Projektdienstleister Etengo vermittelt IT-Freiberufler

Was sie schon immer über IT-Freelancer wissen wollten

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Die Marktforscher von Lünendonk haben die Branche genauer unter die Lupe genommen. Anbieter aus diesem Bereich konnten von 2009 auf 2011 umsatzmäßig zulegen. 2012 soll das Wachstum weiter gehen. Warum wachsen die spezialisierten Personaldienstleister, die Lünendonk sich angeschaut hat, so stark?

Nikolaus Reuter: Der Grund ist, dass die IT eine immer prominentere Rolle spielt und in immer mehr Branchen zum zentralen Nervensystem der Unternehmen wird. Hinzu kommt, dass IT-Experten Mangelware sind. Fast alle unsere Kunden würden IT-Experten auch gerne fest anstellen, aber sie müssen auf Freiberufler zurückgreifen, weil die blanke Not herrscht. Das gibt dem Geschäft spezialisierter Personaldienstleister natürlich Auftrieb. Am besten lässt sich der Bedarf durch Beispiele verdeutlichen.

Nur zu…

Nikolaus Reuter: Nehmen wir die Speditionen. In Deutschland gibt es ja ein weitverzweigtes Speditionsgewerbe. In immer mehr Unternehmen dieser Branche werden hoch komplexe Software-Produkte eingeführt, die eine optimale Auslastung der LKWs und eine optimale Routenführung sicherstellen. Der Disponent kann in seinem Büro sehen, welcher LKW gerade wo ist und ob er sein Fahrziel in der vorgesehenen Zeit erreicht.

Die Logistik ist ein Beispiel für eine Branche, in der IT zum Standard geworden ist, um die Leistung in der Qualität abliefern zu können, die der Markt erwartet. Ein anderes Beispiel ist Media Markt als Unternehmen. Media Markt hat ja lange den Online-Trend verschlafen, während Amazon und andere Anbieter davongezogen sind. Media Markt hat allein auf den stationären Handel gesetzt – aber auch hier mit enormem Einsatz von IT, zum Beispiel bei Preisauszeichnungs- und Logistikprozessen.

Aber obwohl Media Markt ein sehr erfolgreiches Unternehmen ist, steigt es erst jetzt in den Online-Handel ein. Daran sieht man, dass selbst Unternehmen, die eine sehr gute Marktposition innehaben und für die IT bereits eine hohe Bedeutung hat, immer wieder neue Projekte angehen, die fast ausschließlich von IT geprägt sind.

IT-Freiberufler werden von ihren Finanzämtern manchmal nicht als solche anerkannt und müssen dann häufig fünfstellige Gewerbesteuerbeträge an den Fiskus entrichten, weil sie als Gewerbetreibende gelten. Ist das auch ein Problem in Ihrem Kundenkreis?

Nikolaus Reuter: In unserer Unternehmenspraxis ist uns noch nie ein solcher Fall untergekommen – wir haben nicht einmal davon gehört. Viele der Freelancer, die mit den spezialisierten Personaldienstleistern zusammenarbeiten, sind Akademiker oder promovierte Akademiker. Falls sie keine Akademiker sind, sind sie definitiv ausgewiesene Fachleute, die 10, 15 oder 20 Jahre in ihrem Feld unterwegs sind. Das heißt, sie fallen klassisch unter die Katalogberufe für Freiberufler und haben kein Problem mit der Abgrenzung.

In Internet-Foren wird das Problem aber heiß diskutiert…

Nikolaus Reuter: Ja, aber meist für ein anderes Segment, wenn wir über sogenannte Clickworker und Kleinstprojekte sprechen – da kann ich mir durchaus vorstellen, dass eine Abgrenzung schwierig wird. Aber ich habe persönlich keine Erfahrungswerte – das ist einfach nicht unser Geschäftsfeld.

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