großen Rechenzentren, den Einsatz von ARM nun zu testen und zu evaluieren, falls nicht bereits geschehen. Vor einem Umstieg auf ARM sollten sich die Kunden vergewissern, dass diese Technologie ohne Einschränkungen in der Lage ist, die spezifischen Workloads ohne Unterbrechungen, Downtimes oder Latenzproblemen zu bewältigen.

Auch die Kompatibilität zu bereits vorhandenen Management-Systemen und Virtualisierungsumgebungen muss genau geprüft werden. Zudem sollten die Kunden hybride Lösungen mit ARM- und x86-Kernen in ihre Überlegungen mit einbeziehen. Dieses könnte in Form einer selbst entwickelten, Prozessor-unabhängigen Struktur auf der Basis von Open-Compute-Standards erfolgen.

Cloud-Dienstleister und Hoster profitieren als erste

Besonders Cloud-Dienstleister und Hoster können von der Einführung von ARM-Servern profitieren und das bessere Leistung-pro-Watt-Verhältnis als Wettbewerbsvorteil nutzen. Der günstigere Preis der ARM-Kerne kann zudem für die größten Rechenzentren Einsparungen in Millionenhöhe nach sich ziehen.

Allerdings bietet die 32-Bit-Variante der ARM-Architektur, wie sie aktuell von einigen wenigen Herstellern angeboten wird, nur eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Sie eignet sich unter Umständen nur für statische Workloads, etwa in einigen Bereichen des dedizierten Hostings oder beim Web-Hosting.

Es ist allerdings zu erwarten, dass 2014 eine leistungsfähigere 64-Bit-Variante allgemein verfügbar sein wird. Diese könnte dann auch auf Big-Data-Analysen im mittleren Segment und Unternehmensanwendungen ausgerichtet sein. Damit wäre sie für die Finanzbranche, Forschung und den öffentlichen Bereich interessant.

Der Autor:

Der Autor Andreas Olah
Der Autor Andreas Olah
(Bild: IDC)
Andreas Olah arbeitet seit 2012 als Research Analyst bei IDC in der EMEA Systems and Infrastructure Solutions Group. In seiner Funktion betrachtet er den Enterprise Server Markt; sein Themengebiet umfasst x86 Server, Virtualisierung und Datencenter.

Darüber hinaus erstellt er Marktanalysen zu Blade Servern, Datencenter-Infrastruktur, Server-Architektur und Prognosen zum Wettbewerbsverhalten auf dem Server-Markt. Zudem trägt er zur Zusammenstellung von Marktinformationen für denIDC EMEA Quarterly x86 Tracker bei und arbeitet in Kooperation mit dem IDC Consulting-Team.

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