Die Software-Suite EVO SDDC

VMware proklamiert die einfachste Methode zur SDDC-Bereitstellung

| Redakteur: Ulrike Ostler

Die Software-Architektur von VMware EVO SDDC.
Die Software-Architektur von VMware EVO SDDC. (Bild: VMware)

Unter dem Kodenamen „VMware EVO: RACK“ hat VMware „EVO SDDC“ erstmals im August 2014 angekündigt, zusammen mit „Evo:Rail“, dem Design einer hyperkonvergenten Appliance. Nun kommt die Software-Suite für ein komplettes Software-definiertes Rechenzentrum und automatisierten Betrieb auf den Markt. „Virtual SAN 6.1“ erweitert das Infrastrukturpaket.

Am heutigen Tag stellt VMware auf der „VMworld US 2015“ die Suite EVO SDDC und VMware Virtual SAN 6.1 vor. Die Technik ist für den einfachen Ausbau und den laufenden Betrieb des skalierbaren Software-definierten Rechenzentrums gedacht.

Als Grundlage der „VMware Unified Hybrid Cloud-Plattform“ soll das Software-definierte Rechenzentrum (SDDC) die Virtualisierungsprinzipien von Abstraktion, Pooling und Automatisierung über alle Rechenzentrumsressourcen und Services hinweg ausdehnen. Durch das Ausweiten der Virtualisierung auf das gesamte Rechenzentrum seien IT-Organisationen in der Lage, den Investitionsaufwand um bis zu 49 Prozent zu senken und die Implementierungs- und Bereitstellungszeit von Tagen auf Stunden zu verkürzen, so der Anbieter. Die Kunden können damit eine virtuelle Infrastruktur „as a Service“ erstellen und betreiben, die Effizienz, Agilität und Kontrolle für den Ausbau und den Betrieb von Private, Public und Hybrid Clouds bietet.

„Organisationen haben die Software-definierte Rechenzentrums-Architektur eingeführt, um agiler und profitabler zu werden und schneller reagieren zu können“, sagt John Gilmartin, Vice President und General Manager, Integrated Systems Business Unit bei VMware. „VMware EVO SDDC bringt alle Innovationen aus unserem Portfolio für das Software-definierte Rechenzentrum in einem umfassenden und integrierten System zusammen, das einfach zu implementieren, zu betreiben und zu skalieren ist.“

Für wen taugt das Infrastrukturpaket?

Christian Rudolph, Infrastructure Architecture Lead (NGI Programme) bei TUI, zeigt sich von der Aussicht angetan: „Nach der Fusion der TUI AG mit TUI Travel im Jahr 2014 ist der TUI-Konzern jetzt Weltmarktführer im Tourismusgeschäft“, sagt er. „Derzeit haben wir 36 Rechenzentren, die in ganz Europa verstreut sind. Unsere Priorität liegt in der Konsolidierung dieser 36 Rechenzentren innerhalb der nächsten zwei Jahre an zwei zentralen Standorten, und wir sind begeistert von den Aussichten der Standardisierung mit VMware EVO SDDC für unsere Infrastruktur der nächsten Generation.“

Abstraktion, Pooling und Automatisierung aller Rechenzentrumsressourcen und Services reichen weit über die physischen Grenzen hinaus.
Abstraktion, Pooling und Automatisierung aller Rechenzentrumsressourcen und Services reichen weit über die physischen Grenzen hinaus. (Bild: VMware)

Enterprise- und Service-Provider können VMware EVO SDDC zur Implementierung eines skalierbaren Software-definierten Rechenzentrums einsetzen. IT-Organisationen können mit VMware EVO SDDC Kerninitiativen für den Betrieb eines skalierbaren Rechenzentrums – Automatisierung von Anwendungen und Infrastrukturbereitstellung, Unternehmensmobilität, hohe Verfügbarkeit und widerstandsfähige Infrastrukturen – erledigen ohne die Sicherheit, Kontrolle oder Wahlmöglichkeiten zu gefährden.

Die Bestandteile von EVO SDDC

VMware EVO SDDC umfasst grundlegende Bausteine der hyperkonvergenten Infrastruktur von VMware: „VMware vSphere“, VMware Virtual SAN und „VMware NSX“. Diese Techniken ermöglichen die Konvergenz von Rechenleistungs-, Speicher- und Netzwerkressourcen auf einer einzigen integrierten Softwareschicht, die auf jeder x86-Commodity-Infrastruktur laufen kann.

Das Dashboard des VMware SDDC Manager
Das Dashboard des VMware SDDC Manager (Bild: VMware)

Darüber hinaus steckt in der Suite „SDDC Manager“: eine Automatisierungsmaschine, die den Zeitaufwand für das Hochfahren erheblich verringert und die Bereitstellung und Überwachung virtueller und physischer Ressourcen, einschließlich Software, Server, ToR- und Spine-Switches, deutlich vereinfachen soll. VMware EVO SDDC Manager bündelt Ressourcen über mehrere Racks als einzelnes „virtuelles Rack“ und kann Workload-Domain-Kapazität basierend auf Verfügbarkeit und Performance-Anforderungen dynamisch verteilen.

Die Software stellt erlaubt somit ein weitgehend automatisiertes Lifecycle-Management der gesamten Hardware und des VMware-integrierten Software-Stacks, einschließlich:

  • Rechenleistung – VMware vSphere, die branchenführende Virtualisierungslösung, liefert eine hochverfügbare, widerstandsfähige und bedarfsgerechte Cloud-Infrastruktur, um jede Anwendung von geschäftskritischen bis nativen Cloud-Anwendungen zu betreiben, zu schützen und zu verwalten.
  • Speicher – VMware Virtual SAN ist die ideale Speicherplattform für virtuelle Maschinen, einschließlich geschäftskritischen Anwendungen. Ein 64-Knoten VMware Virtual SAN Cluster übertrifft eine Speicherkapazität von acht Petabytes und bietet bis zu sieben Millionen Input-/Output-Operationen pro Sekunde (IOPS) mit fast perfekter linearer Skalierbarkeit.
  • Netzwerke – VMware NSX hilft Hunderten von Kunden, das volle Potenzial des Software-definierten Rechenzentrums auszuschöpfen. Integriert in VMware EVO SDDC, senkt VMware NSX durch Abstrahierung virtueller Netzwerke aus dem zugrundeliegenden physikalischen Netzwerk die Zeit für die Bereitstellung von Multi-Tier Networking- und Sicherheitsservices von Wochen auf Sekunden. Zudem bringt VMware NSX Sicherheit ins Rechenzentrum durch Mikro-Segmentierung und automatisierte, im Detail festgelegte Richtlinien für virtuelle Maschinen.
  • Cloud Management – „VMware vRealize Operations“ bietet intelligentes Betriebs-Management in physischen, virtuellen und Cloud-Infrastrukturen mittels vorausschauender Analyse und richtlinienbasierter Automatisierung. Die Kombination von VMware vRealize Operations und „VMware vRealize Log Insight“ ermöglicht es IT-Teams, strukturierte und unstrukturierte Daten für das Management durchgängiger Geschäftsabläufe zur Verbesserung der Gesamtperformance und Vermeidung von Ausfällen zu kombinieren.

Der Übergang zu OpenSource

VMware EVO SDDC beinhaltet auch Hardware-Management.Services zur Abstraktion der Merkmale von heterogenem Switching und Server- und Stromversorgungs-Units (PDU). VMware beabsichtigt, diese Lösung als Open Source Code anzubieten, um mit einem breiten Partner-Ökosystem zusammenarbeiten und die Weiterentwicklung von umfassender Hardwarekompatibilität voranzutreiben und die Technologie zu verbessern.

Kunden von VMware EVO SDDC können „VMware Horizon“ mit virtueller Desktop-Infrastruktur und VMware vRealize Automation leicht hinzufügen und so Infrastructure-as-a-service (IaaS) ermöglichen. Außerdem evaluiert VMware die künftige Integration von VMware EVO SDDC und „VMware vCloud Director“ und „VMware Integrated OpenStack“, um Service-Provider-Umgebungen zu unterstützen.

Über Rack-Grenzen hinweg skalierbar und mit VMware EVO SDDC erstellt und verwaltet, kann die Kapazität von einem Drittel-Rack auf mehrere Racks und Tausende von Knoten ausgeweitet werden – und zwar in einzelnen Server-Inkrementen. Jedes vollbestückte Rack unterstützt dabei über 1.000 virtuelle IaaS-Maschinen beziehungsweise über 2.000 virtuelle Desktop-Maschinen, die eine hocheffiziente und skalierbare Infrastruktur für die Cloud- und virtuelle Desktop-Bereitstellung liefern.

Die Hardware-Partner von VMware scharren schon mit den Hufen: VMware EVO SDDC wird über die Angebote für integrierte Markensysteme direkt von den Partnern Dell, QCT (Quanta Cloud Technology) und VCE zur Verfügung stehen. Zukünftig werden Kunden die Möglichkeit haben, die Software direkt bei VMware zu erwerben und mit einem vorab geprüften Partner bei der Integration der Software auf die Hardware zusammen zu arbeiten.

Die Grundlage der hyperkonvergenten VMware-Infrastruktur

Mit der neuen „Stretched Cluster“-Funktion und Recovery Point Objectives (RPOs) von fünf Minuten bietet VMWare Virtual SAN 6.1 mehr Optionen für den Schutz der Integrität von Daten in geschäftskritischen Umgebungen als bisher. Zusätzlich ermöglicht die neue Version ein verbessertes Management und Überwachung durch die tiefgreifende Integration mit VMware vRealize Operations und einem neuen „Health-Check-Plug-in“ zur Performance-Überwachung, Fehler-Ursachen-Analyse und Kapazitätsplanung.

Grundlage der Softwareverteilung von VMware SDDC
Grundlage der Softwareverteilung von VMware SDDC (Bild: VMware)

VMware Virtual SAN ist als die Speichertechnik für virtuelle Maschinen mit VMware vSphere konzipiert. Die Software ermöglicht es grundlegende Storage-Services für virtualisierte Produktionsumgebungen mit größerer Performance, Skalierbarkeit, Flexibilität und geringerer Latenzzeit sowie niedrigeren Kosten bereitzustellen. VMware Virtual SAN 6.1. ist für ein breites Einsatzspektrum ideal, einschließlich geschäftskritischer Anwendungen, virtueller Desktop-Infrastruktur, Remote-IT sowie für Test- und Entwicklungsumgebungen.

Die Verbesserungen

In 15 Monaten seit der Erstversion haben über 2.000 Kunden weltweit die hyperkonvergente Infrastruktur eingeführt. Durch richtlinienbasiertes Speicher-Management ermöglicht es VMware Virtual SAN das Management-Modell für Storage vom Gerät zur Anwendung zu verlagern und somit den Administratoren, Storage für Anwendungen innerhalb weniger Minuten bereitzustellen.

Charles Fan, Senior Vice President und General Manager, Storage and Availability Business Unit bei VMware, sagt: „Die verbesserte Enterprise-Verfügbarkeit und der erhöhte Datenschutz, neue Unterstützung der Flash-Hardware und erweiterte Management- und Fehlerbehebungsfunktionen von VMware Virtual SAN 6.1 sind Beispiele für die schnelle Entwicklung der Speichersoftware, um die Bedürfnisse der Enterprise-Kunden zu befriedigen.“

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