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Viel mehr als nur Blech: Eine hyperkonvergente Infrastruktur Wie HCI den Übergang zur Hybrid Cloud erleichtert

| Autor / Redakteur: Uwe Müller* / Ulrike Ostler

Kunden benötigen zuverlässige und gleichzeitig flexible Technologie-Stacks. So entscheiden sie sich bei Private Clouds im Zuge der Modernisierung von Rechenzentren häufig für eine stabile, skalierbare und einfach bedienbare Plattform für geschäftskritische Anwendungen. Diese sollte auch einen sicheren und wirtschaftlichen Weg in die hybride Multi-Cloud ebnen - Hyperkonvergenz ist angesagt.

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Cisco bietet eine Reihe von HCI-Appliances an; im Bild: „HX220c“, „HX240c M4“ und „UCSB200 in 5108“
Cisco bietet eine Reihe von HCI-Appliances an; im Bild: „HX220c“, „HX240c M4“ und „UCSB200 in 5108“
(Bild: © Cisco)

Unternehmen und IT-Abteilungen mussten im Jahr 2020 schneller denn je reagieren. Buchstäblich über Nacht zogen Zehntausende Mitarbeiter vom Büro in das Homeoffice. Entsprechend benötigen Unternehmen eine flexible, aber gleichzeitig zuverlässige Infrastruktur, die Anwendungen sowohl im Rechenzentrum als auch in der Cloud unterstützt.

Traditionelle Ansätze zeigen in diesem Fall schnell Nachteile, da sie sich meist nur für On-Premise-Systeme eignen. Dagegen lassen sich moderne Lösungen wie eine Hyperkonvergente Infrastruktur (HCI) flexibel in Rechenzentren und Cloud-Umgebungen einsetzen.

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Mein Fazit:

Der Autor Uwe Müller ist im Bereich Architecture Lead Datacenter Sales and Presales bei Cisco tätig.
Der Autor Uwe Müller ist im Bereich Architecture Lead Datacenter Sales and Presales bei Cisco tätig.
( Bild: © Cisco )

Ob Kommunikation, Datenbanken, virtuelle Desktops und Server, DevOps, Container, Backup und Wiederherstellung, Machine Learning, IoT- und Homeoffice-Lösungen oder Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen: HCI-Systeme eignen sich für zahlreiche Anwendungen. Denn sie unterstützen sowohl On-Premise- als auch Cloud-basierte Workloads. Dabei bieten sie durch die Integration von Netzwerk-, Server- und Storage-Funktionen sowie modulare Komponenten flexible Skalierbarkeit, hohe Verfügbarkeit und Sicherheit sowie eine einfache Verwaltung zu reduzierten Gesamtkosten.

Der Trick: HCI integriert Server, Storage und Netzwerk in einem einheitlichen System und basiert vollständig auf einer Software-zentrierten Architektur. So kann sie den Kern eines Software-defined Datacenter (SDDC) bilden, das ein einheitliches Management von Hybrid-Cloud-Umgebungen ermöglicht.

Die aktuelle Studie „The Forrester Wave: Hyperconverged Infrastructure“ vom 29. Juli 2020 analysiert die führenden HCI-Anbieter und ihre Fähigkeit, die sich verändernden Kundenanforderungen zu erfüllen. Sie stellt fest: „Technologieführer erwarten die Einfachheit eines HCI-Systems und fordern gleichzeitig Flexibilität bei der Konfiguration des Systems, um den spezifischen Anforderungen einer Anwendung gerecht zu werden. Das Erreichen des richtigen Gleichgewichts zwischen Einfachheit und Konfigurierbarkeit ist entscheidend, um eine optimale Lösung zu liefern.“

Die zahlreichen Vorteile

Das IDC White Paper „Business Value of Improved Performance and Agility with Cisco HyperFlex“ zeigt die Vorteile von HCI. Demnach verbessert eine entsprechende Infrastruktur die Produktivität und Agilität innerhalb des Rechenzentrums.

Dank ihrer Fähigkeit zur Modernisierung der Infrastruktur sind HCI-Angebote zu wichtigen Plattformen geworden. So stellen sie statt den bisherigen Silos von Speicher-, Server- und Netzwerksystemen nun einen Cluster von x86-Servern als einheitliche Lösung bereit, die sich zentral und einfach verwalten lässt. HCI unterstützt damit die organisatorische Umgestaltung der IT-Organisation durch die Konsolidierung von Rollen, die sich auf Virtualisierung, Server und Storage konzentrieren. Weitere Vorteile sind:

  • Hohe Performance und Skalierbarkeit steigern die Benutzerproduktivität und erleichtern die Geschäftsexpansion, um zusätzliche Einnahmen zu generieren
  • Geringere Häufigkeit und Dauer ungeplanter Ausfälle bedeuten weniger Prozessunterbrechungen, die sich auf die Nutzer von Anwendungen und den Geschäftsbetrieb auswirken
  • Einfache Verwaltung und Agilität sorgen für hohe Effizienz bei IT-Infrastruktur-, IT-Support- und Anwendungsentwicklungsteams
  • Infrastruktur-Konsolidierung und einfache Skalierbarkeit reduzieren Investitions- und Betriebskosten
  • HCI ersetzt verschiedene Arten von Silo-Infrastrukturen innerhalb des Rechenzentrums, einschließlich Lösungen für Datenmanagement und Datensicherung
  • Unternehmen verzeichnen damit laut IDC bis zu 50 Prozent geringere Betriebskosten über fünf Jahre, 452 Prozent Fünf-Jahres-ROI, 91 Prozent weniger ungeplante Ausfallzeit, 50 Prozent schnellere Entwicklungslebenszyklen für neue Funktionen, 71 Prozent effizientere IT-Infrastruktur-Teams sowie 93 Prozent weniger Personalzeit für die Bereitstellung neuer Server

Die funktionsreichen Systeme bieten die benötigte Leistung und Agilität, damit Unternehmen die Geschäftsanforderungen besser erfüllen und gleichzeitig eine kosteneffiziente und skalierbare Infrastrukturplattform bereitstellen. Diese Betriebs- und Kostenvorteile schlagen sich auch in einem hohen Wert für die Unternehmen nieder. Laut der IDC-Studie beträgt er 58.600 Dollar pro 100 Anwender sowie 1,98 Millionen Dollar pro Organisation und Jahr.

Workloads von Infrastruktur entkoppeln

Die großen Vorteile von HCI liegen vor allem darin begründet, dass sie neben Server-, Speicher- und Netzwerk-Hardware auch Virtualisierungs-, Sicherheits- und Management-Software in ein Gesamtsystem integriert. Auf der Grundlage virtueller Maschinen und Anwendungen sind die Workloads von der physischen Infrastruktur unabhängig.

Das bedeutet: Es ist letztlich unerheblich, ob die Anwendungen und Verarbeitungsprozesse im eigenen Rechenzentrum oder in der Cloud laufen. Die Virtualisierungs-Software fasst die vorhandenen IT-Kapazitäten ortsunabhängig in Pools zusammen. Diese Ressourcen weist sie je nach Auslastung und Bedarf den Anwendungen zu. Dies erfolgt meist über virtuelle Maschinen oder Container.

Unterschiedliche Cisco-Appliances für diverse Anwendungen: Zu sehen ist die Produktfamilie „B200“, „C220 M4“, „HX220“ und „HX 240“
Unterschiedliche Cisco-Appliances für diverse Anwendungen: Zu sehen ist die Produktfamilie „B200“, „C220 M4“, „HX220“ und „HX 240“
(Bild: © Cisco)

Zudem bieten HCI-Lösungen weitere Funktionen. Dazu gehören neben Security und Management auch Backup, Disaster Recovery, Datenkomprimierung, Deduplizierung oder WAN-Optimierung. Dies vereinfacht die Administration der Systeme erheblich, da alle notwendigen Funktionen meist auf einer Oberfläche zur Verfügung stehen.

Dies gilt unabhängig davon, ob ein oder mehrere Rechenzentren sowie Private und Public Clouds zum Einsatz kommen. Durch die Unabhängigkeit von Hardware und Cloud-Anbieter können Unternehmen jeweils flexibel das für sie optimale System wählen.

Konkrete Beispiele

Damit eröffnen sich viele Möglichkeiten, insbesondere in den Bereichen Unified Communications und Collaboration (UCC), Virtual Desktop Infrastructure/ Virtual Switch Interface (VDI/VSI) und DevOps. Bei UCC-Anwendungen bieten HCI-Systeme die nötige Flexibilität, um Applikationen für die Zusammenarbeit skalierbar zu implementieren. Denn die IT-Mitarbeiter können durch modulare Komponenten mit wenig Aufwand und Kosten UCC bereitstellen. Dabei lässt sich die Agilität, Skalierbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Cloud mit den Vorteilen einer integrierten Infrastrukturlösung vor Ort vereinen.

„HCI unterstützt unsere Mitarbeiter dabei, ihre Produktivität zu erhöhen“, bestätigt Antonio Dota, Network and Unified Collaboration Leader bei Baker Hughes, einem GE Unternehmen. „Die flexible Technologie erlaubt es uns, von jedem Gerät und jedem Ort aus zusammenzuarbeiten.“

In der Frontansicht die Cisco-HCI-Systeme „HX220“ und „HX240“
In der Frontansicht die Cisco-HCI-Systeme „HX220“ und „HX240“
(Bild: © Cisco)

Der Automobil-Zulieferer Höganäs setzt in den USA „Cisco Hyperflex“ ein, um die Performance seiner VDI zu verbessern. Er hat damit eine vollständige Infrastruktur für das Rechenzentrum zu geringeren Kosten als mit SAN aufgebaut. Die GPU-Leistung beschleunigte sich um 75 Prozent und die Lese-/Schreibgeschwindigkeiten um das Zehnfache. Zudem profitiert das Unternehmen von einem rationalisierten IT-Betrieb mit einheitlicher, Cloud-basierter Systemverwaltung. Dabei unterstützt die Lösung eine Vielfalt von Nutzern und Anwendungen an verschiedenen Orten.

Auch für DevOps-Prozesse eignen sich HCI-Lösungen. Damit lassen sich agil und skalierbar neue Entwicklungs- und Testumgebungen bereitstellen und wieder entfernen. Sie erlauben eine schnelle Iteration von der Entwicklungs- über die Test- bis zur Produktionsumgebung. Zudem ermöglichen sie das einfache und exakte Klonen von Hardware-Konfigurationen. Mit einer einheitlichen Management-Konsole können Administratoren die Cluster in lokalen, entfernten und Zweigstellen-Umgebungen von einem einzigen Punkt aus verwalten.

* Uwe Müller ist bei Cisco im Bereich Architecture Lead Datacenter Sales and Presales tätig.

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