Das Imperium schlägt zurück

Amazon kickt Oracle ´raus

| Redakteur: Ulrike Ostler

Eine Datenbank-Migration dauert unter Umständen Jahre, erst recht wenn das Unternehmen Amazon heißt, das seine Orcale-Software abstoßen will.
Eine Datenbank-Migration dauert unter Umständen Jahre, erst recht wenn das Unternehmen Amazon heißt, das seine Orcale-Software abstoßen will. (Source: gemeinfrei -geralt/ Pixabay / CC0)

Wie das US-Nachrichtenportal „CNBC“ berichtet, plant Amazon Oracle-Software bis Anfang 2020 komplett abzuschaffen. Der Grund: Oracle sei nicht in der Lage, mit AWS und anderen Anbietern von Cloud-Infrastrukturen Schritt zu halten.

Vor knapp zwei Jahren, als Oracle-Chef Larry Ellison die Datenbank-Version 18c ankündigte, tat er das mit einem sichtbaren Vergnügen an Performance-Vergleichen: die Oracle-Software in der Cloud von Amazon Web Services (AWS) versus die Oracle-Datenbank in der Oracle-eigenen Cloud. Die hauseigene Plattform gewann in allen Fällen. Außerdem bediente Oracle seinen Cloud-Wettbewerber mit weniger frischen Updates.

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Damals lästerte er zudem, dass selbst Wettbewerber, die keinen Grund hätten, Oracle zu mögen, weiterhin ihr gesamtes Geschäft auf Oracle betrieben, wie AWS. Noch in diesem Jahr wiederholte er: „Lass mich sagen, wer nicht von Oracle wegzieht“,.so Ellison Es gebe ein Unternehmen, von dem so mancher gehört habe, das in diesem Quartal weitere 50 Millionen Dollar für den Kauf von Oracle-Datenbanken und anderen Oracle-Technologien ausgegeben habe. „Diese Firma ist Amazon.“

Doch nun wurde bekannt, dass der E-Commerce-Riese offenbar bereits vier oder gar fünf Jahren Oracle-Software ´rausschmeißt und der Übergang zu Alternativen bereits im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll. Zudem habe es seit geraumer Zeit keine Entwicklung neuer Technologien auf Basis von Oracle-Datenbanken mehr gegeben.

Bis spätestens zum ersten Quartal 2020 will Amazon sich vollständig von der proprietärer Datenbanksoftware verabschiedet haben, bezieht sich CNBC auf Quellen, die damit vertraut seien.

Aktienverlauf Oracle
Aktienverlauf Oracle (Source: Google)

Das schadet der Ellison-Company durchaus. Nach dem Bekanntwerden am vergangenen Mittwoch sank der Aktienwert um rund 1 Prozent. Zudem legte das Unternehmen in den vergangenen Jahren kaum an Wert zu: Während der Amazon, auch dank AWS, dessen Umsatz im zweiten Quartal dieses Jahres um 49 Prozent gewachsen ist, seit Beginn des Jahres das zweitwertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt ist, ist die Oracle-Aktie nur knapp etwas mehr wert als Ende 2014. Zudem hat Oracle im vergangenen Quartal aufgehört, die Höhe der Einnahmen aus seinem Cloud-Geschäft bekannt zu geben. CNBC schreibt: „Die Investoren können die Größe der Cloud-Services von Oracle nur erahnen.“

Nun behaupten die CNBC-Quellen zudem, dass das Hauptproblem, mit dem Amazon bei Oracle konfrontiert ist, die Unfähigkeit der Datenbanktechnologie sei, die Leistungsanforderungen von Amazon zu erfüllen. CNBC bringt das zusammen mit der Beinahe-Krise der „Prime Day-Shopping“-Events im vergangenen Monat, als sich die Systeme des Unternehmens als unfähig erwiesen, einen plötzlichen Verkehrsanstieg zu bewältigen. Käufer berichteten von zahlreichen Fehlern beim Versuch, auf die Website zuzugreifen, und „CNBC erfuhr, dass das Chaos mit einer Panne in dem internen Programm ´Sable` zusammenhing, das von Amazon verwendet wird, um Speicherdienste für seine Einzelhandels- und Digitalgeschäfte bereitzustellen“, schreibt das US-Portal.

Die Rivalität zwischen AWS und Oracle begann 2014, nachdem AWS den relationalen Datenbankdienst „Aurora“ eingeführt hatte; denn dieser zielt auf den Kernmarkt von Oracle. Capital One, Expedia, GE und Verizon gehören laut AWS-Website zu den Unternehmen, die Aurora einsetzen. Zudem bietet AWS ein Tool an, mit dem Unternehmen Datenbanken in die Cloud verschieben können. Über den „Database Migration Service“, sei der Transfer von mehr als 80.000 Datenbanken zu AWS abgewickelt worden, so AWS CEO Andy Jassy im Juli dieses Jahres.

Das Angebot von EnterpriseDB und anderen

Auch andere stehen Gewehr bei Fuß, wenn es um die Migration weg von der Oracle-Datenbank geht:

Das sind nur ein paar Beispiele. Seit Kurzem bietet auch die Open-Source-Company EnterpriseDB „Cloud Migration Portal“ an, das hilft, die Migration von der Oracle-DB auf Postgres zu automatisieren. Funktionen für „EDB Postgres Ark“ für die Bereitstellung und Verwaltung von EDB Postgres-Datenbanken auf Amazon Web Services (AWS), „Microsoft Azure“ und OpenStack-Cloud-Plattformen sowie „EDB Postgres Container“, die die Verwaltung von Großprojekten vor Ort und auf Cloud-Plattformen erleichtern.

Eingeflossen seien die mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Migration von Oracle-Datenbanken auf „EDB Postgres Advanced Server“. In dem im Beta-Stadium befindlichen Portal werden nun Definitionen, Tabellen, Views, Stored Procedures und Indizes analysiert und konvertiert.

Veranstaltungshinweis

Vom 20. bis 23. November findet in Nürnberg die DOAG 2018 Konferenz + Ausstellung statt. DOAG ist die Deutsche Oracle-Anwender Gruppe.

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Alle, die uns darauf aufmerksam gemacht haben, dass Alphabet NICHT der Mutterkonzern von Amazon...  lesen
posted am 10.08.2018 um 09:57 von ulos

So kann man Fake News ungewollt :-) verbreiten. Seit mehr als 3 Stunden wurde Ihnen mitgeteilt,...  lesen
posted am 09.08.2018 um 12:36 von Unregistriert

...  lesen
posted am 08.08.2018 um 13:11 von Unregistriert

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posted am 08.08.2018 um 11:05 von Unregistriert


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