Software testweise kostenlos benutzen

Was ist Shareware?

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

Shareware ist in der Testphase kostenlos, später geht es ans Bezahlen
Shareware ist in der Testphase kostenlos, später geht es ans Bezahlen (Bild: djama - stock.adob.com)

Viele Programme werden als Shareware angeboten. Doch anders als Freeware ist Shareware nicht komplett kostenlos, wenn man den vollen Funktionsumfang nutzen möchte.

In vielen Download-Börsen, auf den Gratis-CDs von Computerzeitschriften und in allen App-Stores befindet sich Software, die als Shareware bezeichnet ist. Diese Programme kann man kostenlos auf seinen Rechner laden und eine Weile nutzen.

Wer voll und dauerhaft von den Leistungen der betreffenden Software profitieren möchte, soll aber zahlen. Allerdings wird in den Softwarebörsen häufig nicht sauber zwischen Share- und Freeware, die es gänzlich umsonst gibt, unterschieden, sondern die Programmtypen werden gemischt.

Shareware ist also ein Vertriebsmodell für Programme, häufig kleinere Software-Tools für Spezialfunktionen. Der Shareware-Vertrieb baut darauf, dass möglichst viele Anwender die Lösung testen, sich überzeugen lassen, kostenlos in Foren und bei Bekannten für das Programm werben und am Ende gern für die volle Funktionalität ihren Obolus berappen. Das ist für den Hersteller, wenn es gut läuft, billiger als professionelle Anzeigen- oder Bannerwerbung.

Einschränkungen nach Ablauf der Testperiode

Nur noch wenige Hersteller vertrauen darauf, dass Anwender bei Gefallen „von selbst“ die Nutzungsgebühr entrichten und damit dem Programmurheber das wirtschaftliche Überleben sichern. Üblicher sind begrenzte Nutzungszeiträume, in der Regel maximal 100 Tage, nach denen das Programm auffordert, sich zu registrieren beziehungsweise es zu kaufen.

Geschieht das nicht, ist die Software häufig nicht oder nur noch erheblich eingeschränkt nutzbar oder nervt durch andauernde Erinnerungen an die ausstehende Registrierung. Beispielsweise wird gern die Druckfunktion abgeschaltet, wenn der Testzeitraum zu Ende ist.

Schaltet eine Software nach dem Testzeitraum vollständig ab, wird sie oft schon in den Softwarebörsen als Demo gekennzeichnet. Gern als Shareware vertriebene Programme sind beispielsweise Packer/Entpacker oder Tools für die Festplatten-Reinigung.

Preise in der Regel überschaubar

Meist ist der Preis von Shareware eher gering. Es gibt aber auch Programme, deren stark abgespeckte Version dauerhaft kostenlos nutzbar ist, während die kostenpflichtige Profivariante funktional sehr erhebliche Erweiterungen bringt und viel kostet.

Diesen Weg geht etwa Adobe mit seinen Softwareprodukten: Der Reader in seiner Grundform ist frei erhältlich. Für alles andere muss der Anwender relativ tief in die Tasche greifen, wobei Softwareanbieter häufig gar nicht mehr den Erwerb, sondern nur noch Abos anbieten.

Ein einmaliger Test erweiterter Funktionen bei solchen Vertriebsmodellen ist häufig kostenlos, benötigt aber meistens eine Registrierung. Diese wird von den Anbietern oft so angelegt, dass sie ohne Intervention nach gewisser Zeit in ein Abo übergeht, wenn der Kunde dieses nicht präventiv abbestellt.

Shareware und offene Software

Im Gegensatz zu quelloffener Software bleibt bei Shareware wie bei anderen kommerziellen und proprietären Softwarelösungen gehört der Quellcode der das Programm herausgebenden Instanz, sei dies nun ein Unternehmen oder ein Einzelprogrammierer. Wer das Programm erstellt hat, ist auch für die Programmpflege, den Support und Erweiterungen zuständig.

Ein Softwareunternehmen oder ein Einzelprogrammierer kann eine Shareware an die Open-Community übergeben. Doch bleiben Shareware und quelloffene Software grundsätzlich unterschiedliche Dinge.

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