Der Cloud Report 2026 von Bitkom Unternehmen wollen Rechenzentren in Deutschland – doch der Ausbau stockt

Von Paula Breukel 3 min Lesedauer

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Der Bedarf an Rechenzentrumskapazitäten steigt. Laut Bitkom bevorzugen alle befragten Unternehmen Rechenzentren in Deutschland. Damit der Ausbau Schritt hält, fordert der Verband schnellere Verfahren und bessere Standortbedingungen.

Deutschland gilt für Unternehmen als bevorzugter Rechenzentrumsstandort. Für den weiteren Ausbau fehlen jedoch vielerorts passende Rahmenbedingungen.(Bild:  Gemini / Paula Breukel / KI-generiert)
Deutschland gilt für Unternehmen als bevorzugter Rechenzentrumsstandort. Für den weiteren Ausbau fehlen jedoch vielerorts passende Rahmenbedingungen.
(Bild: Gemini / Paula Breukel / KI-generiert)

Deutsche Unternehmen legen bei der Auswahl ihrer Cloudanbieter zunehmend Wert auf den Standort der Rechenzentren. Für 97 Prozent spielt der Serverstandort eine Rolle, alle befragten Unternehmen würden Deutschland bevorzugen. Das geht aus dem „Cloud Report 2026“ des Digitalverbands Bitkom hervor. Nach Ansicht des Verbands zeigen die Ergebnisse, dass der der Ausbau von Rechenzentrumsinfrastrukturen beschleunigt werden sollte.

Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst fordert dafür international wettbewerbsfähige Strompreise, einen schnellen Anschluss neuer Standorte an das Stromnetz sowie zügigere Genehmigungsverfahren. Darüber hinaus müssten die geplanten KI-Gigafactories und der „EU Cloud und AI Development Act“ rasch umgesetzt werden, damit zusätzliche Kapazitäten entstehen können.

Deutsche Anbieter gefragt, aber es dominieren die internationalen Anbieter

Es gibt eine Lücke zwischen dem, was Unternehmen bevorzugen und der aktuellen Marktrealität: Während 91 Prozent Cloudanbieter aus Deutschland bevorzugen würden, nutzen nur 53 Prozent heimische Angebote.

US-amerikanische Provider werden dagegen von 71 Prozent der Unternehmen eingesetzt, obwohl sie nur für 8 Prozent die bevorzugte Wahl darstellen. Auch Anbieter aus der Europäischen Union würden häufiger genutzt werden: 68 Prozent der Unternehmen sprechen sich für sie aus, aktuell setzen jedoch lediglich 45 Prozent auf entsprechende Angebote.

Die Ergebnisse spiegeln sich auch in der Einschätzung zur digitalen Souveränität wider. 85 Prozent der Unternehmen halten Deutschland für zu abhängig von US-Cloud-Anbietern, 80 Prozent wünschen sich deutsche oder europäische Hyperscaler. Gleichzeitig sehen 43 Prozent derzeit keine gleichwertigen europäischen Alternativen zu den großen US-Anbietern.

Der Bedarf an Rechenleistung kennt aktuell nur eine Richtung: nach oben

Bereits heute nutzen 86 Prozent der befragten Unternehmen Cloud-Dienste, weitere 14 Prozent planen oder diskutieren deren Einsatz. Gleichzeitig soll der durchschnittliche Anteil cloudbasierter IT-Anwendungen innerhalb der kommenden fünf Jahre von 47 auf 58 Prozent steigen. Damit gewinnt die Cloud weiter an Bedeutung für den Betrieb geschäftskritischer Anwendungen.

Besonders stark wächst der Bedarf im Umfeld der Künstlichen Intelligenz (KI). Aktuell nutzen 42 Prozent der Unternehmen KI-Dienste aus der Cloud, innerhalb der nächsten fünf Jahre halten 69 Prozent entsprechende Angebote für relevant. Auch Cloud-Datenbanken, Sicherheitssoftware und Rechenleistung gewinnen an Bedeutung. Der Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur entwickelt sich damit zu einer Voraussetzung für den weiteren Einsatz datenintensiver Anwendungen.

Unternehmen erwarten stärkere politische Unterstützung

Neben zusätzlichen Kapazitäten erwarten Unternehmen auch politische Unterstützung für den Ausbau digitaler Infrastruktur. Neun von zehn Befragten sprechen sich dafür aus, dass staatliche Stellen verstärkt europäische oder souveräne Cloud-Angebote nutzen.

Zudem halten 74 Prozent staatliche Initiativen zum Ausbau europäischer Cloudinfrastrukturen für notwendig. Gleichzeitig wünschen sich viele Unternehmen mehr Transparenz sowie einheitliche regulatorische Vorgaben für souveräne Cloudangebote.

Einordnung aus der Branche: Telemaxx fordert ganzheitlichen Blick auf Rechenzentren

Die Forderung nach besseren Rahmenbedingungen teilt auch der Rechenzentrumsbetreiber Telemaxx. Nach der Novelle des Energie-Effizienzgesetzes (EnEfG) begrüßt das Unternehmen die praxisnäheren Vorgaben für Bestandsrechenzentren. Doch Telemaxx warnt auch davor, die Leistungsfähigkeit von Rechenzentren ausschließlich anhand des PUE-Werts (Power Usage Effectiveness) zu bewerten.


Nach Ansicht des Unternehmens entscheiden ebenso die tatsächliche Auslastung, die Verfügbarkeit, die Einbindung in regionale Energie- und Wärmekonzepte sowie die Fähigkeit, zusätzliche Kapazitäten für Cloud- und KI-Anwendungen bereitzustellen über die Zukunftsfähigkeit eines Standorts.

Angesichts des steigenden Bedarfs an Rechenleistung fordert Telemaxx deswegen auch planbare Genehmigungsverfahren und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur.

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