Ein von Senatoren der Parti socialiste eingebrachter Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Errichtung von Rechenzentren auf französischem Gebiet besser zu regeln. Das wirft viele Fragen auf, etwa hinsichtlich wirtschaftlicher Attraktivität, digitaler Souveränität und ökologischer Auflagen - hierzulande nicht unbekannt.
In Frankreich wird derzeit über einen Gesetztentwurf diskutiert, der die Ansiedlung von Rechenzentren regeln soll. Die Grundsatzdebatten gibt es auch hierzulande.
Lange Zeit als vorwiegend technische oder wirtschaftliche Frage behandelt, wird die Ansiedlung von Rechenzentren nun auch in Frankreich zu einem eigenständigen politischen Thema. Treiber sind unter anderem die Behörden, die die Kontrolle wieder in ihrer Hand wissen wollen.
Der dem Senat vorgelegte Gesetzentwurf verfolgt also ein doppeltes Ziel: eine unkontrollierte Ansiedlung vermeiden und die lokalen Gebietskörperschaften stärken. Die Senatoren, die den Text verfasst haben, möchten eine „echte öffentliche Ansiedlungspolitik“ gestalten, die an der Schnittstelle von Raumplanung, Energiewende und digitaler Souveränität angesiedelt ist.
Die Ökologie
Einer der Hauptstreitpunkte betrifft die Umweltauswirkungen von Rechenzentren, die als besonders ressourcenintensiv gelten, insbesondere was Strom und Wasser angeht. Mehrere im Gesetzentwurf vorgesehene Bestimmungen zielen darauf ab, diesen Bedenken Rechnung zu tragen: Einführung von Abgaben auf den Wasserverbrauch, Verpflichtung zur Nutzung von Abwärme, Verschärfung der Umweltverträglichkeitsprüfungen sowie Einbeziehung in die Ziele der Energiewende.
Diese Maßnahmen spiegeln den Willen wider, den Ausbau von Rechenzentren an Nachhaltigkeitsanforderungen zu knüpfen. Zugleich versucht die Regierung, die Ansiedlung von Rechenzentren zu vereinfachen. So ist derweil ungewiss, ob diese Maßnahmen nicht nur zu neuen Analyse-Ebenen führen und den Gegnern des Ökosystems mehr Gewicht verleihen werden.
Die Ökonomie
Über den Umweltaspekt hinaus befasst sich der Gesetzentwurf auch mit Fragen der lokalen wirtschaftlichen Auswirkungen. Die Senatoren möchten die für diese Infrastrukturen geltenden Steuersätze erhöhen, um die erzielten Gewinne besser auf die Standortgemeinden umzuverteilen. Indem den Gemeinden greifbare Ausgleichszahlungen zugesichert werden wie Steuereinnahmen, indirekte Arbeitsplätze und energetische Verwertung würde sich vermutlich die lokale Akzeptanz von Projekten verbessern, die oft als aufgezwungen empfunden werden.
Zwischen digitaler Souveränität und territorialen Zwängen
Zugleich ist der Aufschwung der Rechenzentrumsansiedlung in Frankreich Teil einer umfassenderen Strategie zur digitalen Souveränität, die sich die Politik zu eigen machen will. Das Land ist bestrebt, Investitionen anzuziehen, um seine Rechen- und Speicherkapazitäten zu stärken, die für die Entwicklung der künstlichen Intelligenz unverzichtbar sind.
Senat und Regierung haben wiederholt betont, wie wichtig es sei, diese Infrastrukturen auf das Staatsgebiet zu verlagern. Dieses Ziel stößt jedoch auf Realitäten vor Ort: Grundstücksengpässe, energetische Einschränkungen, administrative Verzögerungen und manchmal Widerstand der Anwohner. Schon jetzt haben einige Großstädte Vorbehalte gegenüber dem Zustrom von Datacenter-Projekten geäußert. Das verdeutlicht die Komplexität und den Spagats zwischen wirtschaftlicher Attraktivität und dem Gebietsschutz.
Die Suche nach dem Gleichgewicht
Der von den Senatoren der sozialistischen Partei eingebrachte Gesetzentwurf verdeutlicht: Rechenzentren werden nicht mehr nur als technische Infrastruktur betrachtet, sondern als politische Themen, die einer sorgfältigen Regulierung bedürfen.
In den kommenden Monaten werden die parlamentarischen Debatten zeigen, ob es dieser Regulierung gelingt, die bisweilen widersprüchliche Erfordernisse in Einklang zu bringen: Frankreich zu einem wettbewerbsfähigen digitalen Knotenpunkt zu machen und gleichzeitig eine kontrollierte territoriale, souveräne und umweltverträgliche Entwicklung zu gewährleisten.
Hinweis:Der Autor, Yves Grandmontagne ist ein französischer Journalist, der für das Magazin „DCmag“ schreibt. DataCenter-Insider hat sich mit ihm und dem Magazin zusammengetan, um umfassender über europäische Rechenzentren zu berichten.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.