Rechenzentrumsprojekt „Katzenfeld“ in Gießen Jetzt grünes Licht für 65-MW-Rechenzentrum in Gießen

Von Paula Breukel 2 min Lesedauer

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Das Stadtparlament hat den Bebauungsplan für das geplante Rechenzentrum im Gießener Katzenfeld beschlossen. Damit steht das Baurecht. Betreiber, konkrete Umsetzung und wichtige Details zur Abwärmenutzung sind jedoch noch offen.

Symbolbild: Die Pläne für das Rechenzentrum in Gießen konkretisieren sich. Offen ist noch, wer es betreiben wird. Was bislang bekannt ist.(Bild:  Patrik Tschudin / CC BY )
Symbolbild: Die Pläne für das Rechenzentrum in Gießen konkretisieren sich. Offen ist noch, wer es betreiben wird. Was bislang bekannt ist.
(Bild: Patrik Tschudin / CC BY )

Auf der rund 16,75 Hektar großen Fläche soll neben dem Rechenzentrum ein Gewerbegebiet entstehen. Für das Rechenzentrum sind bis zu 65 Megawatt (MW) Anschlussleistung vorgesehen. Bei voller Auslastung würde der jährliche Strombedarf damit deutlich über dem heutigen Verbrauch der Stadt Gießen liegen.

Mit dem Beschluss des Bebauungsplans ist damit zwar eine zentrale Hürde genommen. Die nächsten entscheidenden Schritte sind nun die Auswahl des Betreibers und die Konkretisierung der technischen Planung. Erst dann dürfte sich zeigen, wie das auf bis zu 65 MW ausgelegte Rechenzentrum tatsächlich umgesetzt wird.

Entwickelt wird das Projekt vom Gießener Investor Daniel Beitlich mit seiner Firma Revikon. Die Baukosten beziffert Beitlich auf mehr als eine Milliarde Euro. Auf dem gesamten Areal könnten nach Angaben der Stadt bis zu 900 Arbeitsplätze entstehen, rund 200 davon im Betrieb des Rechenzentrums.

Das geplante Rechenzentrum im Gießener Westen geht damit in die nächste Phase: Die Stadtverordnetenversammlung hat den Bebauungsplan für das Areal „Katzenfeld“ am 27. August beschlossen. 38 Abgeordnete stimmten dafür, elf dagegen, acht enthielten sich.

Der Betreiber steht noch nicht fest

Mit dem Beschluss beginnt allerdings erst die nächste Phase. Wer das Rechenzentrum betreiben wird, ist weiterhin offen. Laut Beitlich erwarten potenzielle Betreiber zunächst das nun geschaffene Baurecht. Im Herbst soll gemeinsam mit der Stadt eine Auswahl getroffen werden. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen.

Damit bleibt eine zentrale Frage des Projekts ungeklärt. Erst mit einem Betreiber dürften sich auch konkrete Anforderungen an die technische Ausgestaltung des Rechenzentrums weiter präzisieren. Die bisher bekannten Planungen sehen eine Anschlussleistung von bis zu 65 Megawatt vor.

Stadt macht Vorgaben für die Kühlung

So soll das Kühlsystem mit Blick auf einen möglichst geringen Trinkwasserverbrauch in geschlossenen Kreisläufen und ohne Verdunstungsanlagen, also ohne adiabatische Kühlung, realisiert werden. Gleichzeitig soll die Temperatur der Rechenzentrumsabwärme möglichst hoch bleiben, um deren Nutzung zu erleichtern.

Die Stadt sieht vor, unvermeidbare Abwärme des Rechenzentrums künftig über Großwärmepumpen für das Fernwärmenetz nutzbar zu machen.

Der Standort bringt liegt unmittelbar neben einem Umspannwerk. Nach Angaben der Stadt stehen dort große Strommengen zur Verfügung.

Abwärmenutzung bleibt offen

Wie viel der entstehenden Abwärme tatsächlich genutzt werden kann, ist allerdings weiterhin Gegenstand der Debatte. Kritiker bezweifeln, dass in Gießen ausreichend Wärmebedarf vorhanden ist, um die Abwärme eines Rechenzentrums dieser Größenordnung vollständig abzunehmen. Auch ein Energieexperte der Technischen Hochschule Mittelhessen geht davon aus, dass ein großer Teil der Abwärme nicht genutzt werden kann.

Die in der politischen Debatte genannte Schätzung, wonach in einer ersten Ausbaustufe lediglich sieben Prozent der Abwärme genutzt werden könnten, ist dabei als Kritik aus dem Stadtparlament einzuordnen und nicht als bestätigter Projektwert.

Weitere Punkte bleiben offen

Auch bei Energieversorgung und Umweltfolgen gibt es weiterhin Diskussionsbedarf. Kritiker bemängeln unter anderem den hohen Strombedarf sowie mögliche Auswirkungen von Bau und Betrieb auf die angrenzende Weststadt.

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