Mustergültige Virtualisierung

Was ist ein Golden Image?

| Autor / Redakteur: Otto Geißler / Ulrike Ostler

Bei einem Golden Image handelt es sich im Wesentlichen um eine Vorlage für eine virtuelle Maschine als solides Fundament, auf dem weitere Anwendungen aufgebaut werden können.
Bei einem Golden Image handelt es sich im Wesentlichen um eine Vorlage für eine virtuelle Maschine als solides Fundament, auf dem weitere Anwendungen aufgebaut werden können. (Bild: © djama - stock.adob.com)

Unter einem Golden Image (Klon-Abbild, Master-Image oder Basis-Abbild) versteht man in der IT ein Template beziehungsweise eine Vorlage für eine virtuelle Maschine (VM), einen virtuellen Desktop, einen Server oder eine Festplatte oder Partition.

Mit Golden Images als Vorlagen können Umgebungen erstellt werden, in denen der Anwender per Software die Möglichkeit erhält, ein eigenständiges System als virtuelle Maschine (VM) zu simulieren. Dafür nutzt die Software einen definierten Teil des Speichers, die Rechenleistung und Festplatte des physischen Rechners.

Dabei ist eine virtuelle Maschine im Grunde wie ein eigenständiger Rechner zu verstehen. Modifikationen auf der virtuellen Maschine betreffen dann diese VM, das Hauptbetriebssystem wird davon nicht berührt.

Welche Vorteile und Nachteile entstehen daraus?

Die Verwendung eines Golden Image beziehungsweise letztlich einer virtuellen Maschine spart in der Regel viel Zeit, bietet maximale Benutzerfreundlichkeit und mehr Konsistenz sowie ideale Test- und Entwicklungsumgebungen. So können zum Beispiel verschiedene Betriebssysteme gleichzeitig auf der gleichen physischen Maschine betrieben werden. Die Ressourcen des physischen Rechners wie der Prozessor lassen sich so besser nutzen, da mehrere Betriebssysteme sich diese teilen.

Dadurch ist es möglich, eine Befehlssatz-Architektur zu unterstützen, die von einer physischen Maschine differiert. Vor allem in Datacenter müssen sehr viele unterschiedliche Systeme parallel betrieben werden. Das heißt: Mit dem Einsatz von virtuellen Maschinen muss nicht für jedes System eine eigene Hardware zur Verfügung gestellt werden, weil sich die einzelnen virtuellen Maschinen eine sehr performante Plattform teilen.

Somit ist eine solche Architektur vielfach wirtschaftlicher als der Betrieb vieler kleinerer Plattformen – bei gleicher Leistung! Ein weiterer Vorteil: Performance-Anpassungen oder Konfigurationsänderungen sind nicht immer wieder aufs Neue notwendig. In einer so genannten Self-Service-Bereitstellungsumgebung kann eine Sammlung Golden Images auch als Goldenes Repository, Goldener Katalog oder Goldene Bildbibliothek genannt werden.

Auf der anderen Seite sind jedoch einige Nachteile zu berücksichtigen, zum Beispiel eine geringere Effektivität, da der Betrieb eines Hypervisors für die Verwaltung der virtuellen Maschine zusätzlich Leistung verbraucht. Darüber hinaus bietet der Einsatz von Hypervisoren weitere Angriffsmöglichkeiten für Viren und Malware. Somit sind zusätzliche Schutzmechanismen einzurichten. Da Rechner im Grunde nur virtuell existieren, müssen Hersteller teilweise komplizierte Lizenzmodelle entwickeln.

Was ist beim Erstellen eines Golden Image zu beachten?

Bei der Erstellung einer virtuellen Maschine (VM) ist zu berücksichtigen, dass Fehler auf den VM häufig auf das Golden Image zurückzuführen sind. In diesem Zusammenhang sind zum Beispiel die vorinstallierten Anwendungen, das Betriebssystem, die Security-Einstellungen und der Benutzerzugriff besonders wichtig.

Idealerweise handelt es sich bei der Image-Datei um ein so genanntes universelles Golden Image, das jede VM direkt verwendet werden kann. Auf diese Weise sind auch alle VMs identisch. Das Golden Image ist also ein primäres Ausgangs-Abbild, auf dem dann alle anderen basieren.

Daher sollte ein Golden Image idealerweise mit der neuesten Version eines lizenzierten Betriebssystems erstellt werden. Dabei ist es in der Regel am besten, das System zu benutzen, das derzeit auf den physischen Rechnern stabil läuft.

Für eine Implementierung sollte sich der Anwender ebenfalls für die voreingestellte Software entscheiden, welche die Mehrheit der Anwender am häufigsten verwendet. Softwarepakete wie „Microsoft Outlook“, „Microsoft Office“ und ähnliches gehören zum Beispiel zu jeder VDI-Implementierungen (Virtual Desktop Infrastructure).

Sollen Patches und Aktualisierungen am Golden Image eingespielt werden, so entscheiden sich viele Administratoren für eine manuelle Ausführung. So kann sichergestellt werden, dass alles fehlerfrei erledigt wurde. Für ein virtuelles Festplatten-Abbild wird ein physischer Rechner und ein Dienstprogramm benötigt, mit dem sich eine P2V-Migration (physisch zu virtuell) ausführen lässt.

Auf diese Weise werden die Hardware-Anforderungen abstrahiert und ein Abbild für die virtuelle Maschine erstellt. Wobei der physische Rechner unbedingt fehlerfrei und keine unnötigen oder zweifelhaften Anwendungen beherbergen sollte. Denn auf einem Golden Image muss jede Fehlerquelle unter allen Umständen vermieden werden.

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